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Mommy, I am müde – Mehrsprachige Erziehung

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Im Zeitalter der Globalisierung sind Fremdsprachenkenntnisse aus unserem Alltag so gut wie nicht mehr wegzudecken. Besonders in der Berufswelt wird vor allem Englisch vorausgesetzt, weitere Sprachkenntnisse sind häufig „erwünscht“ oder „vorteilhaft“. Aus diesem Grund erscheint es immer mehr Eltern wichtig, dass ihre Sprösslinge bereits früh mit einer Fremdsprache beginnen, damit sie es später leichter haben. Was ihr in Sachen „Mehrsprachige Erziehung“ beachten solltet, haben wir für euch zusammengefasst.


Verschiedene Studien haben bereits öfter gezeigt, dass wir Deutschen im internationalen Vergleich nur im Mittelmaß liegen, trotz unserer Vorreiterstellung im Export und Auslandstourismus. Scheinbar reichen Schulunterricht und ausländische Wirtschaftskontakte nicht aus, um ein gutes Sprachniveau zu erreichen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ihr euren Kleinen so schnell wie möglich Englisch oder andere Sprachen beibringen müsst. Denn eine mehrsprachige Erziehung klappt nur, wenn ihr einige wichtige Dinge beachtet.

Kinder brauchen eine Bindung zu der Sprache

Kindern, die eine mehrsprachige Erziehung genießen, fällt es später nicht nur leichter weitere Fremdsprachen zu erlernen, weil sie früh ein Gefühl für die Systematik hinter einer Sprache bekommen. Sie prägen auch ihre kommunikative Kompetenz mehr aus und reagieren kreativer im Alltag. Aber damit das frühe Lernen auch klappt, steht an erster Stelle, dass eure Kinder Spaß daran haben und eine emotionale Bindung zu der jeweiligen Sprache aufbauen können. Ganz unabhängig vom Alter eures Sprösslings ist es wichtig, dass ihr nicht nur aus intellektuellen Gründen handelt, sondern die Sprache ganz natürlich in den Alltag einbaut und sie auf diese Weise eine soziale und emotionale Relevanz für alle Beteiligten bekommt. Wichtig ist auch, dass ihr Mutter- und Fremdsprache regelmäßig und gleichmäßig anwendet, damit keine der beiden in der Entwicklung hinten an steht.

Wer spricht was?

Mehrsprachige Erziehung soll für keinen anstrengend sein – weder für euch noch euer Kind! So könnt ihr euch aussuchen, ob ihr euch für die personengebundene oder die situationsgebundene mehrsprachige Erziehung entscheidet. Am einfachsten ist eine Aufteilung der Sprachen auf Bezugspersonen, falls aber einer von euch oft auf Geschäftsreise ist oder berufsbedingt nur wenig Zeit hat, ist auch ein Trennungsprinzip nach Situationen sinnvoll. Dabei solltet ihr aber immer im Hinterkopf haben, dass normale Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um euren Kleinen eine Sprache beizubringen. Wenn also weder ihr noch euer Partner englischer, spanischer, schwedischer… Muttersprachler ist oder auf diesem Niveau spricht, solltet ihr euer Vorhaben noch einmal überdenken. Denn sprecht ihr nicht auf Muttersprachlerniveau, baut ihr selbst unbemerkt Fehler ein und habt nicht den umfangreichen Wortschatz, den ihr benötigt, um euer Kind an die neue Sprache heranzuführen.

In diesem Fall kann die gut gemeinte mehrsprachige Erziehung nach hinten losgehen. Denn wenn sich euer Kind unter Druck gesetzt fühlt und keine Verbindung zu der jeweiligen Sprache aufbauen kann, ist es möglich, dass es negative Emotionen und Erfahrung mit dem Lernen assoziiert, was später zu Lernproblemen führen kann.

A und O bei der multilingualen Erziehung sind also die emotionale Bindung zur Sprache und auch das hohe Niveau, auf dem ihr sprecht. Auf diese Weise tut ihr eurem Kind etwas Gutes. Daran kann es Spaß haben und ganz nebenbei verbessert ihr vielleicht auch eure eigenen Sprachkenntnisse. Falls ihr euch in anderen Sprachen nicht so sicher seid, wie wäre es mit der Hilfe eines/r ausländischen Au Pairs oder Babysitters?

Titelbild: ©yuryimaging – Fotolia.com

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