Baby Gesundheit

Yoga: Wohlbefinden und Fitness für Mutter und Kind

Yoga Mutter Kind
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Ihr wollt euch gemeinsam mit eurem Baby fit halten, euer Wohlbefinden stärken und eure Beziehung intensivieren? Vielleicht wäre dann Yoga für Mutter und Kind etwas für euch? Verständlich, wenn ihr dieser Sportart noch ein wenig skeptisch gegenüber steht – man will ja nicht gleich jedem Trend hinterherrennen. Auch ich hab mich anfangs schwer damit getan. Nachdem ich dazu allerdings die junge Mama Anna und die frisch ausgebildete Baby-Yoga Lehrerin Kati interviewt habe, hat sich auch mein ungeübter Yoga-Verstand verschoben.     


Viele frischgebackene Mütter probieren das Babyschwimmen aus oder gehen zu einem Babymassagekurs. Auch das Joggen mit Kinderwagen ist längst kein Problem mehr. Allerdings ist das Schwimmbecken nicht für jeden eine Option. Gegen einen Babymassagekurs spricht natürlich nichts. Leider kommt ihr dabei aber eher weniger auf eure Kosten. Und bei der Laufrunde durch den Park liegt euer Kleines schlafend im Wagen – ein körperlicher Kontakt ist so natürlich nicht möglich. Wäre nicht eine Sportart perfekt, bei der ihr euch gemeinsam entspannen könnt, euch noch besser kennenlernt und euer körperliches Wohlbefinden steigert? Dann probiert doch einfach mal Yoga für Mutter und Kind!

Dass diese indische Lehre (die übrigens im eigentlichen Sinne viel weiter gefasst wird, als sie in der westlichen Welt praktiziert wird), Körper und Seele zu einem angenehmen Miteinander verhelfen soll, wisst ihr natürlich längst. Auch, dass seit den Neunzigern ein regelrechter Yoga-Boom bei uns ausgebrochen ist und es eine Vielzahl an unterschiedlichsten Yogapraktiken gibt. Vielleicht habt ihr ja auch schon selbst einen Kurs besucht und seid daher schon ein wenig erfahrener auf dem Gebiet?

Yoga für Mutter und Kind: Weniger Trend, mehr gemeinsam entspannen!

Bei unserer Empfehlung soll es allerdings nicht um eine anstrengende Form dieser meditativen Körperlehre gehen und der „Trendfaktor“ soll hier auch nicht im Mittelpunkt stehen. Es geht also nicht darum, euch zu hippen Müttern zu machen, sondern um die Zeit, die ihr mit euren Babys verbringt!

Um euch die Vorteile und den gemeinsamen Gewinn eines Baby-Yoga-Kurses zu veranschaulichen, habe ich die Yoga-Lehrerin Kati Weilhammer interviewt, sowie die junge Mutter Anna Sperlich, die euch auch einen Kurs mit Baby ans Herz legen möchte. Kati hat vor kurzem ihre Weiterbildung zur pre- und postnatalen Yoga-Lehrerin bei Patricia Thielemann (Spirit Yoga Berlin), abgeschlossen. Sie gilt als eine der renommiertesten Lehrerinnen auf diesem Gebiet.

Was unterscheidet Baby-Yoga vom „normalen“ Yoga?

Kati: Man unterscheidet in der Regel zwischen prenatalem Yoga, also dem Yoga während der Schwangerschaft, und postnatalem Yoga, dem Yoga nach der Geburt. Während der Schwangerschaft erleben die Mütter eine Zeit großer Veränderung. Das Yoga hilft den werdenden Müttern, sich anhand der speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Übungen, auf die Geburt vorzubereiten. Die Stunden vermitteln Kraft und gleichermaßen Entspannung, eben genau das, was die Frauen während der Geburt brauchen. Des Weiteren geht es darum, die Beschwerden (Rückenschmerzen, Sodbrennen), die während einer Schwangerschaft auftreten können, zu lindern. Beim postnatalen Yoga sieht die Übungsreihe ganz anders aus. Hier geht es vor allem darum, die Muskeln wieder gezielt zu trainieren und Stabilität zu vermitteln, denn die Schwangerschaftshormone lockern Muskeln und Gelenke auf. Das Yoga nach der Schwangerschaft wird zur Ergänzung zur Rückbildungsgymnastik empfohlen. Ob das Baby dabei ist oder nicht, hängt von der Yogaschule ab.  Ich persönlich finde es aber toll, wenn die Mutter auch diese Zeit mit ihrem Kind erlebt. Zwar gibt es dank voller Windeln und Babygeschrei viel Ablenkung und Unterbrechung der Praxis, aber man kann das Baby auch mit in die Übungen integrieren, was ein tollen Erlebnis für Mutter und Kind ist.

Muss man als Mutter vor dem Baby-Yoga-Kurs schon Erfahrung in anderen Yoga-Kursen gesammelt haben?

Kati: Nein, gerade beim prenatalen Yoga findet man viele Frauen, die zum ersten Mal auf der Yogamatte sind. Das ist auch nicht vom Nachteil, denn die Übungen sind simpel und schnell zu lernen. Es fallen ja jede Menge der herkömmlichen Asanas weg, da sie nicht förderlich für den schwangeren Körper sind. (Anm.d.Red.: Asanas ist der allgemeine Begriff für die einzelnen Yoga-Übungen, die sich meist von der natürlichen Haltung eines Tieres ableiten und daher mit Tier- oder naturgetreuen Namen betitelt werden.)

Wie lange geht eine Kurseinheit und wie viel kostet so ein Kurs in etwa?

Kati: Das ist unterschiedlich. Durchschnittlich dauert ein Kurs 75 Minuten. Der Preis hängt vom Yoga-Studio ab, als Richtwert kann man vielleicht die 16 Euro nehmen, die es bei Spirit Yoga kostet. Man kann aber auch versuchen, einen Zuschuss von der Krankenkasse zu bekommen. Dann sollte man aber darauf achten, dass die Yoga-Lehrerin von der Krankenkasse anerkannt ist.

Yoga soll den Körper und die Seele zum Einklang bringen. Was bietet speziell das Baby-Yoga der Mutter und ihrem Kind?

Kati: Ich bin davon überzeugt, dass Yoga während der Schwangerschaft, die tiefe Verbindung zwischen Mutter und Kind verstärkt. Mir fällt da ein Satz ein, den Patricia mal in einer Stunde gesagt hat: „Die Mutterschaft beginnt mit dem Tag der Empfängnis.“ Das sagt eigentlich schon alles: Denn nie wieder ist ein Kind der Mutter so nah, wie im Mutterleib. Auch nach der Schwangerschaft, wird diese Bindung beim Yoga weiter gestärkt, wenn Mutter und Kind auf der Yogamatte in Interaktion treten.

Kannst du mir ein Beispiel zu den Übungen nennen?

Kati: Das ist natürlich schwierig in Worten zu erklären. Zum Beispiel gibt es im postnatalen Yoga eine einfache Form der Liegestütze. Wenn das Kind am Kopfteil der Matte liegt, kann die Mutter bei jedem Liegestütz den Blickkontakt zum Kind suchen und ihm einen Kuss geben. Die Übung an sich ist zwar anstrengend für die Mutter, dennoch ist es eine wundervolle Erfahrung für beide.

Welche Wünsche oder Erwartungen haben die jungen Mütter, wenn sie mit dem Kurs anfangen?

Kati: Während der Schwangerschaft passiert so viel Neues, das ganze Leben steht Kopf und der Körper verändert sich. Ab diesem Zeitpunkt wird nichts mehr so sein wie es mal war. Das ist spannend und schön, aber auch eine riesige Herausforderung. Die Frauen wollen vor allem Ruhe und Entspannung, Zeit mit ihrem ungeborenen Baby, aber auch Mut und Kraft für die Herausforderungen, die mit der Schwangerschaft einhergehen: die Geburt und diese riesige Verantwortung für dieses kleine Geschöpf, das man auf die Welt gebracht hat.
Danach suchen die Frauen vor allem ihre Mitte. Der Körper ist wie auseinander gefallen, schließlich hatten die Mütter in den letzten 40 Wochen einen Untermieter. Das hinterlässt Spuren. Deshalb ist das postnatale Yoga so auf das Zentrum, auf Kraft und Muskelaufbau fokussiert.

Anna ist seit zehn Monaten Mutter und empfiehlt euch ebenfalls das Yoga für Mutter und Kind während, sowie nach der Schwangerschaft mit Baby. Falls ihr auch Interesse an biologischer Ernährung, oder gar an neuen Denk- und Lebensansätzen habt, empfehle ich euch Annas Blog „Delish Yourself„, den sie gemeinsam mit ihrer Freundin Elloa ins Leben gerufen hat. Ihr Motto: „Happy eating, happy loving, happy living“.

Wieso hast du dich für Yoga für Mutter und Kind entschieden?

Anna: Yoga ist schon seit vielen Jahren eine ganz wichtige Komponente in meinem Leben. Während der Schwangerschaft habe ich weiterhin Yoga praktiziert und als ich erfahren habe, dass es auch Rückbildungskurse mit Baby gibt, war ich natürlich sofort begeistert. Zu Hause hatte ich auch schon angefangen, mit meinem Baby spezifische post-natale Yoga Übungen zu machen, aber ich wollte auch mit anderen frisch gebackenen Müttern und deren Babys zusammen sein.

Weshalb gerade Yoga und nicht zum Beispiel Babyschwimmen?

Anna: Yoga war für mich während der Schwangerschaft wie ein Fels in der Brandung. Es hat mir nicht nur geholfen, beweglich, agil und „dehnbar“ zu bleiben, es hat mir auch Kraft, Vertrauen und Selbstsicherheit gegeben. Ich glaube auch ganz fest, dass Babys die postiven Energien die beim Yoga entstehen, spüren können und das sich dies auch positiv auf ihre Entwicklung ausübt. Außerdem machen die gemeinsamen Yoga Übungen nicht nur Spaß, sondern stärken auch den Bund zwischen Mama und Baby.

Was hat es dir und deinem Kind gebracht, so einen Kurs zu machen?

Anna: Ich glaube, mein Sohn hatte definitv sehr viel Spaß an diesem Kurs, da er die Möglichkeit hatte, frei mit anderen Babys zwischen und auf uns Mamas herum zu krabbeln. Die gemeinsamen Entspannungs-und Dehnungsübungen waren wunderbare Momente in denen ich mich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit meinem Baby widmen und verbinden konnte, wodurch eine noch intensivere Bindung entstanden ist. Neben dem Fokus auf die „Wiederherstellung“ meines Körpers, konnte auch mein Sohn, seinen Körper mehr entdecken und kennen lernen.

Wie ging es nach den Kursen weiter? Sind die Übungen auch alleine zu schaffen?

Anna: Leider war dieser Kurs, wie die meisten Yoga-Kurse mit Baby, ein post-nataler Kurs, und geht nur bis zu einem Jahr. Die meisten Kinder-Yoga-Kurse gehen dann erst wieder ab zwei bis drei Jahren los, das heißt, dass es leider zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr wenig Angebote für Mamas gibt, die Yoga mit ihren Kindern praktizieren möchten. Aus diesem Grund mache ich viel mit meinem Kind (jetzt zehn Monate) zu Hause, wir haben eine morgendliche Yoga-Spielstunde, in der wir zusammen spielerische Übungen machen die ich mir entweder selbst ausdenke, vom Kurs übernommen habe oder zu denen ich mir Inspirationen aus dem Internet gesucht habe. Die Yoga-Übungen aus dem Kurs sind auf jeden Fall auch alleine zu schaffen: unkompliziert aber effektiv.

Video: Youtube

Titelbild: ©drubig-photo – Fotolia.com

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