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Sozialverhalten: Deshalb benehmen sich Kinder älterer Eltern besser

Sozialverhalten
Saskia
Geschrieben von Saskia

Eine späte Elternschaft birgt nicht nur Risiken!

In Deutschland liegt die Zahl der Mütter, die bei der Geburt ihrer Kinder 40 Jahre oder älter sind, bei rund fünf Prozent. Im Vergleich zu 1990 ist die Anzahl damit fast um das Vierfache gestiegen. Während Studien zu späten Schwangerschaften vor gesundheitlichen Risiken wie etwa dem Down-Syndrom, Autismus, Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen und Schizophrenie beim Kind warnen, zeigt eine niederländische Studie, dass Kinder älterer Eltern sogar seltener verhaltensauffällig sind als Altersgenossen jüngerer Eltern. 


Um das Externalisierungsverhalten (Hyperaktivität, Aggression, Aufmerksamkeitsstörung, Negativismus) und das Internalisierungsverhalten (Ängste, Depressionen) von rund 33.000 Kindern im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren auswerten zu können, griffen die Forscher der Universität Utrecht, der Vrije Universiteit Amsterdam, des University Medical Centers Groningen und des Erasmus Medical Centers auf Daten von vier bestehenden Studien zurück. Um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Alter der Eltern und dem Verhalten der Kinder herleiten zu können, wurden Eltern, Lehrer und die Kinder selbst zu ihrem Verhalten befragt. Das Alter der Mütter lag zwischen 16 und 48 Jahren, und das der Väter zwischen 17 und 68 Jahren. Alle befragten Kinder wurden nach 1980 geboren.

Wieso verhalten sich Kinder älterer Eltern besser?

Anhand früherer Studien konnte bereits festgestellt werden, dass ein gutes Sozialverhalten bei Kindern älterer Eltern besser ausgeprägt ist als bei ihren Altersgenossen. Das liege laut der Wissenschaftler beispielsweise daran, dass ältere Eltern wesentlich mehr Geduld bei der Erziehung ihrer Kinder zeigen und sich ihrer Probleme eher annehmen als jüngere Eltern. Möglicherweise spiele dabei auch die Dankbarkeit eine zentrale Rolle, die ältere Mütter und Väter in Bezug auf ihre späte Elternschaft haben. Zudem würden ältere Eltern generell gefestigter sein, hätten ein stärkeres Selbstbewusstsein und seien sich nicht zu stolz dafür, sich ihre Fehler einzugestehen, an sich zu arbeiten und andere um Hilfe zu bitten.

All diese Fähigkeiten helfen außerdem dabei, mögliche Entwicklungsstörungen beim Kind frühzeitig zu erkennen und diesen rechtzeitig entgegenzuwirken. Jüngeren Vätern und Müttern rät das Forscherteam daher, dass sie weniger mit ihren Kindern kämpfen und diskutieren und stattdessen mehr zuhören sollten. Bei der Auswertung konnten zudem keine Verhaltensunterschiede zwischen Kindern aus einkommensschwachen und Kindern aus einkommensstarken Familien festgestellt werden.

 

„In Bezug auf häufig auftretende Verhaltensprobleme haben wir keinen Grund für zukünftige Eltern gefunden, sich über die schädlichen Auswirkungen eines Kindes im höheren Alter Sorgen zu machen“, sagt Studienleiterin Marielle Zondervan-Zwijnenburg, Universität Utrecht.

 

Dennoch lassen sich die bisherigen Ergebnisse nicht auf alle Verhaltensweisen beziehen, betont das Forscherteam. Laut der Studien-Koautorin und Professorin der Vrije Universiteit Amsterdam Dorret Boomsma sei es möglich, dass Kinder älterer Eltern weniger Probleme wie Aggressionen haben, weil Mutter und Vater über mehr Ressourcen und ein höheres Bildungsniveau verfügen. Weitere Untersuchungen sollen daher folgen.

Quelle: Child Development

Titelbild: © Yakobchuk Olena

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Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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