Baby

Willkommen in der BABYWELT

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Voll beladene Kinderwagen, die einen gnadenlos über den Haufen fahren, wenn man nicht geistesgegenwärtig zur Seite springt. Motivierte Väter, die sich auf der Bühne für ihre Familie im Kinder-Wettanziehen messen. Kunterbunte Stände, an denen das Neuste vom Neusten für Babies, Mütter und Väter präsentiert wird – ich muss auf der BABYWELT-Messe gelandet sein!


„Huch?!“, entfährt es mir leise und ich erstarre erst einmal. Vorsichtshalber. Irgendetwas hat sich nämlich gerade meinen Zopf geschnappt und zieht kräftig daran. Vorsichtig drehe ich mich um und identifiziere den Haargrapscher als kleinen, blonden, zahnlos grinsenden Jungen, der auf dem Arm seines etwas peinlich berührten Vaters sitzt. Macht doch nichts. Ich bin ja schließlich auf der BABYWELT, der Messe rund ums Baby und alles, was es so braucht. Da kann einem schon einmal das ein oder andere Kind über den Weg laufen, krabbeln, rollen. Und einige von ihnen greifen eben gerne beherzt zu.

Damit es nicht ständig das Haupthaar Unschuldiger trifft, gibt es auf der BABYWELT, die dieses Mal in der Hamburg Messe ihre Tore für alle interessierten Eltern, Großeltern, Patenonkel und –tanten geöffnet hat, unzählige bunte Stände mit den neuesten Hightech-Utensilien und den schicksten Baby-Accessoires. Davor und dahinter stehen kundige Experten und kreative Köpfe, die sich jede Menge Gedanken zu einem Thema gemacht haben: Was brauchen moderne Mütter und Väter vor, während und nach der Geburt ihrer Kinder?

 

Auf den ersten Blick

Nach einem ersten Rundgang bleibe ich unwillkürlich an der Bühne im hinteren Teil der Ausstellung stehen. Dort vollführt gerade eine resolute Hebamme ein paar einfache Baby-Gymnastikübungen, sowohl am lebenden als auch am Plastikobjekt, die die Kleinen bei Laune halten sollen und die von den umstehenden Müttern begeistert nachgeahmt werden. Die Lieder, die passend dazu angestimmt werden, scheinen der allgemeinen Mütterschar bekannt zu sein. Bevor das Mikro in die Runde gereicht wird, gehe ich weiter. Es gibt noch so viel zu sehen. Mein Weg führt mich von den erwartungsgemäß präsentierten Kinderwagen und -sitzen, über Schulen für musikalische Früherziehung und Kinderfotografen, bis hin zu Ständen mit Vitaminpräparaten für die baldige Schwangerschaft. Auf der BABYWELT scheint es beinahe alles zu geben.

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Ich habe mich mindestens genauso amüsiert wie die die vielen Kinder, die auf der BABYWELT in Hamburg waren, Foto: Teresa Kleinschmidt

Ein Stand, an dem junge Frauen in hellblauen Polohemden eifrig Mini-Sandburgen bauen, erregt meine Aufmerksamkeit. Ich bleibe stehen und darf meine Hände in den weichsten Sand der Welt tauchen, aus dem man gleichzeitig die unglaublichsten Figuren formen kann. Eine Mischung aus der immer noch heißgeliebten Knete und dem Naturgefühl, das man ansonsten nur bei einem Nordseeurlaub erleben kann. Echter Zaubersand, den man immer wieder benutzen und sich auch mal in den Mund stecken kann. Natur pur, keine Giftgefahr! Ein tolles Spielzeug. Ich könnte ewig weiterbauen.

Der Babybauch als Kunstobjekt

Monika Seifs Stand ist klein, aber er geht deshalb noch lange nicht unter. Die Künstlerin gestaltet für Mütter, die ihren Babybauch als Andenken behalten wollen, einen einfachen Gipsabdruck jedoch zu langweilig finden, individuelle und aufwendige Mosaik-Oberkörper. Gemeinsam mit der Torso-Besitzerin entwickelt Monika das Design, stellt Materialien vor, zu denen z.B. Halbedelsteine und Muscheln zählen, und erschafft dann ein ganz persönliches, farbenfrohes Kunstwerk, dass die junge Mama an eine ganz besondere Zeit in ihrem Leben erinnern wird. „Mich faszinieren vor allem die unendlichen Möglichkeiten, die mir die verschiedenen Materialien bieten. Und der Babybauch ist eine perfekte Plattform“, erklärt die Designerin begeistert.

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Für Mutter, Vater, Kind bot die BABYWELT sowohl Praktisches als auch Ästhetisches, Foto: Teresa Kleinschmidt 

Ab in die Koje

„Sieht ein bisschen aus wie ein Futtertrog“, denke ich, als ich mich dem Ausstellungsstand von Kidskoje nähere. Und tatsächlich ist die Idee zu dieser tragbaren Babywiege sehr traditionell. Viele Naturvölker, von Skandinavien bis Amerika, schnitzten aus Baumstämmen Babywiegen, die gleichzeitig als Transportmittel dienten. Gerade unruhige Kinder konnten durch die geringen Ausmaße der Wiege, die an die vertraute Enge im Bauch der Mutter erinnern, und durch das sanfte Wiegen entspannter einschlafen. Die Hersteller der Kidskojen vereinen dieses Prinzip mit modernem Design und einem kleinen Extra: Wenn euer Baby der Wiege entwachsen ist, lässt sie sich, mit dem passenden Unterbau, in einen praktischen Spielwagen umwandeln, mit dem euer Schatz seine Puppen und Bauklötze durch die Gegend fahren kann. Erst tragbare, federleichte Wiege, dann Bollerwagen. Ein Accessoire mit Mehrwert.

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Los gehts, Männer, macht eure Frauen und Kinder stolz, Foto: Teresa Kleinschmidt

Am Ende zieht es mich dann doch noch einmal zur Bühne. Und ich komme gerade recht, denn genau in diesem Moment treten vier eifrige Papas, unter den Anfeuerungsrufen ihrer Familien, im Baby-Wettanziehen gegeneinander an. Auf lebende Objekte wurde in diesem Fall verzichtet. Plüschnashorn, -Bär, -Panda und –Kamel müssen stattdessen herhalten. Alle Väter legen sich mächtig ins Zeug, beweisen aber gleichzeitig, dass sich die Anzieh-Routine noch nicht wirklich eingestellt hat. Besonders nicht, wenn es schnell gehen soll. Und am Ende kann es doch wieder nur einen geben. Der strahlende Sieger und Gewinner der Wickeltischauflage wird von seiner Familie frenetisch gefeiert, während die umstehenden Mütter und Väter, die sich gedrückt haben, immer noch schadenfroh grinsen. Ich grinse auch und hänge mich dann an eine Müttergruppe mit schwerbepackten Kinderwagen, die Richtung Ausgang ziehen. So viele Tüten, nur für die ganz Kleinen. Manchmal wäre ich auch gerne noch einmal Baby.

Titelbild: Teresa Kleinschmidt

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