Eltern featured Kleinkind Schulkind

So lernt euer Kind das Aufräumen

aufräumen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Routine statt Perfektion

Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Kinder entdecken spielerisch die Welt und dafür benötigen sie KEINE Ordnung. Das heißt allerdings nicht, dass ihr ihnen Ordnung im Kinderzimmer nicht beibringen könnt. Mit unseren 6 Tipps lernt euer Kind das Aufräumen Schritt für Schritt!


Alle Eltern kennen den täglichen Kampf, ihre Kinder zum Aufräumen zu motivieren. Je kleiner ein Kind ist, umso weniger wird es allerdings diese Aufforderung verstehen und nachvollziehen können. Denn der Wunsch nach Ordnung ist ein jahrelanger Lernprozess und treibt selbst Erwachsenen immer mal wieder die Schweißperlen auf die Stirn.

Aufräumen Schritt für Schritt:

1. Eltern sind Vorbilder

Ihr könnt euch nur schwer von Dingen trennen und hortet sie? Ihr habt in jedem Zimmer kleine bis große Kramecken? Wie sollen Kinder lernen, dass Ordnung das halbe Leben ist, wenn nicht nur das Kinderspielzeug in der kompletten Wohnung verstreut liegt, sondern auch eure Sachen? Dann wundert euch nicht, wenn eure Kids euch auch auf diesem Gebiet als Vorbild betrachten. 😉 Bevor ihr also euren Nachwuchs darum bittet, das Spielzeug wegzuräumen und ihre Zimmer auf Vordermann zu bringen, geht mit gutem Beispiel voran.

2. Eltern helfen mit

Je kleiner Kinder sind, umso weniger verstehen sie Sätze wie: „Räume jetzt bitte deine Sachen weg.“ Allerdings sind selbst ältere Kleinkinder und Grundschulkinder häufig noch überfordert damit, eigenständig Ordnung zu halten. Anstatt sie dann zurecht zu weisen oder gar mit Strafen zu drohen, motiviert sie, indem ihr selbst mit anpackt und ihnen zeigt, wo etwas hingehört. Statt zu sagen, dass ihr jetzt aufräumt, könnt ihr nebenbei auch eine schöne Unterhaltung beginnen. Erkundigt euch, wie der Tag eures Kindes war, besprecht, was ihr am Wochenende unternehmen könntet oder fragt, welche Gute-Nacht-Geschichte ihr am Abend gemeinsam lest. Ihr merkt, so kann selbst das Aufräumen zu einem schönen Ritual werden. 🙂

3. Keine Perfektion

Natürlich ist es schön und hilfreich, wenn jedes Spielzeug seinen festen Platz hat. Allerdings muss ein Kinderzimmer nicht perfekt aufgeräumt sein. Besonders dann nicht, wenn eure Kinder bereits einige Dinge selbstständig eingeräumt haben. Wichtig ist immer, dass sich keiner durch herumliegende Dinge (besonders in der Nacht) verletzen kann, dass Kleinteile immer ihren festen Platz in Kisten und Boxen haben und dass eure Kids lernen, dass sie mit ihren Dingen sorgsam umgehen müssen, damit sie lange Freude daran haben. Und damit das Aufräumen bei euren Kleinen auch in guter Erinnerung bleibt, lobt sie auf jeden Fall regelmäßig. 🙂

4. Spielzeug aussortieren

Die Entwicklung sowie die Interessen eurer Kinder verändern sich so schnell, dass sich bereits nach wenigen Monaten wieder ein ganzer Berg an Spielzeug und Kleidung angesammelt hat. Um das größte Chaos zu vermeiden, geht beispielsweise alle zwei Monate das Spielzeug sowie den Kleiderschrank durch und sortiert Dinge aus, die zu klein oder defekt sind und mit denen nicht mehr gespielt wird. Das hilft nicht nur euch, dem Chaos Herr zu werden. Auch eure Kids können sich somit viel besser auf ihre restlichen Dinge fokussieren, anstatt von der Masse überfordert zu sein.

5. Kindgerechte Regale und Co.

Um Kindern das Aufräumen so leicht wie möglich zu machen, versucht Barrieren wie etwa zu hohe Schränke zu vermeiden und bringt auch Regale so niedrig wie möglich an, damit euer Nachwuchs überall drankommt und Dinge selbstständig wegräumen kann.

6. Feste Regeln

Trefft mit eurem Kind eine Vereinbarung, wann es am Abend herumliegende Dinge vor dem Schlafengehen wegräumen soll. Wir empfehlen euch zum Beispiel eine Stunde vor dem Abendbrot. Dann ist nach dem Essen noch Zeit, ein wenig zu kuscheln, zu baden oder eine Geschichte vorzulesen. Zudem hilft diese Regel eurem Kind dabei, eine Routine für das Aufräumen zu entwickeln. Die Dinge, die herumliegen, sollten abends immer weggeräumt werden. Die Bausteine in die Kiste, Stofftiere und Puppen gehören ebenfalls an einen festen Platz, Bücher ins Regal, Stifte und Blätter auf den Tisch und auch herumliegende Kleidungsstücke gehören entweder in die Wäsche oder in den Schrank. Auch hier könnt ihr euren Nachwuchs je nach Alter bereits Schritt für Schritt einbinden und ihm zeigen, wie man Kleidung faltet, sortiert oder aufhängt. Hat euer Kind beispielsweise gerade begonnen, eine Eisenbahn oder einen aufwendigen Turm zu bauen oder liegt ein angefangenes Puzzle auf dem Boden, einigt euch darauf, nur die herumliegenden Schienen, Bausteine oder Puzzleteile einzuräumen. Der Rest darf solange aufgebaut bleiben, bis euer Kind kein Interesse mehr daran hat, damit zu spielen.

Jetzt benötigt ihr nur noch ein wenig Kontinuität und Geduld! Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Und damit meinen wir nicht nur die Jüngsten. 😉

Hier findet ihr außerdem die wichtigsten Tipps, um Kinderzimmer hygienisch sauber zu halten.

Titelbild: © famveldman

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

Hinterlasse ein Kommentar