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Tee in der Schwangerschaft: Welche Sorten könnt ihr trinken?

Tee in der Schwangerschaft
Saskia
Geschrieben von Saskia

Vorsicht vor wehenfördernden Tees!

Besonders in der kalten Jahreszeit ist Tee ein gesunder und wärmender Durstlöscher. Allerdings ist bei Tee in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Denn obwohl Kräuter, Früchte und Co. häufig heilende und lindernde Kräfte haben, können sie bei Schwangeren riskante Nebenwirkungen auslösen.


In der Schwangerschaft habt ihr einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf von zweieinhalb bis drei Litern täglich. Ein leckerer und wärmender Tee ist dann ideal. Im Sommer empfiehlt es sich natürlich, die Tees kalt zu genießen. 😉

Welcher Tee ist in der Schwangerschaft erlaubt und welcher nicht?

Ein Großteil der Teesorten ist während der Schwangerschaft mit Vorsicht zu genießen oder sogar tabu, da sie in zu großen Mengen Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Am besten klärt ihr eure Vorlieben und Beschwerden zuerst mit eurem behandelnden Arzt und eurer Hebamme ab und entscheidet dann gemeinsam, welche Teesorten ihr in welchen Mengen zu euch nehmen könnt. Generell lautet die Devise, dass ihr jeden Tee nur in Maßen trinken solltet.

Welche Teesorten sind in der Schwangerschaft unbedenklich?

Kamillentee

Kamillentee ist ein wahrer Alleskönner in der Schwangerschaft und kann bei Schlafproblemen, Sodbrennen, Magen-Darm-Beschwerden und bei Reizzuständen wahre Wunder bewirken.

Lavendeltee

In der Schwangerschaft haben viele Frauen mit Einschlafproblemen und einem unruhigem Schlaf zu kämpfen. Lavendeltee beruhigt und fördert einen erholsamen Schlaf. Lavendel soll außerdem krampflösend und antibakteriell wirken.

Fencheltee

Fenchel beruhigt den Magen-Darm-Trakt und kann Beschwerden wie Blähungen oder Magenkrämpfe lindern oder vorbeugend verwendet werden.

Rooibostee

Eine sehr beliebte und milde Teesorte, die viele Mineralien, Eisen und Antioxidantien enthält. Ebenfalls enthalten ist der Pflanzenstoff Rutin, der eure Gefäßwände stärken und somit Krampfadern und Thrombose vorbeugen kann. Zudem lindert Rooibostee Magen-Darm-Beschwerden, hemmt beziehungsweise dämpft das Stresshormon Cortisol und unterstützt die Bildung des Glückshormons Serotonin.

Melissentee

Auch Melissentee ist ideal, wenn ihr an Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafproblemen leidet. Melisse wirkt nämlich krampflösend und beruhigend.

Thymiantee

In der Schwangerschaft erkältet zu sein, ist nicht gerade angenehm. Selbst homöopathische Mittel wie Sinupret und Nasentropfen sind in der Schwangerschaft tabu. Thymiantee kann Erkältungssymptome wie Husten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern. Als Schwangere zählt ihr übrigens auch zur Grippe-Risikogruppe. Speziell dann, wenn ihr im Herbst oder Winter schwanger seid. Vorbeugen könnt ihr am besten mit einer Schutzimpfung gegen Grippe.

Hagebuttentee

Wenn ihr Früchtetee mögt, könnt ihr auf Hagebuttentee zurückgreifen. Die Hagebutte gilt aus gutem Grund als heimische Superfrucht, denn sie enthält zum Beispiel die Vitamine A, B, C, E und K, Pektin, Calcium, Magnesium und Eisen. Hagebuttentee fördert zum Beispiel die Verdauung, wirkt leicht abführend und stärkt das Immunsystem sowie die Regeneration des Bindegewebes.

Welche Teesorten sind in der Schwangerschaft mit Vorsicht zu genießen?

Die folgenden Teesorten solltet ihr nur nach Absprache mit eurem Frauenarzt oder eurer Hebamme trinken:

Pfefferminztee

Wenn ihr in der Schwangerschaft von Übelkeit, Sodbrennen und/oder Magen-Darm-Krämpfen heimgesucht werdet, kann Pfefferminztee diese Beschwerden lindern. Trinkt ihr zu viel davon, kann er allerdings Gebärmutter-Kontraktionen auslösen.

Schwarzer Tee

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Schwarztee solltet ihr in der Schwangerschaft nur in Maßen trinken, da sie sich ihren Weg bis zum ungeborenen Baby bahnen. Zudem beeinträchtigt Koffein die Eisenaufnahme aus der Nahrung und kann zu Verstopfung führen. Wurde bereits ein Eisenmangel bei euch festgestellt, besprecht den Konsum koffeinhaltiger Getränke auf jeden Fall mit eurem Arzt oder eurer Hebamme. Habt ihr keinen Eisenmangel und verzehrt keine weiteren koffeinhaltigen Getränke, könnt ihr zwei bis drei Tassen Schwarztee pro Tag trinken.

Grüner Tee

Ein gesunder Tee, der viele Mineralien und Bitterstoffe sowie Koffein enthält. Allerdings in abgeschwächter Form und die anregende Wirkung setzt in der Regel später ein. Umso größer ist allerdings das Risiko, zu viel davon zu trinken. Die Verzehrmenge von zwei bis drei Tassen pro Tag sollte auch hier nicht überschritten werden.

Ingwertee

Ingwertee hilft gegen Übelkeit und Erbrechen. Allerdings gilt auch hier Vorsicht, da er in zu großen Mengen Wehen auslösen kann.

Salbeitee

Kann Erkältungen, Entzündungen im Hals-Rachen-Raum und Magen-Darm-Beschwerden lindern. Auf keinen Fall sollte er in der Schwangerschaft regelmäßig und in zu großen Mengen getrunken werden, da er durch das enthaltene Tannin vorzeitige Wehen oder sogar Früh- und Fehlgeburten auslösen kann.

Himbeerblättertee

Die ideale Teesorte, solange ihr sie aufgrund ihrer wehenfördernden Eigenschaften frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche trinkt. Allerdings sollte auch hier die tägliche Menge von drei bis vier Tassen nicht überschritten werden. Himbeerblättertee soll nicht nur eure Beckenmusukaltur und das Gewebe lockern, sondern auch die Gebärmutter und ihre Muskulatur stärken.

Weitere wehenauslösende Teesorten, die ihr ebenfalls nicht vor der 37. SSW trinken solltet: Frauenmantel, Schafgarbe, Brombeerblätter, Eisen- und Wermutkraut sowie Kreuzkümmel.

Welche Teesorten sind in der Schwangerschaft tabu?

Tee mit Süßholzwurzel

Die Süßholwurzel ist in Lakritz und Kräutertees wie beispielsweise Pfefferminze enthalten. Da sie die Plazentadurchlässigkeit erhöht, kann die Gehirn- und Hormondrüsen-Entwicklung beim Kind negativ beeinträchtigt und eine Frühgeburt ausgelöst werden. Lest dazu auch noch mal unseren Beitrag „Lakritz in der Schwangerschaft“.

Ginsengtee

Der Verzehr von Ginsengtee kann besonders in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten eine Fehlgeburt auslösen. Zudem wurde in Studien nachgewiesen, dass Ginseng durch eine Überstimulation männlicher Hormone zu androgynen Babys führen kann.

Johanniskrauttee

Johanniskraut wirkt zwar natürlich beruhigend, allerdings kann es auf das ungeborene Baby eine toxische Wirkung haben und irreversible gesundheitliche Schäden auslösen.

Sofern eure Lieblingstees nicht in dieser Liste auftauchen, fragt vor dem Verzehr auf jeden Fall euren Frauenarzt oder eure Hebamme, ob der jeweilige Tee Risiken oder Nebenwirkungen mit sich bringen könnte.

Titelbild: © Tetiana

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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