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Rotaviren-Impfung schützt vor Typ-1-Diabetes

Rotaviren
Saskia
Geschrieben von Saskia

Nur bei vollständiger Impfung!

Im September 2018 erfasste das Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland 20.500 Rotaviren-Erkrankungen. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder zwischen drei und 24 Monaten. Das Rotavirus ist die häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen, höchst ansteckend und kann im schlimmsten Fall zum Tode führen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), euer Kind gegen Rotaviren impfen zu lassen. Eine US-Studie zeigt außerdem, dass eine vollständige Immunisierung gegen Rotaviren ebenfalls vor Typ-1-Diabetes schützen kann.


Forscher vermuten bereits seit längerem, dass das Rotavirus die Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes auslösen kann. Diese sorgt dafür, dass das Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Bei einer Rotaviren-Infektion produziere das Immunsystem Antikörper, die bestimmte Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) angreifen und damit Typ-1-Diabetes auslösen können.

US-Impfstudie bestätigt Schutz vor Typ-1-Diabetes

Anfang 2019 konnte bereits durch eine australische Studie nachgewiesen werden, dass eine vollständige Rotaviren-Impfung vor der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes schützen kann. Nachdem das Impfprogramm gegen Rotaviren im Jahr 2007 in Australien eingeführt wurde, sank die Zahl der Typ-1-Diabetes-Neuerkrankungen bei den unter 4-Jährigen um 14 Prozent. Bei der US-Studie wurden die Daten von 1,4 Millionen Kindern im Zeitraum zwischen 2001 bis 2017 ausgewertet und verglichen. Bei den Kindern, die eine vollständige Immunisierung gegen Rotaviren erhielten, sank das Risiko einer Erkrankung an Typ-1-Diabetes um 33 Prozent.

Hier der genaue Vergleich zwischen (vollständig) geimpften und nicht geimpften Kindern, die alle zwischen 2006 und 2017 geboren wurden:

  • Von den 540.317 Kindern, die eine vollständige Rotavirus-Impfung erhalten hatten, erkrankten 192 (12,2 / 100.000 Kinder).
  • Von den 246.600 Kindern, die keine Impfung erhalten hatten, erkrankten 166 (20,6 / 100.000 Kinder).
  • Bei den nicht vollständig geimpften Kindern war die Anzahl der Neuerkrankungen ungefähr so hoch wie bei den nicht geimpften Kindern (20,5 / 100.000 Kinder).

Eine Impfung gegen Rotaviren könnte die erste praktische Maßnahme sein, die bei der Prävention von Typ-1-Diabetes eine Rolle spielt, so das amerikanische Forscherteam um Dr. Mary A. M. Roger der University of Michigan in Ann Arbor in ihrer Publikation in JAMA Pediatrics.

 

Impfstoffe wirken unterschiedlich

Zudem konnten signifikante Unterschiede bei den Impfstoffen festgestellt werden. Zum einen wurde der monovalente Impfwirkstoff Rotarix® eingesetzt, der in zwei Dosen im Alter von zwei und vier Monaten verabreicht wird, und zum anderen der pentavalente Impfstoff RotaTeq®, der nach zwei, vier und sechs Monaten verabreicht wird. Die Studie machte deutlich, dass mit dem pentavalenten Impfstoff eine noch höhere Schutzwirkung gegen Typ-1-Diabetes erzielt werden kann. Hier konnte die Rate der Neuansteckungen um 37 Prozent reduziert werden.

BIG direkt gesund trägt Impfkosten

Bis zum dritten Lebensjahr erkranken fast 90 Prozent der Kinder am Rotavirus. Euer Kind könnt ihr ab einem Alter von sechs Wochen beziehungsweise ab der Kindervorsorgeuntersuchung U3 impfen lassen. Die Kosten werden in fast allen Bundesländern direkt über eure Krankenversichertenkarte abgerechnet. Hier findet ihr weitere Infos.

Titelbild: © javiindy

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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