Eltern Schulkind

Studie: Wie können Eltern zum Schulerfolg ihrer Kinder beitragen?

Schulerfolg
Geschrieben von Helena

Selbstständigkeit statt Kontrolle!

Als Eltern von Schulkindern fragt ihr euch sicher häufiger, wie ihr sie in der Schule unterstützen und so ihren Schulerfolg positiv beeinflussen könnt. Ist euer erster Gedanke auch ihre Hausaufgaben zu kontrollieren? Einer aktuellen Forschungsarbeit der Technischen Universität München zufolge bringt diese Maßnahme eher wenig.


Die PISA-Studien machen deutlich, dass die Leistungen der Schüler*innen mit den familiären Verhältnissen steigen und fallen, die damit einflussreicher als beispielsweise die Klassengröße oder Investitionen ins Bildungssystem sind. Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien an der TUM (ZIB) hat nun 1.700 einzelne Studien zum Schulerfolg ausgewertet und die Ergebnisse zusammengetragen. Und wie können Eltern und Schulen speziell benachteiligte Schüler*innen nun konkret unterstützen?

Selbstständigkeit von Kindern fördern

Laut Studie entwickeln Kinder eine positivere Einstellung zum Lernen, wenn sie von Eltern motiviert werden, die Aufgaben eigenständig und durch eigene Lösungswege zu erarbeiten, anstatt aktiv daran beteiligt zu sein und sie zu kontrollieren. Voraussetzung dafür ist, dass Eltern eine lernfreundliche Umgebung schaffen. Ebenfalls hilfreich sind Regeln, wann und wo die Schulaufgaben gemacht werden und wann Hilfestellungen und Feedback nötig sind. Spielerische Konzentrationsübungen können eure Kids auch mal ausprobieren. Vorausgesetzt, sie haben Lust darauf.

Positive Erwartungshaltung der Eltern

Anstatt die Schulaufgaben zu kontrollieren, ist eine positive Erwartungshaltung zur Bildung für eure Kinder wesentlich förderlicher, um zu ihrem Schulerfolg beizutragen. Dazu zählt beispielsweise, dass ihr gemeinsam über mögliche Schulabschlüsse und Berufe sprecht, Lernstrategien erarbeitet und dass ihr positive und negative Schulleistungen immer nur auf einzelne Aufgaben bezieht und nicht verallgemeinert. Damit bewirkt ihr, dass eure Kinder sich in den einzelnen Fächern mehr zutrauen. Über die Wichtigkeit von Bildung im Allgemeinen zu sprechen, hat dagegen keinen positiven Effekt auf den Schulerfolg.

Elterliches Engagement an der Schule

Kinder, deren Eltern sich an Schulen ehrenamtlich zum Beispiel bei Schulveranstaltungen engagieren und beispielsweise im Elternbeirat sind, sind motivierter und leistungsstärker. Allerdings zeigt die Studie hier nur einen Zusammenhang und keine Kausalität auf. So ist es auch möglich, dass sich Eltern häufiger engagieren, wenn ihre Kinder bereits gute Leistungen erbringen. Dagegen wirkt sich die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonal kaum auf die Leistungen eines Kindes aus.

Schulen können Familien unterstützen

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Beteiligung der Eltern die Leistung und Motivation der Schülerinnen und Schüler über alle Altersstufen hinweg und unabhängig vom sozioökonomischen Status stärken kann“, so die Studienleiterin Doris Holzberger. „Umso wichtiger ist eine gute und dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Schulen und Eltern. Wenn Lehrerinnen und Lehrer die Väter und Mütter erreichen, können sie auch außerhalb des Unterrichts Kinder fördern, bei denen eine positiv wirkende Rolle der Eltern nicht selbstverständlich ist. Ein großes Potenzial, Bildungsungleichheiten zu reduzieren, besteht auch bei Eltern mit Migrationshintergrund, die tendenziell hohe Bildungserwartungen haben, aber aufgrund von sprachlichen und kulturellen Hürden nicht alle Möglichkeiten der Beteiligung ausschöpfen können.“

Titelbild: © Monkey Business

Über den Autor

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

Hinterlasse ein Kommentar