Baby Ernährung

SuSe II-Studie: Wie stillen Mütter in Deutschland?

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Saskia
Geschrieben von Saskia

Geburtskliniken beraten immer besser!

Die natürlichste und gesündeste Nahrung für Säuglinge und Babys ist Muttermilch. Erfreulich, dass das Stillen laut SuSe II-Studie immer weiter zunimmt. Dabei könnte man meinen, dass aufgrund unseres hektischen Lebenswandels das Anlegen an die Brust immer seltener wird. Doch immer mehr Mütter entscheiden sich für das Stillen und praktizieren es auch immer länger.


Was ist die SuSe II-Studie?

An der SuSe II-Studie, die von 2017 bis 2019 durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 966 Neu-Mütter und 109 Geburtskliniken teil. Dazu wurden aktuelle Daten zum Stillverhalten zu Stillquoten und zur Säuglingsernährung erfasst und mit den Daten der SuSe I-Studie, die von 2017 bis 2018 durchgeführt wurde, verglichen.

Ins Leben gerufen wurde die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte „Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland – SuSe II“ von der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ (DGE). Geleitet wurde sie von Frau Prof. troph. Mathilde Kersting, Leiterin des Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE), Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum und Prof. Dr. med. Thomas Lücke, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum.

Ergebnisse der SuSe II-Studie

82 Prozent der Mütter in Deutschland gaben an, ihren Babys die Brust zu geben. Nach zwei Monaten waren es immer noch über 70 Prozent und somit zehn Prozent mehr als vor 20 Jahren. Mit vier Monaten fütterten noch 56 Prozent der Frauen ihr Kind ausschließlich mit Muttermilch. Bei der SuSe I-Studie waren es mit vier Monaten nur 33 Prozent. Nach zwölf Monaten haben laut SuSe II-Studie noch 41 Prozent der Mütter ihre Kinder begleitend zur Beikost gestillt, mit der ungefähr zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat begonnen werden sollte.

Die Stillempfehlungen der nationalen Stillkommission lauten, dass in den ersten vier bis sechs Monaten ausschließlich gestillt werden sollte. Nach der Einführung von Beikost sollten Säuglinge weiterhin begleitend mit Muttermilch gefüttert werden.

Die Erhebung zeigt auch die positive Entwicklung befragter Geburtskliniken, die immer häufiger die nationalen Empfehlungen zur Stillförderung umsetzen würden. Auch hier sei festgestellt worden, dass die teilnehmenden Kliniken im Vergleich zur SuSe I-Studie besser abgeschnitten haben. Die Empfehlungen zur Stillförderung zielen darauf, Neu-Müttern direkt nach der Entbindung beim Anlegen an die Brust intensiv zu betreuen und zu beraten, ihnen durch zusätzliche Maßnahmen das Stillen zu erleichtern und die Mutter-Kind-Bindung zu fördern. Dazu zählt zum Beispiel das sogenannte „Rooming-in“ auf Geburtsstationen.

Vorteile von Rooming-in

Rooming-in bedeutet, dass das Baby-Bett rund um die Uhr direkt neben dem Bett der Mutter platziert wird. Das hat viele Vorteile für euch und euer Neugeborenes, denn ihr könnt euch in entspannter und privater Atmosphäre kennenlernen. Dazu zählt bei Säuglingen auch das Erkunden eurer Brust. Während euer Baby in eurem Bauch noch rund um die Uhr mit Nährstoffen versorgt wurde, gewöhnt es sich nach der Entbindung erst langsam an regelmäßige Fütterungszeiten. Exakte Zeitfenster zum Füttern sorgen also in den ersten Tagen nach der Geburt beim Kind sowie bei der Mutter eher für Stress und Druck. Durch Rooming-in könnt ihr wesentlich entspannter und spontaner agieren, nach Bedarf stillen und Schritt für Schritt einen gemeinsamen Rhythmus finden.

Warum stillen Mütter heute mehr und länger als zuvor?

Neben der Schlüsselrolle, die den Geburtskliniken zukommt, weiß man zum Beispiel noch gar nicht so lange, dass Muttermilch unglaublich viele und wichtige Nährstoffe für das Kind enthält, die die körpereigenen Abwehrkräfte stärken und vor Allergien und Übergewicht schützen. Weitere Vorteile:

„Muttermilch ist praktisch, da sie im Prinzip immer verfügbar ist, sie ist hygienisch und hat Vorteile für den Umweltschutz. D. h., praxisrelevante Vorteile sind beim Stillen auch immer da. Auch passt sich Muttermilch im Laufe der Stillzeit optimal dem Nährstoffbedarf der Säuglinge an“, so Prof. Kersting.

Das komplette Interview mit der SuSe II-Studienleiterin Frau Prof. Kersting findet ihr auf dem DGE-Blog. Darin erfahrt ihr auch, wie man beispielsweise Problemen beim Stillen und Brustentzündungen vorbeugen kann. Lest hier, wieso das Stillen auch für Mütter gesund ist.

Titelbild: © Maira Ribelles

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Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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