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Nervenschonender Umgang mit kleinen Besserwissern

umgang mit besserwisser-kindern
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Kinder durchlaufen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden verschiedene Phasen. Besonders die Trotzphase zehrt an den Nerven der Eltern und man fragt sich, ob das wirklich das eigene Kind ist. Da sehnt man schon fast die Pubertät herbei – dann hat das Ganze wenigstens mal ein absehbares Ende. Besonders anstrengend: Das ständige „aber“ auf den Lippen des Kindes. Wie überstehen Eltern und Kind die Trotz- und Besserwisserphase möglichst entspannt? Was solltet ihr beim Umgang mit Besserwisser-Kindern beachten?


Zunächst einmal eine Beruhigung für alle sich sorgenden Erwachsenen. Es ist ganz normal, dass die Lütten meinen, irgendetwas besser zu wissen oder dass sie Zeugs ausplaudern, um sich besser darzustellen. Da heißt es schnell, dass die Kinder klassische Besserwisser oder altkluge Gören sind. Dabei ist besserwisserisch und altklug nicht dasselbe.

Umgang mit Besserwisser-Kindern

Altklug? Dann ist ja alles gut!

Was als erstes auffällt: Es gibt sehr viel Verwirrung um das Wort „altklug“. Was bedeutet eigentlich altklug? Die Meinungen gehen hier weit auseinander. Manche sehen dieses Wort stark negativ behaftet. Ein Kind, das immer seinen Senf dazu gibt oder immer das letzte Wort haben muss. Andere sind der Meinung, dass Altklugheit eine gute Eigenschaft ist. Es bedeutet demnach, dass ein Kind ein Wissen besitzt, das über seinem Altersdurchschnitt liegt. Da greift man zu Aufklärungszwecken schnell zum Duden und findet folgende Definition: Ein Kind, das „in seinen Äußerungen nicht kindgemäß, nicht seinem Alter, sondern eher Erwachsenen entsprechend“ redet. Laut Duden wird dem Wort „altklug“ also eine durchweg positive Bedeutung zugeschrieben. Falls euer Kind klüger ist, als seinem Alter entsprechend, kann man ja auch einfach mal stolz sein. Es gibt viele Diskussionen, bei denen dann von einer Hochbegabung des Kindes gesprochen wird. Lest dazu auch folgenden Artikel.

Umgang mit Besserwisser-Kindern: Woher kommt’s?

Wenn Mütter ihre Bedenken kundtun und der Ansicht sind, dass ihr Kind besserwisserisch ist, merkt man: Es gibt viele Meinungen und das Thema polarisiert stark. Des Öfteren bekommt man eine Retourkutsche: „Das liegt an den Eltern. Kinder sind ein Spiegelbild dessen, was ihnen vorgelebt wird.“ Dadurch wird die Erziehung infrage gestellt und man wird angegriffen – keine schöne Anschuldigung, die zudem auch nicht belegbar ist. Ergo: keine Antwort, die weiterhelfen kann.

Eine weitere Antwort mag sein, dass die Kinder zu wenig Kontakt zu gleichaltrigen haben. Darüber dürfte man sich wirklich Gedanken machen. Wenn die Kinder auch vor ihren Freunden eine Besserwisser-Haltung haben, wird das vermutlich nicht lange gut gehen. Kinder sind ja dafür bekannt, dass sie Sachen aussprechen, wo Erwachsene (aus Anstand) oft den Mund halten. Wenn der Besserwisser-Bernd dem weisen Wilhelm mal wieder sagt, dass die Erde eine Scheibe sei, und der weise Wilhelm mal wieder verneint und der Besserwisser-Bernd besteht mal wieder auf seiner Meinung, dann will der weise Wilhelm wohl nicht mehr so gern mit dem Besserwisser-Bernd spielen. So erziehen sich Kinder gegenseitig zu verträglichem Verhalten.

Wichtig: Angemessen auf Besserwisser-Bernd eingehen

Nichtsdestotrotz muss man sich mit dem Kind beschäftigen. Wie reagiere ich, wenn das Kind mir einen Bären aufbinden möchte? Das kann in eine Endlos-Diskussion ausufern, was die meisten verhindern möchten. Ein Tipp wäre das Ganze zu ignorieren. Ein abschließender Satz wie: „Bernd. Wenn du meinst, dass das richtig ist, dann ist das deine Ansicht. Ich habe eine andere Meinung. Wir einigen uns darauf, dass wir uns nicht einig sind“. Wunder wirkt auch häufig der schlichte Beweis, dass das Kind unrecht hat.
Ist das Kind ein Besserwisser und hat dann auch noch recht, wird es schon ein bisschen schwieriger. Hier müssen die Kinder lernen, wann und wie es angebracht ist, jemanden zu korrigieren. Dabei müssen die Eltern klar machen, dass es, beispielsweise, unangenehm sein kann, vor anderen verbessert zu werden. Häufig fehlt den Kindern ein bisschen Mitgefühl: Sie sollten beigebracht bekommen, mit anderen so umzugehen, wie sie es sich selbst auch wünschen. Wir kommen also wieder bei der goldenen Regel an: Gehe mit allen so um, wie du es dir auch wünschen würdest.

Eine andere Herangehensweise ist den Umgang mit Besserwisser-Kindern spielerisch anzugehen. Das könnte dann folgendermaßen aussehen: „Bernd. Wenn du es schaffst zu beweisen, dass die Welt eine Scheibe ist, dann habe ich kein Problem damit, nachzugeben und einzugestehen, dass DU Recht hast und ich falsch liege.“ Dadurch entspannt sich die Situation, denn dem Kind geht es hauptsächlich darum Recht zu haben oder schlauer als die Eltern zu wirken. Durch einen Ausblick, dass das Kind dies theoretisch erreichen könnte („[…] dann habe ich kein Problem damit, nachzugeben und einzugestehen […]“) lenkt man seine Aufmerksamkeit darauf wie es dies schaffen könnte („[…] beweisen […]“). Eine kleine journalistische und wissenschaftlich korrekte Schule für die Kids ist es dann ebenfalls: eine Win-Win-Situation.

Titelbild: © photophonie – Fotolia.com

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