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Logische Konsequenzen

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Wie setzt man Konsequenzen richtig ein, wenn die Kinder die Wand bemalen, mit Spielzeug werfen oder aus Trotz das Essen verweigern? Und warum ist es eigentlich so wichtig, Regeln aufzustellen und dabei konsequent zu bleiben?


Warum sind Konsequenzen so wichtig?

Kindererziehung ist nicht leicht, dessen sind sich alle bewusst. Aber wie wichtig Konsequenzen sind und wie man diese einsetzt, ohne Kinder eine Bestrafung aufzubrummen, wissen vielleicht nicht alle. Dabei ist vor allem die Konsequenz an sich unverzichtbar, damit Kinder lernen, dass ihre Eltern reagieren, wenn sie etwas Bestimmtes tun oder eben auch nicht tun. Aktion und Reaktion gehören zusammen und Inkonsequenz führt besonders bei kleinen Kindern zu Verwirrung und Verunsicherung. Denn, auch wenn es hart klingt, ohne Regeln können Kinder richtiges Verhalten nicht lernen.

Oft gibt es negative Reaktionen, wenn man von Konsequenzen spricht, weil nicht wenige Eltern diese mit Bestrafung gleichsetzen und der Meinung sind, dass Kinder nicht durch Bestrafung lernen. Gleichzeitig werden die meisten „Bestrafungen“ oft willkürlich ausgesprochen, weil die Eltern in dem Moment in einem sehr emotionalen Zustand sind und situativ reagieren. Deswegen haben sie selten etwas mit der Tat selbst zu tun. Diese Art von Bestrafung ist nicht wirklich zielführend und hilft euren Kindern nicht weiter.

Logische Konsequenzen sind für Kinder logisch

Allerdings gibt es sogenannte logische Konsequenzen, durch die eure Kinder leichter lernen, welches Verhalten welche Reaktionen eurerseits zur Folge haben wird, die keine direkte Bestrafung darstellen. Wichtig dabei ist, dass eure Kids eure Entscheidungen nachvollziehen und deswegen ihr Verhalten reflektieren können.

Beispielsweise würde es keinen Sinn machen, die Gutenachtgeschichte zu streichen, wenn euer Kind mit Spielzeug schmeißt, weil erstens die logische Verbindung nicht hergestellt werden kann und zweitens der zeitliche Abstand eurem Kind es schwer macht, sein Verhalten zu ändern.
Eine logische Konsequenz, die euer Kind auch nachvollziehen kann, wäre dementsprechend, das Spielzeug, mit dem es wirft, für eine gewisse Zeit wegzulegen und ihm zu erklären, dass man anderen Menschen wehtun kann, wenn man sie mit Spielzeug bewirft und auch das Spielzeug selbst kaputt gehen kann. Auf diese Weise kann euer Kind lernen, dass es das Spielzeug benutzen darf, wenn es damit ordentlich spielt und eben nicht wirft.

Aber was machen logische Konsequenzen aus? Wir haben eine kleine Liste für euch zur Übersicht zusammengestellt:

– Sie sind ähnlich zu den Konsequenzen, die einem Erwachsenen im echten Leben aufgezeigt werden würden
– Sie verstärken nicht unbeabsichtigt das eigentliche „Fehlverhalten“
– Sie haben einen lehrenden Fokus und keinen bestrafenden
– Sie haben einen „Verhaltensfit“, was bedeutet, dass sie nicht zu schwer, aber auch nicht zu mild ausfallen
– Sie werden in einem ruhigen und respektvollen Ton vermittelt
– Sie werden so privat wie möglich vermittelt, also nicht unbedingt in der Öffentlichkeit oder zumindest so, dass es keine außenstehende Person mitbekommt. Denn Demütigung soll nicht sein.

Lernen ist wichtiger als die Vermittlung von Schuld

Auch verschiedene Studien haben herausgefunden, dass Kinder mehr lernen und eine größere moralische Orientierung entwickeln, wenn die Konsequenzen auf das eigentliche Problem zugeschnitten sind. Dadurch, dass eure Kinder eine logische Verbindung zwischen ihrem Verhalten und den Konsequenzen aufbauen können, ist es für sie auch einfacher, diese zu lernen, als durch eine Bestrafung, die für sie keinen Sinn macht.

Allerdings ist auch festzuhalten, dass es nicht nur darum geht, möglichst logische Konsequenzen einzusetzen, sondern dass diese als natürliche Folgen erlebt werden. Diese Folgen werden eure Kinder ein Leben lang begleiten, nicht nur in der Krabbelgruppe, im Kindergarten oder in der Schule.

Auch geht es nicht darum, eurem Kind die Schuld aufzuzeigen, sondern gemeinsam eine Lösung zu finden und das Problem entspannt anzugehen.  Natürlich ist es nicht immer leicht, vor allem, wenn euer Kind sich unfair behandelt fühlt und vielleicht anfängt zu weinen oder zu schreien. Da können die Nerven schonmal gereizt werden. Aber denkt dran, ihr seid der Erwachsene und deswegen solltet ihr euch auch so verhalten. Redet mit eurem Kind und erklärt ihm, dass es die Wahl hat, das Spielzeug zurück zu bekommen. Nämlich dann, wenn es sich beruhigt hat und versteht, dass es nicht in Ordnung ist, mit Spielzeug zu werfen, weil es andere verletzen kann.

Titelbild: © Tatyana Gladskih – Fotolia.com

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