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Nagelpilz in der Familie: Worauf ihr achten solltet

Nagelpilz in der Familie
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Keine Selbstmedikation bei Babys und Kleinkindern!

Nagelpilz ist eine weitverbreitete, unschöne Erkrankung der Nägel, die vor allem an den Fußnägeln vorkommt. Die Pilzinfektion ist hartnäckig und verlangt eine konsequente Behandlung, weil sie nicht von selbst heilen kann. Nagelpilz ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann unbehandelt auch Schmerzen verursachen und euren Alltag beeinträchtigen. Lest hier, wie es zu dieser lästigen Infektion kommt, wie ihr Nagelpilz am besten behandeln könnt und vor allem, wie ihr ihn in eurer Familie in Schach halten könnt!


Was ist Nagelpilz und wie entsteht er?

Unter Nagelpilz versteht man einen Befall der Nägel mit Dermatophyten (Fadenpilzen). Deutlich seltener wird die Krankheit von Hefe- oder Schimmelpilzen ausgelöst. Diese Parasiten ernähren sich vom Keratin der Nägel und führen ohne rechtzeitige Behandlung zur Zerstörung des befallenen Nagels.

Woran erkennt man Nagelpilz?

Der betroffene Nagel verliert seinen Glanz, färbt sich bräunlich oder weiß und fängt an zu bröckeln. Im weiteren Verlauf kann sich die Nagelplatte vom Nagelbett abheben und im schlimmsten Fall komplett ablösen. Wenn man nicht rechtzeitig handelt, kann der angehobene Nagel große Schmerzen verursachen und euch im Alltag einschränken!

Ist Nagelpilz ansteckend?

Die Erkrankung ist sehr ansteckend und kann über direkten Kontakt mit einer anderen erkrankten Person oder über eine Schmierinfektion durch einen infizierten Gegenstand übertragen werden. Oft beginnt die Infektion vorne am großen Zeh, von dem sie sich unbehandelt in Richtung Nagelwurzel und später auf weitere Nägel ausbreiten kann.

Eine hohe Ansteckungsgefahr habt ihr an Orten, an denen barfuß gelaufen wird. Besonders jetzt in der Urlaubssaison haltet ihr euch sicher häufiger in Schwimm- und Freibädern (hier gilt auch Vorsicht vor Otitis externa), Saunen, Hotelzimmern und Ferienhäusern auf. Tragt dort immer entweder Badeschlappen oder Socken, um eine Ansteckung zu vermeiden. Aber auch Umkleidekabinen in Sporthallen stellen eine Gefahr dar! Darum gebt euren Kindern am besten auch dort Schlappen für die Dusche und zum Umziehen mit. Wenn bereits eine Person im Haushalt an Nagelpilz erkrankt ist, ist es sehr wichtig, eine weitere Ansteckung innerhalb der Familie zu vermeiden. Dafür erhaltet ihr am Ende des Artikels noch ein paar Tipps!

Wie wird Nagelpilz behandelt?

Das Wichtigste bei der Nagelpilzbehandlung ist, dass ihr so schnell wie möglich damit anfangt und vor allem konsequent dranbleibt. Die Pilzerkrankung muss immer behandelt werden und kann nicht von selbst heilen!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Nagelpilz erfolgreich zu behandeln. Für die äußerliche Behandlung stehen im Allgemeinen drei verschiedene Arten zur Verfügung:

  • wasserlöslicher Nagellack mit pilzabtötendem Wirkstoff
  • wasserfester Nagellack mit pilzabtötendem Wirkstoff
  • Creme mit Harnstoff und pilzabtötendem Wirkstoff

Bei allen drei Methoden ist eine Anwendung ab 18 Jahren ohne ärztliche Rücksprache möglich. Euer Apotheker kann euch ein passendes Produkt empfehlen.

Im Anfangsstadium können die Nagelpilz-Medikamente zur äußerlichen Behandlung ausreichen. Erwachsene dürfen die Infektion auch in Selbstmedikation behandeln, solange nicht mehr als 2 Nägel oder die Nagelwurzel betroffen ist. Äußerlich anzuwendende Mittel sind freiverkäuflich, das bedeutet ohne Verschreibung vom Arzt, erhältlich. Wenn es sich allerdings um ein fortgeschrittenes Stadium von Nagelpilz handelt, kann auch eine Kombinationstherapie mit Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen nötig sein. Die Medikamente zum Einnehmen sind nur mit Rezept vom Arzt in der Apotheke erhältlich.

Nagelpilz in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft oder Stillzeit ist es das Beste, die Behandlung mit eurem behandelnden Arzt zu klären, da der Nutzen und das Risiko abgewogen werden müssen.

Nagelpilz bei Babys und Kleinkindern

Wenn euer Baby oder Kleinkind an Nagelpilz erkranken sollte, ist es dringend nötig, die passende Therapieoption mit dem Kinderarzt zu besprechen. Nachdem der Arzt entschieden hat, welche Behandlungsart am besten ist, solltet ihr die Behandlungsdauer und Dosierung genauestens einhalten. Außerdem muss die Therapie behutsam durchgeführt werden, da beispielsweise bei der Behandlung mit einer pilzabtötenden Creme diese auf keinen Fall in den Mund eures Kindes gelangen darf.

Keine Hausmittel

Bitte versucht nicht eure Kinder mit Hausmitteln wie Essig, ätherischen Ölen oder Knoblauch zu behandeln, denn diese Mittel haben keine wissenschaftlich belegte Wirksamkeit und können den Heilungsprozess erschweren.

Ansteckung innerhalb der Familie vorbeugen

Um eine Verbreitung der Infektion in der Familie zu vermeiden, könnt ihr im Alltag auf ein paar Punkte achten:

  • pro Person ein eigenes Nagelpflegeset verwenden
  • Handtücher nicht mit anderen Familienmitgliedern teilen
  • Wäsche und Socken bei mindestens 60°C waschen
  • bei Waschgängen mit niedrigeren Temperaturen Hygienespüler verwenden
  • Schuhe desinfizieren und regelmäßig wechseln
  • auf Teppichböden oder Teppichen nicht barfuß laufen
  • atmungsaktive Schuhe und Socken tragen und täglich wechseln
  • vor allem im Schwimmbad oder an anderen Orten, an denen barfuß gelaufen wird immer Badeschlappen tragen

Titelbild: © Halfpoint

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