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Schwangerschaftsdiabetes: Unbemerkt Zuckerkrank?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Ein großes Risiko für euch und euer Baby!

Während der Schwangerschaft verändert sich euer Körper praktisch täglich und auch kleinere sowie größere “Wehwehchen” gesellen sich dazu. Morgenübelkeit, Wassereinlagerungen, ständige Müdigkeit. Alles Dinge, die schon während oder nach der Geburt wieder verschwinden. Mit dem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) verhält es sich ähnlich. Schuld ist meist die Hormonumstellung. Betroffen sind rund zehn Prozent der werdenden Mütter. Das große Risiko ist jedoch, dass die meist zeitlich begrenzte Zuckerkrankheit schwer entdeckt wird und zu einem großen Risiko für euch und euer Baby werden kann. Wir klären euch deshalb auf!


Schwangerschaftsdiabetes ohne Symptome?

Bei einer Zuckerkrankheit sind Symptome wie Durst und vermehrtes Wasserlassen geläufig. Allerdings gilt dies nicht für die Schwangerschaftsdiabetes. Daher solltet ihr euch zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche gezielt darauf untersuchen lassen. Besteht bereits ein erhöhtes Risiko, sollte der sogenannte Suchtest (Glukosetrunk) bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft erfolgen. Selbst wenn dabei ein negativer Befund festgestellt wurde, sollte der Test ebenfalls zwischen der 24. und 28. Woche und bei Risikopersonen nochmals zwischen der 32. und 34. Woche wiederholt werden.

Was sind die Ursachen?

Verursacher der Schwangerschaftsdiabetes sind bestimmte Hormone, die insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte produziert werden. Durch sie wird den Zellen vermehrt Energie durch Glukose zugeführt. Zum gleichen Zeitpunkt setzt die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin frei, das die Glucose in die Zellen leitet und die Blutzuckerkonzentration in eurem Blut senken soll. Im Falle eines Diabetes ist die Bauchspeicheldrüse nicht zu dieser Leistung fähig, was zu einem Insulinmangel führt. In den meisten Fällen schafft der Körper es trotzdem, die körpereigene Insulinproduktion zu erhöhen. Allerdings reagieren die Zellen nicht mehr auf diesen Insulinreiz, was folglich zu einem Mangel und zu einer Erhöhung des Blutzuckers führt. Eine weitere Ursache kann eine unausgewogene Ernährung sein. Diese beinhaltet neben ungesunden Lebensmitteln auch das Essen für zwei, das viele werdende Mütter zelebrieren, aber eher für Übergewicht sorgt und euch und eurem Kind schaden kann.

Welche Frauen sind besonders gefährdet?

Ein generell erhöhtes Risiko an einer Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, haben Frauen mit folgenden Merkmalen:

  • Übergewicht
  • Diabetes im engsten Familienkreis
  • Das eigene Geburtsgewicht war höher als 4000 Gramm
  • Mehrere Fehlgeburten
  • Bei vorherigen Geburt wog das Kind mehr als 4000 Gramm

Während einer Schwangerschaft sollte auf folgende Risikomerkmale geachtet werden:

  • Alter über 30 Jahre
  • Nachweis von Glukose im Harn
  • Vermehrte Fruchtwassermenge (Hydramnion)

Welche Risiken bestehen?

Bleibt die Gestationsdiabetes unentdeckt, sind Mutter und das Kind gefährdet. Die werdende Mutter kann unter Bluthochdruck, Harnwegs- und Nierenbeckenentzündungen leiden. Bei dem ungeborenen Baby muss durch die erhöhte Insulinproduktion eine extreme Gewichts- und Größenzunahme befürchtet werden, die leider häufig mit einer guten Entwicklung verwechselt wird, obwohl es sich dabei um eine Reifestörung handelt, die vor allem die Lunge betrifft. Dabei sorgt der erhöhte Insulinspiegel im Fruchtwasser dafür, dass die Entwicklung wichtiger Zellen in der Lunge verhindert wird.

Schwangerschaftsdiabetes: Was nun?

  • Geht regelmäßig zum Arzt
  • Ernährt euch ausgewogen (Weißmehl und fettreiche Kost vermeiden)
  • Bewegt euch täglich (damit ist natürlich kein Hochleistungssport gemeint)
  • Esst NICHT für zwei
  • Kontrolliert euren Blutzuckergehalt selbst und führt Protokoll
  • Geht nach der Geburt alle 12 Monate zu einer Nachfolge-Untersuchung

Sofern eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht, kommt ihr um eine Insulintherapie leider nicht herum. Auf blutzuckersenkende Mittel müsst ihr dabei allerdings verzichten, da sie eurem Baby schaden können.

Titelbild: © sp4764

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