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Mom-Shaming: „Wie, du stillst dein Kind nicht?!”

Mom-Shaming
Helena
Geschrieben von Helena

#coolmomsdontjudge

Als Mama hat man es nicht leicht. Man muss vielen Rollen gleichzeitig gerecht werden, bekommt schier unendliche Möglichkeiten geboten und soll natürlich auch entscheiden, was das Beste für einen selbst und das Kind ist. Gerade Mütter untereinander sollten sich deshalb respektvoll und unterstützend behandeln. Doch leider kommt es sehr häufig vor, dass sich Mütter untereinander in die Erziehung, das Füttern oder andere Mama-Tätigkeiten ungefragt einmischen und die Unsicherheit als Mutter nicht gut genug zu sein, steigt damit enorm. Mom-Shaming und Mom-Bashing scheinen geradezu ein Volkssport geworden zu sein.


Wofür stehen Mom-Shaming und Mom-Bashing?

Mom-Shaming und Mom-Bashing bedeuten, dass Mütter für ihre Verhaltensweisen oder erzieherischen Maßnahmen von anderen Müttern kritisiert oder erniedrigt werden. Passiert solch ein Verhalten regelmäßig und über einen längeren Zeitraum, handelt es sich eindeutig um Mütter-Mobbing.

Dabei wünschen sich laut der Forsa-Studie von Löwenzahn Organics – einem Hersteller für ökologische Babynahrung – 86 Prozent der Mütter mehr Toleranz und Unterstützung. Für die repräsentative Umfrage wurden 2018 1.010 Mütter mit Kindern im Alter von bis zu vier Jahren befragt.

Und die Studie brachte noch einige weitere negative Ergebnisse zu Tage:

  • 77 Prozent der befragten Mütter wurden schon mal für den Umgang mit ihrem Kind kritisiert
  • 72 Prozent davon fühlten sich deshalb als schlechte Mutter

Der Klassiker unter dem Mom-Bashing: „Wie, du stillst dein Baby nicht?“

Als Bio-Babybreihersteller hat es Löwenzahn Organics natürlich besonders interessiert, wie verbreitet Mom-Bashing und Mom-Shaming beim Füttern sind. Denn gerade im ersten Lebensjahr lautet die Devise: Muttermilch ist die beste und gesündeste Nahrung für das Baby. Doch es gibt auch Mütter, die sich komplett oder zum Teil dafür entschieden haben, ihrem Baby das Fläschchen und Milchpulver zu geben.

Die Umfrage-Ergebnisse untermauern noch mal, wie groß das Streitpotenzial im Bereich der Säuglings- und Kleinkindnahrung ist:

  • 12 Prozent der stillenden Mütter wurden schon mal dafür kritisiert, dass sie ihrem Kind nicht stattdessen das Fläschchen gegeben haben.
  • 14 Prozent wurden wegen Stillens in der Öffentlichkeit kritisiert.
  • 29 Prozent der Mütter stillen/stillten aus Angst vor negativen Reaktionen ungern in der Öffentlichkeit.
  • 31 Prozent der “Flaschen-Mamas” wurden schon mal dafür kritisiert, dass sie die Flasche gaben oder geben, anstatt zu stillen.
  • 27 Prozent der Mütter, die ihrem Kind das Fläschchen gaben, fühlten sich deshalb schon mal als schlechte Mutter.

Ganz egal, aus welchen Gründen sich eine Mutter gegen oder für das Stillen beziehungsweise Flaschenmilch und Milchersatznahrung entscheidet: Keiner Mutter steht es zu, eine andere Mutter zu kritisieren und keine Mama der Welt sollte sich schämen oder gar als schlechte Mutter fühlen müssen, wenn sie sich für einen anderen möglichen Weg entschieden hat. Stattdessen sollten wir es positiv sehen, dass uns gerade in der heutigen Zeit viele Möglichkeiten geboten werden, die sich unserer individuellen Lebensweise optimal anpassen und es somit in vielen Situationen kein Richtig und kein Falsch gibt. Das gilt natürlich für viele weitere Themen, wie etwa wie lange eine Mutter ihr Baby nah an ihrem Körper trägt, in der Öffentlichkeit auch mal auf das Handy schauen zu müssen, den Wutanfall eines Kindes in der Öffentlichkeit nicht gleich unter “Kontrolle” bringen zu können, trotz Kind wieder Vollzeit zu arbeiten und so weiter. Bedenkt immer, dass ihr nicht wisst, welche Gründe die Mutter zu ihrer Entscheidung oder ihrem Verhalten bewogen haben, dass niemand perfekt ist, dass eure Lebensweise nicht bedeutet, dass sie für alle anderen ebenfalls ideal oder umsetzbar ist und dass ihr ebenso wenig wünscht, dass sich jemand ungefragt in euer Leben einmischt.

Kritik unter Müttern tut doppelt weh

Mama und Baby verbinden eine enge Bande. Grundlegend wünscht sich jede Mama nur das Beste für ihr Kind und versucht alles ihr in der Macht stehende, um ihrem kleinen Schatz alles zu geben, was er für eine gesunde und glückliche Kindheit benötigt. Wenn man dann plötzlich mit Kritik und Scham konfrontiert wird, ist der Schaden groß. Nicht nur, weil Kritik an sich unangenehm ist und das eigene Verhalten infrage stellt, sondern vor allem, weil man eine doppelte Verantwortung trägt. Sich selbst und vor allem dem Kind gegenüber, das man unendlich liebt. Die Unsicherheiten werden zudem durch die Massen an Erziehungs- und Ernährungsstilen und der Flut an Mama-Bloggerinnen, die uns mal zu perfekt und mal so wie das Leben tatsächlich ist, ihren Alltag über Social Media-Plattformen und Blogs präsentieren, noch verstärkt. Das führt unweigerlich dazu, dass Mütter heutzutage schnell verunsichert sind und das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein.

#coolmomsdontjudge

Höchste Zeit also, Mom-Shaming und Mom-Bashing einen Riegel vorzuschieben und alle Mütter dafür zu sensibilisieren, dass sie einiges gemeinsam haben, trotz unterschiedlicher Lebensweisen, Berufe und so weiter: Den Wunsch, als Mutter respektiert, wertgeschätzt und unterstützt zu werden und natürlich die Liebe zu ihren Kindern. Löwenzahn Organics rufen daher bereits seit Längerem und gemeinsam mit Bloggerinnen, Unternehmerinnen und Autorinnen unter dem Hashtag #coolmomsdontjudge („coole Mütter urteilen nicht“) alle Mütter zu mehr Toleranz und Verständnis untereinander auf. Und sofern ihr mal wieder eine verzweifelte und beschämte Mama im Supermarkt seht, die versucht, ein auf dem Fußboden tobendes und schreiendes Kind zu besänftigen: Gebt ihr zu verstehen, dass sie nicht allein ist, anstatt die Augen zu verdrehen oder Ratschläge zu geben. Schließlich kennt ihr ihre Situation nur zu gut.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr Neu-Mamas während des Wochenbetts unterstützen könnt.

Titelbild: © nicoletaionescu

Über den Autor

Helena

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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