Gesundheit Kinderwunsch

Letzte Chance: Künstliche Befruchtung

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Schon im Kindesalter träumen einige Mädchen davon, einmal selber Kinder zu haben. Ist die Schule geschafft, liegen Uni oder Ausbildung und einige Jahre im Beruf hinter ihnen, soll der Wunsch aus Kindertagen endlich zur Realität werden. Dass sie den richtigen Mann für ihr Vorhaben gefunden haben, ist noch lange keine Garantie für eine Schwangerschaft. Nach zahlreichen Versuchen sind sie desillusioniert, verzweifelt. Die Rede ist von unfruchtbaren Frauen – eine künstliche Befruchtung kann für sie und ihre Partner die Lösung bedeuten.


Wie verläuft eine In-Vitro-Fertilisation?

Die In-Vitro-Fertilisation, deutsch: “Die Befruchtung im Glas”, verläuft in vielen Einzelschritten, die in ihrer Gesamtheit zu einem erfolgreichen Ergebnis führen können.

1. Hormonbehandlung

Bei den meisten Frauen ist – bevor die eigentliche Befruchtung beginnt – eine hormonelle Behandlung notwendig. Meist findet eine sogenannte Downregulation statt: Der Frau werden Hormonpräperate verabreicht, die die eigene Hormonausschüttung unterdrücken sollen, um den vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Etwa 14 Tage später werden die Eierstöcke hormonell stimuliert, also angeregt, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. So können im späteren Verlauf mehrere fruchtbare Eizellen entnommen werden. Damit es nicht zu einer Überstimulation der Eierstöcke kommt, muss die Hormonbehandlung ärztlich sehr genau überwacht werden.

2. Einleitung des Eisprungs

Während der hormonellen Behandlung wird die Größe und Reife der Eizellen vom behandelnden Arzt überprüft. Erscheinen sie nach mehreren Ultraschall- und Blutuntersuchengen befruchtungsfähig, beendet die Frau die Hormoneinnahme. Der Eisprung wird dann durch die Injektion eines weiteren Hormons ausgelöst.

3. Entnahme der Eizelle

Der Arzt entnimmt – ungefähr 36 Stunden, nachdem der Eisprung eingeleitet wurde – Eizellen aus den gereiften Eibläschen. Mit einer feinen Nadel, die vaginal eingführt wird, kann der Arzt auf die Eizellen zugreifen. Dieser Eingriff wird per Ultraschall auf einem Bildschirm verfolgt. Je nach Fall, nimmt die Frau bei einem solchen Eingriff Schmerz- und Beruhigungsmittel ein oder wird narkotisiert. Im Anschluss auf die Punktion kann ein leichter Wundschmerz auftreten.

4. Befruchtung im Labor

Möglichst zeitnah zur Eizellen-Entnahme der Frau muss frisches Sperma von ihrem Mann zur Verfügung stehen. Dazu masturbiert der Mann in einem speziellen Raum des medizinischen Zentrums. Sollte er unter einer Fruchtbarkeitsbeeinträchtigung leiden, kann das Sperma auch durch eine Hodenbiopsie gewonnen und tiefgefroren werden. Bevor die eigentliche Befruchtung im Glas stattfindet, muss das Sperma des Mannes aufbereitet werden, um es besonders befruchtungsfähig zu machen. Im Anschluss bringt man Ei- und Samenzellen in einer speziellen Nährflüssigkeit zusammen – daraufhin werden sie im Brutschrank verwahrt. Dort soll es dann zur eigentlichen Befruchtung – der In-Vitro-Fertilisation – kommen. Von den befruchteten Eizellen werden die ausgesucht, die später in die Gebärmutter eingepflanzt werden sollen. Die anderen können eingefroren werden für den Fall, dass ein zweiter Versuch notwendig ist.

5. Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter

Ist die Berfruchtung einer oder mehrer Eizellen gelungen, werden die entstandenen Embryonen in die Gebärmutter geführt. Das geschieht durch einen dünnen Katheter, den der Arzt vaginal einführt. Dieser Eingriff ist für die meisten Frauen wenig bis gar nicht schmerzhaft.

6. Kontrolluntersuchungen

Das Schwangerschaftshormon HCG kann der behandelnde Arzt rund 14 Tage nach der Übertragung der Embryonen feststellen. Ist die Blutuntersuchung positiv, hat die Schwangerschaft begonnen. Auf die erste Kontrolluntersuchung folgen aus Sicherheitsgründen weitere Untersuchungen. Etwa einen Monat nach dem Transfer kann durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden, ob der Embyro lebt und ob es sich um einen Einling oder um Mehrlinge handelt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine In-Vitro-Fertilisation?

Meist übernehmen Krankenkassen die Hälfte der Kosten, die bei einer künstlichen Befruchtung anfallen. Auch die BIG direkt möchte Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch bei der Realisierung ihres Traums helfen. Zunächst sollte es sich einen Behandlungsplan vom ausgewählten Arzt erstellen lassen, der der Krankenkasse vorgelegt wird. Diese übernimmt daraufhin die Hälfte aller anfallenden Kosten, inklusive der benötigten Arzneimittel. In dem Angebot der BIG direkt ist aber nicht nur die In-Vitro-Fertilisation enthalten, sondern auch andere Methoden zur künstlichen Befruchtung: Die Insemination im Spontanzyklus und nach hormoneller Stimulation wird ebenfalls zur Hälfte übernommen. Außerdem wird der Intratubare Gametentransfer, eine Mischform zwsichen In-Vitro-Fertilisation und Samenübertragung, sowie die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion angeboten. Letztere Methode wird oft dann angewandt, wenn eine In-Vitro-Fertilisation gescheitert ist oder der Mann eine schlechte Spermaqualität besitzt. Gebt euren Kinderwunsch also nicht gleich auf, nur weil er sich für euch schwieriger gestaltet als für andere Paare. Es gibt viele Möglichkeiten und eure Krankenkasse steht euch dabei zur Seite.

Titelbild: ©RioPatuca Images – Fotolia.com

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