Schwangerschaft Vorsorgeuntersuchungen

Was passiert bei einer äußeren Wendung?

Äußere Wendung
Saskia
Geschrieben von Saskia

Eine sanfte und schnelle Methode.

Als werdende Mama und vor allem wenn es eure erste Schwangerschaft ist, macht ihr euch viele Gedanken und Sorgen. Ihr fragt euch ständig, ob es eurem Schatz gut geht und euch fällt ein Stein vom Herzen, wenn euch der Frauenarzt bestätigt, dass die Ultraschalluntersuchung und das CTG alle beunruhigenden Gedanken in Luft auflösen konnte. Doch wie sollt ihr damit umgehen, wenn euch der Arzt plötzlich mitteilt, dass euer Baby noch immer in Beckenendlage liegt und somit keine ideale Geburtsposition garantiert werden kann? Zu allererst probiert ihr alle möglichen sanften Tipps, um euer Kleines zu einer Drehung zu „überreden“. Konnten diese euren Wurm nicht überzeugen, fällt genau dann die Frage, ob ihr mit dem Versuch einer „äußeren Wendung“ einverstanden seid. Und was heißt das jetzt genau?


Jahrhunderte alte Technik

Die „äußere Wendung“ ist keine neumodische Erfindung, sondern wird bereits seit Jahrhunderten von Geburtsmedizinern praktiziert, um einen drohenden Kaiserschnitt oder eine vaginale Steißgeburt zu vermeiden. Zur Option wird sie dann, wenn euer Wurm in der 36. Schwangerschaftswoche noch immer nicht mit dem Kopf nach unten (und somit in der sogenannten Schädellage) liegt. Bevor ihr die äußere Wendung in Betracht zieht, gibt es allerdings noch andere Methoden, mit denen ihr versuchen könnt, euer Kind in die richtige Position zu manövrieren. Hebammen und Ärzte sind diesbezüglich eure ersten Ansprechpartner. Erst, wenn diese Möglichkeiten erfolglos geblieben sind, solltet ihr die „äußere Wendung“ in Betracht ziehen. Im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf wird dieser äußerliche Eingriff, der nur mit geringen Risiken verbunden ist, mit einer Erfolgsquote von 50-60 Prozent (bei 327 Wendungsversuchen sind im Jahre 2014 54,4 Prozent geglückt) fast schon täglich durchgeführt. Mit sanftem Druck auf euren Bauch und gezielten Handgriffen versucht ein erfahrener Geburtsmediziner euer Baby in die richtige Position innerhalb der Gebärmutter zu bringen.

Äußere Wendung – was passiert genau?

Der Versuch der Wendung wird meist ambulant in einem Krankenhaus durchgeführt. Falls möglicherweise doch Komplikationen auftreten, befindet sich für euch ein OP-Team in Rufbereitschaft. Zunächst wird der Arzt mithilfe des Ultraschalls die Lage und Größe eures Kindes feststellen. Außerdem prüft er, ob genügend Fruchtwasser vorhanden ist und wo genau die Plazenta sitzt. Sofern aus Sicht des Arztes nichts gegen die Wendung spricht, wird er gemeinsam mit einer Hebamme, die mögliche Wehentätigkeiten anhand des CTGs überwacht, mit dem Versuch der Wendung beginnen. Sofern ihr bereits Wehen habt, wird euch ein Medikament verabreicht, das diese hemmt. Nur so kann sich euer Uterus auch wirklich entspannen.

Sofern dann auch ihr bereit seid, übt der Arzt mit speziellen Handgriffen Druck auf den Unterbauch aus, um den Po eures Kindes aus dem Becken zu heben, ertastet dann das Köpfchen und führt es entweder zu einer Vorwärts- oder Rückwärtsrolle heran. Dieser Eingriff verläuft nicht immer schmerzfrei und ihr habt die Möglichkeit, den Vorgang abzubrechen, wenn es für euch zu unangenehm wird. Im Optimalfall ist die Wendung aber bereits nach drei bis fünf Minuten vollbracht. Darauf dürft ihr euch endlich wieder ganz entspannen und werdet ungefähr noch eine dreiviertel Stunde unter Beobachtung stehen und auch die Herztöne eures Würmchens stehen gleichfalls unter Kontrolle. Erst wenn nach dieser knappen Stunde alles in Ordnung ist, dürft ihr das Krankenhaus wieder verlassen. Am Folgetag wird dennoch ein erneutes CTG geschrieben, um auch letzte Komplikationen ausschließen zu können.

Gibt es optimale Bedingungen?

Dies lässt sich natürlich nicht zu 100 Prozent beantworten, da jeder Wendungsversuch ganz individuell behandelt werden muss und niemand genau sagen kann, wie euer Baby und ihr selbst darauf reagiert. Dennoch ist der Eingriff unproblematischer, wenn euer Baby eher zierlicher ist und genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Im Idealfall also ungefähr bis zur 36. Schwangerschaftswoche. Dennoch kann es selbst nach einer geglückten Wendung passieren, dass sich euer Kleines wieder zurück in Beckenendlage dreht. Dann würde sich die Frage stellen, ob ihr einen erneuten Eingriff angehen wollt.

Wann ist das Risiko zu hoch?

Grundlegend wird euch der Arzt genauestens darüber informieren, ob die Wendung für euch in Frage kommt und mit welchen Risiken ihr möglicherweise zu rechnen habt. In folgenden Fällen sollte kein Eingriff vorgenommen werden:

    • Euer Baby ist möglicherweise unterversorgt
    • Die Plazenta liegt vor dem Muttermund (Plazenta Preavia)
    • Ihr hattet einen vorzeitigen Blasensprung
    • Euer CTG zeigt Auffälligkeiten
    • Ihr erwartet Zwillinge
    • Es besteht eine Fehlbildung am Uterus
    • Die Nabelschnur hat sich (mehrmals) um den Hals eures Kindes gewickelt

Video: YouTube

Bild: Photographee.eu

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

Hinterlasse ein Kommentar