Baby Gesundheit

Unendlich viel Liebe: Das Baby auf der Erbse?

Saskia
Geschrieben von Saskia

Zu viel Aufmerksamkeit? Gibt’s nicht!

Euer Kind ist noch kein Jahr alt und dennoch fragt ihr euch als frischgebackene Eltern bereits in den ersten Monaten, ob ihr euren kleinen Schatz schon verwöhnen könnt? Kommen dann auch noch Sprüche von den Großeltern oder Freunden hinzu, die der Meinung sind, ihr verhätschelt euer Baby, seid ihr noch verunsicherter.  Schließlich soll euer Nachwuchs nicht gleich zum Satansbraten werden, wenn er mal nicht seinen Willen bekommt. Stattdessen wünscht ihr euch ein hilfsbereites Kind, das irgendwann „danke“ und „bitte“ sagt und es akzeptiert, dass Mama und Papa nicht immer die Retter in der Not sind. Aber kann ein zu viel an Liebe und Aufmerksamkeit einem Kleinkind wirklich schaden? 


Festhalten

Um euch gleich zu beruhigen: Gerade in den ersten Monaten solltet ihr euer Kind mit Liebe, Zuneigung und körperlicher Wärme überschütten. Ärzte, Hebammen und Psychologen werden euch bestätigen, dass die ersten Monate so innig wie möglich zwischen Eltern und Kind sein sollten, um ihr Urvertrauen zu stärken. Laut dieser Studie haben Kinder, die viel Körpernähe erfahren durften, sogar einen höheren IQ, sind ausgeglichener und seltener hyperaktiv. Ein Tragetuch und viele Kuschelmomente sind also sehr zu empfehlen und die Besserwissersprüche eurer Mitmenschen versucht ihr schlicht zu überhören. Denn sich ewig in Rechtfertigungen und Diskussionen zu verstricken, führen zu Frust und rauben euch viel Energie.

Loslassen

Ungefähr ab dem achten Lebensmonat kann ein Baby bereits einige Dinge ganz alleine bewältigen. Das macht Eltern nicht nur stolz, sondern bedeutet auch, dass sie ab jetzt häufiger loslassen und vor allem mehr Geduld aufbringen müssen. Denn dem Kind nicht mehr alles abzunehmen, es nicht immer in Watte zu packen und vor allen Ärgernissen zu bewahren, fördert seine Entwicklung und das Selbstvertrauen. Doch Eltern bricht es schnell das Herz, wenn das Würmchen weint, weil es sich den Kopf an der Tischkante gestoßen hat oder der Nachbarsjunge die Sandförmchen klaut. Und auch den ein oder anderen Wutanfall gilt es für euch ab jetzt zu ertragen. Und wenn es nur der weggerollte Ball oder der umgekippte Turm aus Bausteinen ist. Wichtig ist dann: Helikopter in der Garage lassen! Helft eurem Kind nicht, den Turm gleich wieder aufzubauen und springt nicht dem Ball hinterher, nur damit es wieder „Ruhe gibt“. Ansonsten müsst ihr damit rechnen, dass der kleine Schatz es als selbstverständlich empfindet, wenn ihr ihm gleich all die kleinen Sorgen abnehmt. Klar müsst ihr dafür auch mal schlechte Laune in Kauf nehmen, aber dafür lernt euer Kind auch schnell, dass nicht immer alles nach Wunsch verläuft und dass es die eigene Initiative benötigt, das Spielzeug wieder selbst zurückzuholen oder sich ab jetzt daran zu erinnern, dass das Hochziehen in der Nähe einer Tischkante weh tun kann.

Zu viel des Guten

Kinder können ganz schön fies werden, wenn sie ihren Willen nicht bekommen. Das kann gerade in Supermärkten und in Spielwarenabteilungen eine große Geduldsprobe für euch werden. Und hier gilt „leider“ der gleiche Rat, wie bei dem weggerollten Ball. Gebt ihr zu schnell nach, nur damit ihr wieder ein zufriedenes Kind im Arm oder an der Hand halten könnt, werdet ihr immer häufiger mit der gleichen unangenehmen Situation konfrontiert. Denn natürlich merkt sich euer Kind, dass es nur lange genug schreien oder weinen muss, um die Süßigkeit oder das Spielzeug zu bekommen. Bleibt ihr euch und euren Grenzen von Anfang an treu, wird es auch für das Kind einfacher und es erinnert sich schneller daran, dass sein Aufstand nicht zum gewünschten Erfolg führt. Das gilt übrigens auch für Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke. Ein Baby kann noch keine Wünsche äußern, aber ein zu viel an Kuscheltieren und Co. wird euren Schatz trotzdem überfordern. Ist das Kind bereits einige Monate alt, sollte ihm auch nicht jeder Spielzeugwunsch erfüllt werden. Denn abgesehen davon, dass es damit eher zu Maßlosigkeit erzogen wird, beschäftigt es sich immer nur eine kurze Zeit mit einzelnen Dingen und der Lerneffekt bleibt damit auf der Strecke.

Titelbild: © famveldman

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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