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Oscars 2020: Boykott einer Werbung für Wochenbett-Hygieneartikel

Oscars 2020
Saskia
Geschrieben von Saskia

Realität nicht erwünscht!

In diesem Jahr machten sich die Initiatoren der Oscar-Verleihung und des TV-Senders ABC doppelt unbeliebt. Abgesehen davon, dass der wichtigste Filmpreis der Welt bereits mit einem Mangel an Diversität negative Wellen schlug, glänzte er auch noch damit, eine Werbung, die lediglich die Realität einer Mutter kurz nach der Entbindung zeigt, abgelehnt zu haben. Doch wieso wurde ein Werbefilm für Hygieneartikel, die den postpartalen und ganz natürlichen Genesungsprozess während des Wochenbetts darstellt, boykottiert?


Natürliche menschliche Prozesse zwischen oscarprämierten Filmen und Schauspielern in Designerkleidern? Das geht nun wirklich nicht! Die offizielle Begründung für die Ablehnung: Der Spot sei zu drastisch, teilweise mit zu viel Nacktheit und Produktdemonstrationen seien auch unerwünscht. Der generelle Leitsatz für Oscar-Werbung lautet:

„Die Werbung für Folgendes ist nicht gestattet: Politische KandidatInnen/Positionen, religiöse oder glaubensbasierte Botschaften/Positionen, Waffen, Waffenausstellungen, Munition, Damenhygieneprodukte, Windeln für Erwachsene, Kondome oder Hämorrhoidenmittel.“

 

Was ist in dem Frida Mom-Werbespot zu sehen?

In dem Film ist der nächtliche Toilettengang einer Mutter zu sehen, die gerade entbunden hat. Im Hintergrund ihr weinendes Baby. Und weil eine Geburt den Körper nun mal strapaziert und der Heilungsprozess nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist, ist beispielsweise der Gang aufs Klo beziehungsweise der Wochenfluss (med. Lochien) ein unangenehmes bis schmerzhaftes Unterfangen. Und genau dafür gibt es Hygieneartikel wie zum Beispiel Einlagen/Windeln für Erwachsene von Frida Mom.

Die Kernaussage des Werbespots: „Genesung nach der Geburt muss nicht so schwer sein.“

Zu wenig Aufklärung über die Zeit nach der Geburt!

Die Ablehnung des Werbespots sorgte für große Kritik. Auch Schauspieler der Oscar-Verleihung wie etwa die Schauspielerin Busy Philipps (bekannt durch die US-Serie „Dawson’s Creek) äußerten sich auf Instagram wie folgt:

„Ich bin davon überzeugt, dass es unserer Kultur und Gesellschaft umso besser gehen würde, je mehr wir die Körpererfahrungen einer Frau normalisieren. Das gilt auch für die Werbung! Ihr zuckt wahrscheinlich nicht mal mit der Wimper, wenn ein Werbespot zur Erektionsstörung läuft, aber diesen verbietet ihr?! Ich finde, dass es sich hier um eine großartige Werbung handelt, die etwas zeigt, das Millionen von Frauen genau so kennen. Ich habe es so satt, in einer Gesellschaft zu leben, in der der Akt, eine Frau zu sein, von den Torhütern der Medien abgelehnt wird. Schande über sie und nicht auf uns, nur weil wir einfach menschliche Frauen sind.“

 

Die Ablehnung des Werbespots macht deutlich, dass eine realistische Darstellung und Aufklärung menschlicher Prozesse in Teilen immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Dabei könnte diese Form der öffentlichen Aufklärung vielen Schwangeren und jungen Müttern Ängste und Unsicherheiten nehmen, die postpartale Genesung somit erleichtern und den Heilungsprozess beschleunigen.

Hilfsmittel und Fragen: Krankenkassen unterstützen euch!

Ganz egal, welche Fragen ihr in der Schwangerschaft oder während des Wochenbetts habt: Scheut euch nicht, euren behandelnden Arzt, eure Hebamme oder eure Krankenkasse um Rat zu fragen. Habt ihr beispielsweise keine Nachsorge-Hebamme gefunden und ist euer Arzt nicht gleich zur Stelle, könnt ihr auch auf Services eurer Krankenkasse zurückgreifen. Bei der BIG könnt ihr euch beispielsweise qualitätsgesicherte Informationen über das BIG-Gesundheitstelefon einholen. Zudem unterstützt euch die Krankenkasse auch in puncto Hilfsmittel (z. B. Kompressionsstrümpfe, aber auch Milchpumpen).

Hier findet ihr weitere digitale Anlaufstellen für die Zeit des Wochenbetts.

Video & Screenshot: YouTube – Frida Mom

Über den Autor

Saskia

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Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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