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Plätzchen für Kleinkinder im Test: Bestes Produkt mit “ausreichend” bewertet

Plätzchen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Das Märchen von “gesunden” Babykeksen

Ob als kleiner Snack für unterwegs oder weil eure Knirpse noch keine Torte essen sollen – Plätzchen, die extra für Kleinkinder hergestellt werden, sollten zuckerärmer als gewöhnliche Kekse und frei von Schadstoffen sein. Zumindest solltet ihr das erwarten können, wenn ihr zu diesen speziellen Produkten greift. Ökotest hat aktuell sechs Plätzchen-Produkte für Kinder geprüft. Das Ergebnis ist erschreckend!


Kunterbunte Verpackungen, die mit Bio-Siegeln und süßen Plätzchen in Tierform locken. Klar fühlen sich Eltern kleiner Kinder und natürlich die Kids selbst davon angesprochen. Doch leider bedeutet das als gesund deklarierte Gebäck von namhaften (Bio-)Herstellern längst nicht, dass es sich auch wirklich für Babys und Kleinkinder eignet.

Diese sechs Plätzchen-Produkte wurden von Ökotest geprüft:

  • Alnatura Dinkel Kekse, Bioland
  • Babylove Bio Dinkel-Butter-Kekse, Dm
  • Holle Bio-Babykeks Dinkel, demeter
  • Alete Kinderkeks
  • Bebivita Bärenkeks
  • Hipp Baby Keks

Testergebnis der Kinderplätzchen

Insgesamt fiel die Bewertung von Ökotest sehr schlecht aus. So bekamen fünf der sechs untersuchten Kinderkekse die Note “mangelhaft”. Nur eine der sechs Marken (Babylove Bio) bekam ein “ausreichend”.

Worauf wurden die Kinderkekse untersucht?

  • Angaben auf der Verpackung (Lockmittel)
  • Zuckergehalt
  • Mineralöl
  • Fettschadstoffe
  • Aromen/künstliche Zusätze

Das hat Ökotest auf den Verpackungen und in den Keksen gefunden:

Zu viel Zucker

Vier Produkte wurden bereits für Kinder ab sechs beziehungsweise acht Monaten mit Aussagen wie zum Beispiel “babygerecht” angepriesen. Da in allen Produkten zu viel Zucker enthalten ist, wurden diese Produkte mit “mangelhaft” bewertet. In einem Produkt konnten 26,4 Prozent Zuckergehalt nachgewiesen werden. Das ist für Babys und Kleinkinder definitiv zu viel! Generell sollten Kinder unter 12 Monaten noch gar keine Kekse beziehungsweise keine Lebensmittel, denen Zucker zugesetzt wurde, zu sich nehmen. Ansonsten drohen Karies und eine zu frühe Lust auf Zucker und ungesunde Lebensmittel. Hier findet ihr die wichtigsten Tipps zur Mundhygiene.

Mineralöle

Ökotest hat zudem in fünf Kekssorten Mineralöle beziehungsweise die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH nachweisen können. Am schlimmsten haben dabei die Alete Kinderkekse abgeschnitten. Die anderen vier belasteten Sorten haben “erhöhte” bis “stark erhöhte” Werte. Mineralöle können entweder während der Produktion (Kontakt zwischen Rohstoffen und Schmieröl) oder über den Kontakt mit der Verpackung in die Lebensmittel übergehen.

Fettschadstoffe

Für zwei Plätzchenmarken (Alnatura und Hipp) wurde Palmfett beziehungsweise Palmöl verwendet. Beides kann mit Fettschadstoffen belastet sein. Diese Schadstoffe werden im Magen-Darm-Trakt zu 3-MCPD und Glycidol aufgespalten. Laut der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa gilt Glycidol als erbgutschädigend und wahrscheinlich als krebserregend. 3-MCPD soll möglicherweise die Nieren schädigen oder zu (gutartigen) Tumoren führen.

Hier geht’s zum vollständigen Ergebnis von Ökotest.

Backt selbst!

Ihr wünscht euch Plätzchen für euer Kinder, die unbedenklich sind? Wir empfehlen euch, Kekse für Babys und Kleinkinder selbst zu backen. In den nächsten Wochen stellen wir euch natürlich auch noch ein paar leckere und gesunde Rezepte vor, die ihr euren Kleinen ruhigen Gewissens als Nascherei anbieten könnt.

Titelbild: © goodluz

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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