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Mittelohrentzündung bei Kindern: So werdet ihr sie wieder los

Mittelohrentzündung
Saskia
Geschrieben von Saskia

Vorbeugen durch Schutzimpfung!

Erkältungssaison bedeutet auch, dass akute Mittelohrentzündungen bei Kindern Hochkonjunktur haben. Denn Viren und Bakterien gehen bei den Jüngsten schnell aufs Ohr über. Bis zum sechsten Lebensjahr gehört die akute Mittelohrentzündung zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern. Rund 90 Prozent aller Kinder leiden bereits in den ersten drei Lebensjahren unter einer Entzündung am Mittelohr. Vorbeugen könnt ihr unter anderem mit einer Schutzimpfung gegen Pneumokokken. 


Dass Kinder anfälliger für Ohrinfekte sind, liegt daran, dass ihre Ohrtrompete, die mit dem Rachen verbunden ist, wesentlich kürzer als bei Erwachsenen ist. Dadurch haben Erkältungserreger beziehungsweise Atemwegsinfekte leichtes Spiel und können sich schnell bis zum Mittelohr ausbreiten. Hinzu kommt, dass sich Kinder in Kitas und Schulen schnell und häufig anstecken können.

Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren für eine akute Mittelohrentzündung bei Kindern:

  • feuchte und kalte Luft
  • Erkrankungen wie beispielsweise Mumps oder Mandelentzündung
  • unsachgemäßer Gebrauch von Wattestäbchen
  • Fremdkörper im Ohr
  • Allergien/ Heuschnupfen
  • geschwächtes Immunsystem zum Beispiel durch Passivrauchen

Symptome einer akuten Mittelohrentzündung bei Kindern

  • stechende und/oder pochende Ohrenschmerzen
  • pochende Ohrgeräusche
  • ständiger Griff ans Ohr
  • Kind hört schlecht (Unterdruck im Ohr)
  • Fieber
  • Kind ist unruhig/ leicht reizbar/ weint viel
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit

Gerade bei Säuglingen und Babys ist es schwierig, die Symptome richtig zu deuten. Geht daher am besten sofort zum Arzt, wenn ihr merkt, dass sich euer Kind beispielsweise häufig ans Ohr fasst, Fieber, keinen Durst und/oder Appetit hat.

Wie wird eine akute Mittelohrentzündung bei Kindern behandelt?

Je nachdem, welche Erreger die Mittelohrentzündung verursacht haben, wird der Arzt unterschiedliche Behandlungsmethoden mit Antibiotika und/oder entzündungshemmenden Schmerzmitteln anwenden. Handelt es sich um bakterielle Erreger wie Pneumokokken oder Haemophilus influenzae, bildet sich im Innenohr meist auch Eiter. Dadurch wölbt sich das Trommelfell nach vorn und eine Trommelfellperforation beziehungsweise ein Riss des Trommelfells kann die Folge sein. Sind Bakterien die Ursache, ist eine Antibiotikatherapie meist unumgänglich. Eine Mittelohrentzündung kann allerdings auch durch Viren ausgelöst werden. Dann genügen in der Regel entzündungshemmende Schmerzmittel. Für eine schnelle Genesung sollte euer Kind zudem bei jeder akuten Mittelohrentzündung viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

Wird eine Mittelohrentzündung gar nicht behandelt oder nicht vollständig auskuriert, können chronische Mittelohrentzündungen – die häufig zu einer Vernarbung des Trommelfells führen – Hörverlust und Sprachentwicklungsstörungen die Folge sein.

Wie lange dauert eine akute Mittelohrentzündung?

Die Akutphase ist meist nach zwei bis drei Tagen überstanden. Bis zur vollständigen Heilung können allerdings zwischen zwei und vier Wochen vergehen. In dieser Zeit sollte sich euer Kind schonen und der Gehörgang so gut es geht geschützt werden. Besteht bereits eine Trommelfellperforation, sollte euer Kind vorbeugend immer Ohrstöpsel tragen, bevor es zum Beispiel ins Wasser geht.

Vorbeugen durch Schutzimpfung gegen Pneumokokken

Um einer akuten Mittelohrentzündung bei Kindern vorzubeugen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen gilt es wie bereits erwähnt, das Immunsystem zu stärken. Gegen feuchte und kalte Luft helfen Mützen, Ohrschützer und Ohrstöpsel. Gegen Viren ist dagegen leider kein Kraut gewachsen. Allerdings könnt ihr euren Nachwuchs mit einer Schutzimpfung vor hartnäckigen Pneumokokken-Bakterien bewahren, die sich im Mund-Rachen-Raum ansiedeln. Diese können nicht nur Mittelohrentzündungen, sondern auch Lungen- und Hirnhautentzündungen hervorrufen. Zur Risikogruppe zählen Kinder, ältere Menschen und Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Seit 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO die Schutzimpfung gegen Pneumokokken bei Kindern. Die Impfung besteht aus drei Teilimpfungen. Die erste Impfung kann euer Kind bereits ab dem 2. Lebensmonat bekommen. Allerdings besteht erst nach der dritten Teilimpfung ein vollständiger Impfschutz. Krankenkassen wie beispielsweise BIG direkt gesund tragen die Kosten für die Schutzimpfung gegen Pneumokokken.

Titelbild: © nataliaderiabina

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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