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MoMo-Studie 2019: Kinder bewegen sich weniger

MoMo-Studie
Saskia
Geschrieben von Saskia

Je älter, umso träger!

60 Minuten pro Tag sollten sich Kinder laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewegen. Das ist doch bei all dem Tatendrang und Getobe gar kein Problem, oder? Der aktuellen Motorik-Modul-Studie (MoMo-Studie) zufolge leider schon. Gerade mal 15 Prozent der Kinder schaffen es, eine Stunde am Tag aktiv zu sein. Woran liegt’s?


Im Vergleich zwischen den 1970er Jahren und heute hat die körperliche Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen um ein Zehntel nachgelassen. Damit steigen gesundheitliche Risiken wie Fettleibigkeit, Gelenkbeschwerden, Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weiter zeigt die Langzeitstudie, dass aus einem übergewichtigen Kind mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit auch ein übergewichtiger Erwachsener wird.

Jungen aktiver als Mädchen

Generell bewegen sich Jungen pro Tag zehn Minuten mehr als Mädchen. Zudem spielt auch die soziale Herkunft eine Rolle. Beispielsweise bewegen sich Mädchen, die aus einem niedrigen sozialen Umfeld kommen, durchschnittlich noch mal zehn Minuten weniger als Mädchen, die aus einem besseren Umfeld kommen.

Je älter, umso träger

Am aktivsten sind Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Sie treiben pro Tag durchschnittlich 72 Minuten Sport, während es bei gleichaltrigen Mädchen nur 56,6 Minuten sind. In der Pubertät erreicht die körperliche Fitness ihren Tiefpunkt. Während sich Jungen zwischen 14 und 17 Jahren immerhin noch 43 Minuten täglich bewegen, sind es bei den Mädchen gerade mal 35,9 Minuten.

Medienkonsum statt Bewegung?

Zwar zeigt die Studie, dass seit 2003 mehr Kinder in Sportvereinen angemeldet sind und die körperlichen Aktivitäten durch Vereine und Schulen um 25 Minuten pro Woche zugenommen haben, allerdings sind dagegen das unorganisierte Sporttreiben sowie das Spielen im Freien von 2003 bis 2017 um 31 Minuten pro Woche zurückgegangen. Um den Gründen des Bewegungsmangels auf die Spur zu kommen, wurde daher auch das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen genauer unter die Lupe genommen. Wenig erfreulich: Bereits 70,5 Prozent der Grundschüler sind täglich mehr als eine Stunde mit dem Konsum von Medien, Computer und Co. beschäftigt. Dennoch kann derzeit kein direkter Zusammenhang zwischen Medienkonsum und dem Mangel an Bewegung hergestellt werden.

Was ist die MoMo-Studie?

Die Motorik-Modul-Studie (MoMo-Studie) wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstellt. Sie ist ein Verbundprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut. Sie dient dazu, die körperliche Fitness bei Kindern und Jugendlichen innerhalb Deutschlands aufzuzeigen. Die Teilnehmer sind zwischen 4 und 17 Jahre alt und wurden in 167 Studienorten unter allen Einwohnern anonym ausgewählt.

Die Studie besteht aus zwei unterschiedlichen Methoden: Die Längsschnitt-Analyse zeigt die Entwicklungsverläufe von Kindern und Jugendlichen auf, die in bestimmten zeitlichen Abständen mehrmals getestet wurden. Außerdem werden unterschiedliche Personen gleichen Alters miteinander verglichen.

Anhand von Fragebögen zur Aktivität und Gesundheit und mithilfe von Motorik-Tests zur Koordination, Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer wird die körperliche Fitness der Teilnehmer ausgewertet. Zudem erfolgt eine Untersuchung, bei der Größe, Gewicht und Körperfettwerte ermittelt werden sowie ein Interview zum allgemeinen Gesundheitszustand.

Titelbild: © Rawpixel.com

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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