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Weihnachtsgeschenke-Guide: Genderneutrales Spielzeug für Kleinkinder

genderneutrales Spielzeug
Helena
Geschrieben von Helena

Weg von verstaubten Klischees!

Ihr habt bereits damit begonnen, eure Kinder geschlechtsneutral zu erziehen oder wollt jetzt damit starten? Dann haben wir heute den passenden Weihnachtsgeschenke-Guide für euch! Die Kleinkind-Pädagogin, Expertin für frühkindliche Entwicklung und Kindsgut-Produkt-Managerin Sarah Maria Röckel empfiehlt euch nämlich genderneutrales Spielzeug für Kleinkinder und hat noch weitere Infos und Tipps für euch!


Nach unserem ersten Beitrag zur geschlechtsneutralen Erziehung gehen wir heute in die zweite Runde und wollen euch noch mal mit Tipps von der Expertin Sarah, die zudem selbst Mutter ist, versorgen. Durch ihre Tätigkeit als Produkt-Managerin des Spielzeug- und Accessoire-Labels Kindsgut kann sie euch aus erster Hand hochwertige, schadstofffreie und genderneutrale Spielzeug für Kleinkinder empfehlen, die sich auch perfekt als Weihnachtsgeschenk machen. Natürlich wollten wir von ihr auch noch mal wissen, wieso typisches Mädchen- bzw. typisches Jungen-Spielzeug die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen kann.

Welche Botschaft vermittelt stereotypisches Spielzeug?

Sarah: Das kommt natürlich ganz auf das Spielzeug an, aber das grundlegende Problem ist, dass diese Art von vermeintlich typischem Spielzeug suggeriert, bestimmtest Spielzeug sei nur für ein Geschlecht gedacht. Das ist natürlich Quatsch! Die Idee dahinter kommt, wenn wir ehrlich sind, aus Marketingabteilungen. Babys und Kinder machen von sich aus keine bis wenig Unterschiede in ihrem Spielverhalten, wenn man sie nicht gewisser Werbung oder anderweitig vorgelebten Stereotypen aussetzt.

Kinder fangen früh an, sich dann nur dem einen Geschlecht zugehörig zu fühlen, wenn wir hier solche Unterschiede machen – und wenn beispielsweise ein Mädchen dann das Bedürfnis hat, mit einem „Jungen-Spielzeug“ zu spielen, bekommt es das Gefühl, dass es nicht richtig ist. Das Thema Selbstbestimmung spielt hier eine große Rolle. Diese ist nämlich nicht möglich, wenn Erwachsene festlegen, für welches Geschlecht welches Spielzeug geeignet sei. Dann vermitteln wir den Kindern, dass es ein Richtig und Falsch der eigenen Bedürfnisse gibt. Wenn der Junge das Bedürfnis hat, mit der Puppe zu spielen – die ja eigentlich ein Mädchen-Spielzeug ist und seiner Schwester gehört–, ist dann sein Bedürfnis deswegen falsch? Die Frage ist natürlich rhetorisch, natürlich nicht! Aber: Kinder können dieses vermeintlich falsche Gefühl noch nicht einordnen. Deswegen sollten Eltern, Erzieher*innen und andere Bezugspersonen bewusst darauf achten, beim Spielen (und gerne auch darüber hinaus) auf Gender-Klischees zu verzichten und Kindern jede Form von Spielzeug anzubieten.

Mit welchem genderneutralen Spielzeug könnte man ab der Geburt starten und spielt eine geschlechtsneutrale Erziehung zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon eine Rolle?

Sarah: Es ist wichtig, sich immer wieder Gedanken darüber zu machen, wie man mit diesem Thema umgehen möchte. Das muss nicht von Geburt an immer starr bleiben, sondern ist ein Prozess, in dem man auch als Eltern neu dazu lernt, sich weiterbildet, Erfahrungen macht, sich mit anderen Eltern austauscht. Ab dem Zeitpunkt der Geburt ist es erst mal für die Eltern wichtig, dass sie ein Bewusstsein für die Thematik entwickeln. Für den Nachwuchs wird es ungefähr ab dem Kleinkindalter relevant.

Ziel sollte es sein, dass wir von verstaubten Klischees wie „die rosa Puppe ist für Mädchen“ und „mit Dinos spielen nur Jungs“ wegkommen. Dann stellt sich gar nicht mehr die Frage, welches Spielzeug für eine geschlechtsneutrale Erziehung geeignet ist. Dann spielt es keine Rolle mehr, mit was unsere Kinder spielen – Hauptsache, sie haben dabei Spaß!

Wer dennoch lieber neutrales Spielzeug bevorzugt, kann zum Beispiel auf dezente Farben wie Erdtöne zurückgreifen. Besonders Holzspielzeug ist oft verhältnismäßig neutral. Außerdem macht man zum Beispiel mit Spielzeug, das Tiermotive beinhaltet, nie etwas falsch.

Jetzt zu unserem Weihnachtsgeschenke-Guide!

Welche genderneutralen Spielzeuge eignen sich für Kleinkinder als Weihnachtsgeschenke?

Sarah: Bauklötze jeglicher Art sind im Kleinkindalter oft angesagt. Hierdurch entsteht eine gute Vorstellung von Größen, Formen etc. Türme bauen ist ebenfalls hoch im Kurs. Bei sogenannten Stapeltürmen kann von klein zu groß sortiert werden, was spielerisch die Motorik und die kognitive Entwicklung fördert. Bei diesen Produkten gibt es oft eine große Auswahl an neutralen Farben und schönen Motiven, die alle Kinder gleichermaßen ansprechend finden.

Ebenfalls ein Klassiker: Musik! Sie begeistert die meisten Kleinkinder. Mit einfachen Instrumenten wie Rasseln können Kinder austesten, welche Aktivität welches Geräusch verursacht, alleine „musizieren“ oder mit den Eltern und/oder Geschwistern bzw. Freunden zusammen Musik machen.

Außerdem oft genderneutral gehaltene Produkte sind sogenannte Lernspielzeuge, zum Beispiel wenn es darum geht, Buchstaben oder Zahlen durch das Puzzeln kennenzulernen, Balance zu verstehen oder Ähnliches.

Weitere genderneutrale Weihnachtsgeschenke für Kinder:

Bei unserem Adventsgewinnspiel könnt ihr derzeit übrigens ein Tipi-Zelt inklusive Hüpftier von Kindsgut abstauben!

Anm. d. Red.: Hier geht es zu unserem DIY für Holzbausteine!

Du bist selbst Mutter. Inwiefern achtest du bei deinem Kind auf geschlechtsneutrales Spielzeug und wie reagierst du, wenn es durch Freund*innen, Verwandte, Werbung und Ähnliches doch wieder mit dem klassischen Rollenbild konfrontiert wird und dieses akzeptiert?

Sarah: Meiner Tochter ist auch mit ihren dreieinhalb Jahren bereits bewusst, dass sie ein Mädchen ist. Und schon jetzt bekomme ich mit, dass in der Kita Unterschiede zwischen den Geschlechtern gemacht werden. Die Jungs wollen Feuerwehrmann Sam hören, die Mädchen aber lieber Bibi & Tina. Mir ist es sehr wichtig, meiner Tochter mit auf den Weg zu geben, dass sie alles gut finden darf. Dieses Jahr gab es für sie eine Dino-Party zum Geburtstag. Aber sie liebt es eben auch sehr, Puppenmama zu spielen. Bei Neuanschaffungen beziehen wir sie mit ein. Sie sucht sich die Farben selbst aus und bekommt von uns das Gefühl vermittelt, dass es bei der Auswahl kein Richtig und kein Falsch gibt.

Bekomme ich im Freundes- oder Bekanntenkreis mit, dass so Sätze fallen wie: „Das macht man aber als Mädchen nicht“ oder „das ist aber doch was für Jungs“, dann erkläre ich meiner Tochter ganz ruhig und bestimmt, dass ich denke, dass sie damit auch spielen kann oder etwas tun kann, wenn sie das möchte.

Wir bedanken uns bei Sarah ganz herzlich für das Interview!

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Titelbild: © Kindsgut

Über den Autor

Helena

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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