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Studieren mit Kind – Finanzielle Unterstützung

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Diese Stellen unterstützen euch finanziell!

Ihr seid nicht allein! Im ersten ma-gazin-Artikel zum Thema „Studieren mit Kind“ haben wir euch bereits über die Vor- und Nachteile einer Schwangerschaft während des Studiums aufgeklärt. Jetzt wird es konkreter, denn es geht um das liebe Geld, das gerade bei Studierenden an allen Ecken und Enden fehlt. Und dann kommt auch noch ein Baby dazu? Wie ich bereits sagte: Es wird nicht leicht, aber entmutigen lassen braucht ihr euch davon noch nicht.


Da der Student und die Studentin an sich ja ohnehin wenig Geld zur Verfügung haben, sollte man sich früh über mögliche Unterstützung informieren. Diesbezüglich gibt es unterschiedliche Stellen, bei denen ihr anfragen könnt. Finanziell steht ihr also nicht völlig alleine da.

Elterngeld und Kinderzuschlag

Nach der Geburt solltet ihr, als frischgebackene Eltern, sofort den Antrag auf Elterngeld stellen. Dieses wird abhängig von dem zuvor bezogenen Einkommen berechnet und wird für einen Zeitraum von 12 Monaten ausgezahlt. Bei Alleinerziehenden und Eltern, die Partnermonate in Anspruch nehmen, wird das Elterngeld höchstens 14 Monate gezahlt. In einigen Fällen besteht auch Anspruch auf den sogenannten Kinderzuschlag, der höchstens 140 Euro im Monat beträgt und bis zu 36 Monate lang ausgezahlt wird. Kleinvieh macht eben auch Mist.

Kindergeld

Für das erste Kind werden derzeit 184 Euro Kindergeld gezahlt, das auch Studierenden mit Kindern zusteht. Auch dafür muss möglichst sofort nach der Geburt ein entsprechender Antrag bei der zuständigen Familienkasse gestellt werden. Darüber, welche Unterlagen, abgesehen von der Geburtsurkunde, hierfür vorgelegt werden müssen, solltet ihr euch im Vorweg informieren.

BAföG und ALG II

Die Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz sind eine Klasse für sich und bei baldiger Elternschaft bei Studenten gestaltet sich die Situation noch komplizierter, als sie ohnehin schon ist. Denn das BAföG-Geld darf eigentlich nur gezahlt werden, wenn auch studiert wird. Jedoch gibt es genau dafür während der Schwangerschaft keine Garantie, da sich der Weg zur Uni und die Teilnahme an den Seminaren irgendwann nicht mehr mit den „anderen Umständen“ vereinbaren lassen. Auch die Zeit nach der Geburt, die laut Mutterschutz dem Kind gelten sollte, muss bei einer Unterbrechung oder einer Beurlaubung von drei Monaten dem BAföG-Amt gemeldet werden. Danach wird zwar kein BAföG mehr gezahlt, man kann jedoch bei Wiederaufnahme des Studiums eine Verlängerung des Anspruchs auf Förderung geltend machen.

Sobald die BAföG-Zahlungen gestoppt werden, kann jedoch Arbeitslosengeld II (ALG II) beantragt werden, sofern die persönlichen Voraussetzungen dies zulassen. Hierbei gelten die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen beim Arbeitslosengeld II. Auch der so genannte schwangerschaftsbedingte Mehrbedarf kann, neben dem ALG II, beantragt werden. Dieser kann z.B. für besonders verordnete Ernährung, Schwangerschaftsbekleidung in Bezug auf Mehrbedarf für Alleinerziehende in Anspruch genommen werden, falls sich einer der beiden Elternteile aus dem Staub gemacht haben sollte.

Kindesunterhalt und Unterhaltsvorschuss

Eine weitere staatliche Anlaufstelle für finanzielle Unterstützung kann das Jugendamt sein. Für den Fall, dass sich z.B. der leibliche Vater nicht um den Unterhalt des Kindes kümmert oder kümmern kann, übernimmt dies das Jugendamt vorläufig und leistet einen Unterhaltsvorschuss, der bis zum sechsten Lebensjahr gezahlt wird. Falls ihr euch vorher über die Höhe des Unterhalts informieren wollt: Diese lässt sich grob mittels der so genannten Düsseldorfer Tabelle bestimmen.

Wohngeld

Für Studierende mit Kind besteht zudem die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen. Die Höhe des Betrages ist abhängig von der Miete, dem Einkommen und der Haushaltsgröße. In der Regel wird Wohngeld von der zuständigen örtlichen Wohngeldstelle für ein Jahr bewilligt. Zur Antragstellung werden alle Einkommensnachweise (auch BAföG-Bescheide), eine Studienbescheinigung sowie ein Beleg über die Miethöhe benötigt.

Bundesstiftung Mutter und Kind

Die Unterstützung durch die Bundesstiftung Mutter und Kind ist dann möglich, wenn die werdende Mama sich an eine Schwangerschaftsberatungsstelle gewendet und die Unterstützung durch die Stiftung beantragt hat. Außerdem müsst ihr im Besitz eines Schwangerschaftsattests oder eines Mutterpasses sein. Die Bundesstiftung Mutter und Kind hilft werdenden Müttern in Notlagen mit ergänzenden Zuschüssen, sofern andere Sozialleistungen zur Lebenshaltung und zur Betreuung nicht ausreichen oder zu spät eintreffen.

Weitere wertvolle Tipps und Auskünfte findet ihr auch direkt an der Uni. Studentenwerke, Vertretungen der Studierenden, wie z.B. der AStA, die Frauenbeauftragte oder das Gleichstellungsbüro und, wenn vorhanden, Servicebüros, die sich speziell um die Belange von Studierenden mit Kind kümmern, sind zuverlässige Informationsquellen zum Thema.

Titelbild: Edyta Pawlowska

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