Baby Gesundheit

Probleme beim Stillen: Wenn das Baby nicht will

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Es gibt viele verschiedene Probleme, die beim Stillen auftreten können. In unserem ersten Beitrag zum Thema Stillprobleme haben wir beleuchtet, welche Probleme es an und in der Brust gibt. Diesmal möchten wir euch darüber informieren, was zu tun ist, wenn euer Baby Probleme beim Stillen zeigt – ob es zu viel Luft schluckt, die Milch wieder ausspuckt oder beim Trinken weint. Wir geben euch Tipps und Tricks, wie ihr das Stillen wieder ganz entspannt mit eurem kleinen Schatz genießen könnt.


Spucken beim Trinken

In den ersten Monaten ist es völlig normal, wenn euer kleiner Schatz nach dem Trinken einen Teil der Milch wieder ausspuckt. Das gilt nicht nur, wenn die Milch sanft aus seinem Mund läuft, sondern auch, wenn sie in einem hohen Bogen nach oben kommt. Es kann sein, dass es euch vorkommt, als würde euer Baby mehr hinausbefördern, als es bei sich behalten kann. Doch ihr braucht euch keine Sorgen machen. Denn eigentlich gilt, solange euer Baby wächst und gedeiht, und es ihm gut geht, dass auch alles in Ordnung ist. Hat euer Kleines gerade gespuckt, legt es noch einmal an. Das Spucken muss nicht bedeuten, dass der kleine Magen bereits voll ist. Euer Schatz kann immer noch Hunger haben. Lasst ihn solange trinken, bis es von allein aufhört. Wenn das Spucken zu häufig auftritt, dann achtet auf eine aufrechte Haltung beim Stillen und verändert die Lage nicht zu abrupt. Versucht auch, ein Schaukeln während des Stillens auszulassen, denn das kann ebenfalls spuckfördernd wirken. Nur wenn euer Baby trotz regelmäßigen Trinkens nicht zunimmt, solltet ihr vorsichtshalber zu einem Arzt gehen und es untersuchen lassen.

Das Baby weint beim Stillen

Euer Baby hört plötzlich auf zu trinken und beginnt zu weinen? Das kann viele verschiedene Gründe haben. Deswegen ist es für euch wichtig, darauf zu achten, zu welchem Zeitpunkt das passiert. Denn, je nachdem, ob es bereits vor dem Trinken, während oder nach dem Stillen anfängt zu weinen, deutet das auf andere Ursachen hin.

Vor dem Trinken: Häufig können schon kleine Veränderungen ausschlaggebend dafür sein, dass euer Schatz in den Stillstreik tritt. Beispielsweise kann ein neuer Duft durch ein anderes Waschmittel, Duschgel oder Deo euer Baby verwirren. Achtet also darauf, dass ihr möglichst wenig Duft beim Stillen an euch tragt. Tipp: legt euch ein Still-Shirt zu, welches ihr nur  zum Stillen anzieht.
Es kann aber auch sein, dass euer Schatz vom Zufüttern Verstopfung hat und deswegen nichts zu sich nehmen möchte. Verzichtet erst einmal auf Brei und Co. Wenn sich dadurch nichts ändert, fragt eure Hebamme oder Stillberaterin um Rat.
Ein weiterer möglicher Grund, warum euer Würmchen weint und nicht trinken will, ist die sogenannte „Saugverwirrung“. Diese entsteht, wenn ihr öfters zwischen Brust und einer Nuckelflasche wechselt. Denn die Mundmotorik verändert sich und passt sich an – euer Baby saugt an eurer Brust mit einer anderen Technik, als an einem künstlichen Nuckel. Deswegen kommt es mit dem Hin- und Herwechseln nicht klar. Erleichtert es eurem Schatz und meidet vor allem in den ersten Lebenswochen alles, was die Brust ersetzen soll. Auch danach solltet ihr nicht zu oft wechseln.

Während des Trinkens: Auch für diese Situation gibt es nicht nur eine Ursache. Nicht selten liegt es an dem Geschmack eurer Milch, denn dieser lässt sich ganz leicht beeinflussen. Vor allem intensive Gewürze und körperliche Anstrengung können den natürlichen Geschmack verändern. Ein ganz einfacher Trick: esst etwas vanillehaltiges, etwa einen Jogurt oder Milchreis mit Vanillearoma. Vanille wirkt leicht neutralisierend und eure Milch schmeckt eurem Sprössling wieder angenehmer.
Nicht selten ist auch ein Schnupfen Schuld, denn wenn das kleine Näschen verstopft ist, bekommt euer Schatz während des Trinkens schlecht Luft. Ein kleiner Tropfen Muttermilch (oder isotonische Kochsalzlösung) in jedes Nasenlocht befreit und wirkt abschwellend – und euer Baby kann wieder ganz in Ruhe seinen Hunger stillen.
Manchmal hat euer Kleines aber auch Bauchschmerzen von den starken Darmbewegungen, die ab und zu beim Trinken entstehen können. Tut eurem Würmchen etwas Gutes, indem ihr ihm ein warmes Bad einlasst. Oder ihr erwärmt ein Körner-/Kirchkernkissen ein wenig und legt es ihm auf den Bauch. Wärme hilft gegen Verspannungen und Krämpfe und lindert auf sanfte Weise die Beschwerden eures Babys.

Nach dem Trinken: Meistens ist Luft im Bäuchlein verantwortlich, dass euer Baby nach dem Trinken weint. Wenn es beim Stillen zwischendurch Luft geschluckt hat, kann diese im Bauch drücken und Schmerzen auslösen. In den ersten drei Lebensmonaten kann es aber auch eine Kolik sein. Diese sind sehr schmerzhaft für euren Schatz. Leider kann man aber nicht viel machen, außer durch Wärme (wie auch oben beschrieben) das Bäuchlein zu entspannen und so etwas Linderung zu verschaffen. Auch der Fliegergriff kann in manchen Fällen helfen. Dazu haltet ihr euer Baby bäuchlings auf dem Arm und wiegt es ganz langsam und vorsichtig.

In unserem ersten Beitrag zu Stillproblemen zeigen wir euch, wie ihr mit Milchstau und Co. umgehen könnt.

Titelbild: © evgenyatamanenko – Fotolia.com

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