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Reflux: Wenn Babys spucken

Reflux
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Wieviel ist normal?

Nachdem ihr euer Baby gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert habt, passiert es häufiger, dass euer Kleines einen Teil der Nahrung wieder ausspuckt, beziehungsweise erbricht. Diese Symptomatik wird im Fachjargon „Reflux“ bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „zurückfließen“. Wichtig ist, dass ihr euch nicht gleich verrückt macht, wenn der Mageninhalt eures Kindes mehrmals am Tag zurück in die Speiseröhre fließt, beziehungsweise ganz hinausbefördert wird. Hier die wichtigsten Fakten zum Reflux und was ihr dagegen tun könnt.


Wodurch entsteht der Reflux?

Der Reflux wird in drei Arten unterschieden:

Funktioneller Reflux

Vor allem bei Früh- und Neugeborenen geschieht der Rückfluß der Nahrung dadurch, dass das Muskelfaserband, das den Magen zur Speiseröhre verschließt, bei euren Kleinen meist noch zu schwach ist. Es befindet sich dort, wo die Speiseröhre durch das Zwerchfell geht und genau dort ist auch die Stelle, wo der Brustkorb zur Bauchhöhle übergeht. Der Druck im Brustkorb und in der Speiseröhre ist eher hoch. Ist der Muskel noch zu schwach, kann schnell nach einer Mahlzeit, nach dem Husten, Niesen oder Aufstoßen ein Teil der Nahrung wieder herauskommen. Je nach der Anatomie eures Kindes ist außerdem der Winkel zwischen Magen und Speiseröhre noch zu klein, weshalb die Milch leicht zurückfließen kann. Je älter euer Baby, umso größer wird der Winkel und stärker der Muskel und desto weniger spuckt es.

Pathologischer Reflux

Ist der Magen eures Kindes zu schnell zu stark gefüllt, erhöht sich der Druck im Bauchraum und die Nahrung fließt zu schnell in die Speiseröhre. Je schneller euer Baby trinkt, desto eher macht sich auch der Reflux bemerkbar. Bei Kindern, die mit dem Fläschchen gefüttert werden, ist das Risiko größer. Künstliche Nahrung ist schwerer zu verdauen und verweilt länger im Magen eures Kindes. Hinzu kommt, dass die Mengen meist größer sind, als bei den Kindern, die gestillt werden. Wenn euer Baby alt genug für feste Nahrung ist und spätestens um den zweiten Geburtstag herum sollte das Spucken langsam ein Ende haben.

Die beiden ersten Arten erledigen sich gewöhnlich bis zum zweiten Lebensjahr und mit dem Beginn fester Nahrung von selbst.

Sekundärer Reflux

Kinder, die unter neurologischen Erkrankungen leiden, können davon betroffen sein. Bei Lungenerkrankungen, wie zum Beispiel durch Infektionen oder bei Mukoviszidose, fällt die Luftröhre immer wieder in sich zusammen. Dadurch wird der Druck im Brustkorb niedriger und die Nahrung fließt zurück. Außerdem kann ein Zwerchfellbruch den Durchgang zur Speiseröhre erweitern, wodurch der natürliche Schutz zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr gegeben ist.

Wann ihr zum Arzt solltet

Sofern euer Baby nicht an Gewicht verliert und es nicht häufiger spuckt, als ungefähr 12 Mal am Tag, müsst ihr euch keine Sorgen machen. Erst wenn weitere Symptome hinzukommen, die euch suggerieren: mein Baby hat Schmerzen oder einen unangenehm riechenden Atem, solltet ihr den Kinderarzt aufsuchen. Häufiges Spucken greift nämlich durch die Magensäure die Speiseröhre an. Dies wiederrum kann Schwellungen und Schmerzen verursachen. Falls euer Kleines die Nahrung bereits verweigert, liegt es nahe, dass es die Nahrungsaufnahme als unangenehm empfindet. Liegt keine krankhafte Störung vor, kann euch der Arzt ein Mittel verschreiben, das die Speiseröhre vor der Magensäure schützt.

Was ihr tun könnt

Sofern eine Erkrankung ausgeschlossen werden kann, helfen euch und eurem Schatz folgende Tricks:

  • Zu viel Luft im Magen verursacht häufig auch Aufstoßen und dies bedingt auch das Spucken. Achtet darauf, dass euer Kind während der Nahrungsaufnahme und danach „Bäuerchen“ macht. Füttert ihr mit dem Fläschen, solltet ihr auf Produkte wie zum Beispiel das Anti-Colic Fläschchen von MAM zurückgreifen.
  • Je größer die Portionen, umso größer ist auch die Gefahr, dass das Bäuchlein und der Magen, zu voll sind und euer Baby aufgrund der noch zu schwachen Muskulatur spucken muss. Deshalb gilt: Füttert häufiger, dafür aber kleinere Mengen.
  • Nach der Mahlzeit und dem Bäuerchen könnt ihr euer Baby für eine halbe Stunde leicht erhöht hinlegen. Legt einfach ein eingerolltes Handtuch am Kopfende unter die Matratze. Mit einem Keilkissen unter der Krabbeldecke funktioniert es auch. Verzichtet aufgrund der Erstickungsgefahr auf bauschige Kopfkissen.

Unsere Informationen basieren auf folgender Quelle.

Titelbild: © Photographee.eu

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