Frans Mama-Blog

Stillen in der Öffentlichkeit – immer noch ein Tabu?

Fran
Geschrieben von Fran

Stillen in der Öffentlichkeit wird immer wieder heiß diskutiert. Fran fragt sich, warum das so ist und teilt mit euch ihre Meinung zu diesem stets aktuellen Thema.

Olivia wird voll gestillt, wie ihre Schwester zuvor auch. Die Stillphase von Alice dauerte insgesamt 18 Monate. Ich stille aus Überzeugung. Die befreundeten Mütter in meiner Umgebung unterstütze ich, wo ich kann, damit sie ebenfalls eine schöne Stillerfahrung machen können. Ich bin keine Stillberaterin, aber ich habe mich viel und ausgiebig mit dem Thema befasst und kenne doch einige Tricks.

Aber darum geht es mir hier eigentlich gerade auch gar nicht. Ich habe mir in letzter Zeit Gedanken darüber gemacht, wie abstrus die Tatsache ist, dass man manchmal schief angeschaut wird, wenn man sein Kind in der Öffentlichkeit stillt. Schon alleine der Ausdruck! „Stillen in der Öffentlichkeit“ – was soll das? Man würde doch auch niemals eine Frau fragen, ob sie in der Öffentlichkeit die Flasche gibt. Man füttert sein Kind. Punkt. Wie, das sei mal dahin gestellt und jedem selbst überlassen. Stillen wäre ja rational betrachtet sogar die natürlichere und normalere Sache, im Vergleich zum Flasche geben, aber dennoch haben manche Mütter das Gefühl, sie müssten sich zurückziehen, gar verstecken. Die Brust ist in der Gesellschaft gerne gesehen, aber bitte nur als sexueller Anreiz. stillen2

Wieso ist es okay, wenn sich Frauen halb nackt in der Werbung rekeln, aber nicht, wenn ein Kind damit gestillt wird? In meinen Augen gibt es kaum einen friedlicheren Anblick, als eine Mutter, die ihr Kind ernährt. Wir brauchen nicht mehr Räumlichkeiten, in denen sich Mütter zum Stillen zurückziehen können, wir brauchen mehr Akzeptanz für die Natürlichkeit der Sache. Wenn eine Mutter aus persönlichen Gründen nicht öffentlich stillen möchte, ist das zu akzeptieren; nicht aber, wenn sie sich dazu gedrängt fühlt.

Es geht doch nur um glückliche, satte Babys und Mütter, die frei von gesellschaftlichem Druck die Wahl haben, wo sie stillen möchten. Macht es also einfach, sofern ihr es wollt!

Ich gebe zu, es kostet zu Beginn ein wenig Überwindung, aber wenn man erst mal damit angefangen hat, wird es immer leichter und dann kann einem vielleicht auch auffallen, dass es kaum jemanden gibt, der einem ein böses Wort entgegen bringt. Und die Blicke, die man kassiert (oder auch nicht), sind sowieso bedeutungslos, denn man selbst ist ja damit beschäftigt, seine Augen auf das Wesentliche zu richten: Das Kind in den Armen.

Mehr Blogbeiträge von Fran gibt es auf ihrem Mama-Blog, hier beim ma-gazin.

Titelbild und Bilder im Text: © Franziska Petersen

Über den Autor

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"Ein Kind zu bekommen, ist eine grosse Entscheidung, denn man entscheidet sich dafür, sein Herz für alle Zeit außerhalb seines Körpers zu tragen." Dieses Zitat ist so wahr, dass es fast schon weh tut. Ich habe durch meine Töchter gelernt, wie unfassbar das Leben durch ein Kinder bereichert wird und liebe jeden Tag mit ihnen. All die Anstrengungen, der Stress, einfach alles, ist es wert. Denn wenn sie mich nur einmal anlächeln, wird mir meine Mühe tausendfach zurückgezahlt.

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