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Zeckenschutz: Impfen lassen oder nicht?

Zeckenschutz
Saskia
Geschrieben von Saskia

Auf der Mauer, auf der Lauer …

Die Wintersaison haben wir überstanden und endlich blühen die ersten Blumen und die Bäume beginnen, sich in ihr leuchtend grünes Blättergewand zu werfen. So schön die warmen Monate in freier Natur ab jetzt wieder sind, Vorsicht gilt dennoch. Gerade dann, wenn eure Knirpse gerne durchs Dickicht streifen. Und zwar nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor kleinen fiesen Tierchen, den Zecken. Und schnell steht die Frage im Raum: Wie könnt ihr einen vollständigen Zeckenschutz gewährleisten?


Übrigens ist nicht die Zecke beziehungsweise der Stich an sich gefährlich, sondern dass sie Krankheiten übertragen kann. Dazu gehören vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose-Bakterien. Je nachdem in welcher Region ihr euch aufhaltet, kann die Gefahr infizierter Zecken zwischen jeder tausendsten und jeder zwanzigsten schwanken. Hochsaison haben die kleinen grau-schwarzen Biester von April bis ungefähr November. Aktiv sind sie also nicht nur bei warmen Temperaturen, sondern bereits ab 8 Grad Celsius.

FSME und Borreliose?

Die FSME ist eine Entzündung des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückemmarks und wird durch Viren verursacht, die, sofern eine Zecke infiziert ist, die Frühsommer-Meningoenzephalitis über ihren Speichel direkt auf den Menschen überträgt. Erste Anzeichen für eine Infektion ähneln einem grippalen Infekt und können sich durch leichtes Fieber, Kopfweh und Übelkeit, beziehungsweise Erbrechen bemerkbar machen. Oftmals hat die erkrankte Person allerdings gar keine Symptome. Direkt behandelt werden kann die FSME nicht und der Infekt muss von alleine wieder abklingen. Es sei denn, ihr lasst euch und eure Sprösslinge impfen.

Gegen Borreliose gibt es bislang kein Impfmittel. Da die Borreliose-Bakterien allerdings erst nach 12 bis 24 Stunden auf den Menschen übertragen werden können, ist ein Insektenschutzmittel und das Absuchen speziell auf Kleidung und in Hautfalten direkt nach dem Aufenthalt draußen der wirksamste Schutz. Meist bildet sich an der Stelle des Stiches nach einigen Tagen oder Wochen eine ringförmige Rötung, die größer wird (Wanderröte). Darauf können Nervenschmerzen, Lähmungen sowie Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute hinzukommen. Auch eine Entzündung des Rückenmarks und Gelenkbeschwerden können die Folge sein. Ist eine Person infiziert, wird die Borreliose mit Antibiotika behandelt.

Wo lauern Zecken?

Laut des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland vor allem Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern, sowie südöstliche Teile Hessens (Odenwald) und Thüringen die größten Risikogebiete. Außerdem sind Regionen in Mittelhessen, im Saar-Pfalz-Kreis (Saarland), in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) und im Vogtlandkreis (Sachsen) stark gefährdet. Zwar können Zecken überall FSME übertragen, doch hier ist das Risiko sehr viel höher, als in anderen teilen Deutschlands. Vornehmlich lauern Zecken im Gras, in Gebüschen oder im Unterholz. Dass die kleinen Biester angeblich gerne von Bäumen fallen, ist dagegen eher ein weit geläufiger Irrglaube.

Zeckenschutz: Eigenschutz und Impfschutz

Je älter ein Mensch ist, umso schlimmer kann der FSME Virus und auch die Borreliose verlaufen. Kinder können ab dem Alter von 12 Monaten gegen FSME geimpft werden.

Haltet ihr euch lange draußen auf, tragt am besten helle lange Kleidung und ein Insektenschutzsprays, das ihr alle paar Stunden erneut auftragen müsst. Ist der Ausflug vorbei, untersucht euch und eure Kleinen vor allem hinter den Ohren, unter den Achseln, in den Armbeugen, unter der Brust, im Bauchnabel und in den Kniekehlen.

Wohnt ihr in einem der genannten Regionen, in denen das Risiko infizierter Zecken besonders hoch ist oder macht dort oder in anderen Ländern wie Österreich, Schweden oder Tschechien Urlaub, solltet ihr eine Zeckenschutzimpfung in Betracht ziehen. Lasst euch diesbezüglich von eurem (Kinder-) Arzt, einem Tropeninstitut oder bei einem Gesundheitsamt beraten. Die Impfung sollte laut Centrum für Reisemedizin zweimal mit einem Abstand von zwei Wochen erfolgen. Denkt also rechtzeitig darüber nach, ob ihr euch und eure Kinder impfen lassen wollt oder nicht. Nur damit lässt sich ein vollständiger Zeckenschutz gewährleisten.

Wer trägt die Kosten?

Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Impfkosten, sofern ihr in den Risikogebieten lebt. Macht ihr dort nur Urlaub, kann es sein, dass ihr die Kosten selbst tragen müsst. Seid ihr bei der BIG versichert, werden die Impfkosten direkt über eure Versichertenkarte in vollem Umfang abgerechnet. Alle Infos dazu bekommt ihr hier.

Titelbild: © sborisov

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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