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Mein Kind lutscht am Daumen – Muss ich mir Sorgen machen?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Daumennuckeln ist ganz natürlich, aber ab wann sollte sich euer Kleines davon verabschieden?

So ein friedlich vor sich hin nuckelndes Baby ist einfach süß! Aber was ist, wenn es dabei sein Däumchen benutzt? Manchmal hört man, das sei schädlich. Andere wiederum sind der Meinung, das sei einfach ein natürliches Verhalten.

Angeborenes Grundbedürfnis

Babys haben das Bedürfnis, zu nuckeln, zu lutschen und zu saugen. Bereits ungeborene Kinder üben sich im Saugen. Sobald der Daumen in die Nähe gelangt, wird er in den Mund gesteckt. Diesen Drang zum Saugen finden wir auch bei allen jungen Säugetieren. Er dient primär dazu, Hunger und Durst zu befriedigen. Gleichzeitig ist mit dem Nuckeln ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit verbunden. Wenn euer Kleines angespannt ist, beispielsweise in einer ungewohnten Umgebung, kann es sich so selbst beruhigen. Dass kleine Kinder an allem Möglichen nuckeln, ist also ganz normal.

Auswirkungen auf Zähne und Kiefer

Der kindliche Kiefer ist noch formbar, deshalb passt er sich den äußeren Gegebenheiten an. Wenn die ersten Zähnchen da sind, werden sie durch den Druck des Daumens, des Tuches oder des Schnullers ständig leicht nach vorn gedrückt, sodass ein offener Biss entstehen kann. Das ist in den ersten beiden Jahren nicht weiter tragisch. In der Regel verliert sich das Bedürfnis zu saugen nämlich im Laufe der Zeit. Wenn euer Kind das Nuckeln dann einstellt, richtet sich die Zahnreihe durch den Druck der Lippen von selbst wieder. Das Nuckeln sollte dennoch möglichst bald im Alter von zwei bis vier Jahren eingestellt werden. Geschieht das nicht, festigt sich die Fehlstellung der Zähne möglicherweise. Sie muss dann durch aufwändige kieferorthopädische Maßnahmen korrigiert werden.

Schnuller, Daumen, Nuckeltuch, Fläschchen und Co.

Wenn das Kind nicht von selbst mit dem Nuckeln aufhört, solltet ihr versuchen, es mit kindgerechten Erklärungen, Motivation sowie Überredungskunst dazu zu bringen. Jetzt zeigt sich, dass es schwieriger ist, mit dem Daumenlutschen aufzuhören, als auf einen Schnuller zu verzichten. Denn der Daumen ist, auch bei gutem Willen, in Stresssituationen einfach immer da. Er wandert oft ganz automatisch in den Mund. Das einfachere Abgewöhnen könnte also, neben der kiefergerechteren Form, ein Grund sein, eurem Baby von Anfang an einen Schnuller anzubieten. Wenn es schläft, könnt ihr ihn ja wieder sanft entfernen.

Tipps und Tricks

Beobachtet, in welchen Situationen euer Kind am Daumen lutscht. Überlegt euch, welche Alternativen ihr ihm bieten könnt oder versucht es abzulenken.

Wenn ein Wechsel in den Kindergarten ansteht, ist das ein guter Zeitpunkt, um dem Kind den Abschied vom Schnuller nahezulegen. Sollte es sich schwer damit tun, kauft einen Schnuller für größere Kinder. Das ungewohnte Gefühl führt oft ganz von selbst dazu, dass das Kind auf den Schnuller verzichtet.

Oder erzählt eurem Sprössling von der Schnullerfee: Diese geheimnisvolle Fee sammelt alle Schnuller ein und hinterlässt dafür ein schönes Geschenk. 🙂

Titelbild: © Christin Lola – Fotolia.com

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