Schwangerschaft

Schwanger: Was ist jetzt im Job tabu?

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Saskia
Geschrieben von Saskia

Und welche Ausnahmen bestätigen die Regel?

Ihr wisst jetzt, wann ihr eurem Chef mitteilen solltet, dass ihr bald Nachwuchs erwartet. Damit einher geht auch die Frage, welche Tätigkeiten ihr ab der Schwangerschaft nicht mehr ausüben dürft. Je nach Schutzvorschriften habt ihr also nicht immer die Wahl, eure Neuigkeit lange für euch zu behalten.


Habt ihr euren Arbeitgeber informiert, schützen auch von diesem Zeitpunkt an die Rechte, die euch durch das Mutterschutzgesetz zustehen. Euer Vorgesetzter muss zudem das Gewerbeaufsichtsamt in Kenntnis setzen und sich an die Schutzvorschriften halten.

Damit ihr euch und euer ungeborenes Baby keiner unnötigen Gefahr aussetzt, sind folgende Dinge ab jetzt tabu:

  • Arbeiten, bei denen erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahr besteht. Vor allem, wenn ihr euch auf Baustellen aufhaltet, Maschinen bedienen müsst oder sogar mit giftigen oder radioaktiven Stoffen (dazu zählen auch Röntgenstrahlen) in Berührung kommt. Auch überdurchschnittlicher Lärm, Hitze, Kälte (zum Beispiel Kühlhäuser) und starke Erschütterungen solltet ihr ab jetzt meiden.
  • Alles, was schwerer als fünf Kilogramm ist, solltet ihr ab jetzt nicht mehr selbst tragen.
  • Ab dem fünften Monat dürft ihr nicht mehr länger als vier Stunden stehen. Arbeitet ihr zum Beispiel im Einzelhandel, habt ihr das Recht, dass ihr bei einer Kassiertätigkeit einen Stuhl zur Verfügung gestellt bekommt.
  • Lagertätigkeiten, bei denen ihr euch viel bücken, strecken und auf Leitern klettern müsst, sind tabu.
  • Nach dem dritten Monat dürft ihr keine Beförderungsmittel mehr wie Busse, Flugzeuge oder Taxis bedienen. Das gilt übrigens auch für Fahrkartenkontrolleure und Stewardessen.
  • Akkord- und Fließbandarbeiten sind ebenfalls tabu.
  • Länger als bis 20 Uhr oder vor sechs Uhr morgens dürft ihr ab jetzt auch nicht mehr arbeiten. An Sonn- und Feiertagen „müsst“ ihr ebenfalls ruhen. Beide Richtlinien sind allerdings noch mal von der jeweiligen Branche abhängig. Eine Ausnahme ist zum Beispiel die Gastronomie und das Beherbergungswesen. Hier dürft ihr bis 22 Uhr arbeiten. Seid ihr in der Landwirtschaft tätig, dürft ihr ab fünf Uhr morgens mit der Arbeit beginnen. Außerdem dürft ihr in künstlerischen Berufen bis 23 Uhr auf der Bühne stehen. Auch die Arbeit an Sonn- und Feiertagen ist nicht immer verboten. Allerdings muss euch euer Arbeitgeber dafür einen Ausgleichstag unter der Woche einrichten.
  •  Ihr dürft nicht länger als 8,5 Stunden täglich oder 90 Stunden innerhalb von zwei Wochen arbeiten.

Andere Tätigkeit oder OK vom Arzt und Betriebsrat

Sofern etwas von diesen Tätigkeiten für euren Beruf zutrifft, hat euer Arbeitgeber die Pflicht, euch mit anderen Aufgaben vertraut zu machen. Euer Gehalt und euer eigentlicher Posten darf davon nicht beeinflusst werden. Für alle Ausnahmen benötigt ihr ein OK von eurem Arzt und vom Betriebsrat. Sofern euch keine andere Tätigkeit angeboten werden kann, müsst ihr freigestellt werden und bekommt dabei euer volles Gehalt. Vorsicht: Sofern euch euer Arbeitgeber nahelegt, euch krankschreiben zu lassen, damit er Kosten sparen kann, solltet ihr aufpassen. Nach sechs Wochen springt zwar die Krankenkasse ein, diese zahlt jedoch ein Krankengeld von 70 Prozent des Einkommens.

Titelbild: © milazvereva

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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