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Krumm und schief: Welche Zahnspange braucht mein Kind?

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Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Zahnspange ist nicht gleich Zahnspange

Ihr wisst bereits, wann ihr mit eurem Knirps den ersten Besuch beim Kieferorthopäden einplanen solltet. Nun erläutern wir euch, welche Fehlstellungen und Zahnspangen es gibt, denn hier gibt es zahlreiche Unterschiede. Natürlich teilt euch die genaue Diagnose der Kieferorthopäde mit, aber ein wenig Vorkenntnis ist ja bekanntlich nie verkehrt. 


Häufige Fehlstellungen

Zurückliegender Unterkiefer: Die Oberkieferfrontzähne stehen weit vor den vorderen Unterkieferzähnen.

Vorstehender Unterkiefer: Die unteren Schneidezähne beißen vor die Oberkieferzähne.

Tiefer Biss: Die oberen Zähne überdecken die unteren Zähne zur Hälfte oder ganz.

Engstand: Die Zähne sind schief und verschachtelt.

Offener Biss: Die Seitenzähne treffen sich beim Zusammenbeißen, die Frontzähne nicht – hier bleibt eine Öffnung.

Kreuzbiss: Der Oberkiefer ist schmaler als der Unterkiefer – normalerweise ist es umgekehrt. Das Kind muss den Unterkiefer nach links oder nach rechts verschieben, um richtig zubeißen zu können. Die Folge: Der Unterkiefer wächst entsprechend der Gewohnheiten des Kindes nach rechts oder nach links.

Zahnunterzahl: Ein Zahn oder mehrere Zähne sind nicht angelegt.

Zahnspange ist nicht gleich Zahnspange

Um eine Fehlstellung erfolgreich zu behandeln gibt es unterschiedliche Zahnspangen. Welche sich für euer Kind am besten eignet, entscheidet ihr gemeinsam mit dem behandelnden Arzt.

An angenehmsten ist sicherlich die Variante der herausnehmbaren Zahnspange, die Kinder häufig zu Beginn einer Behandlung bekommen. Diese ist aus Edelstahldraht und Kunststoff gefertigt und wird am Ober- und Unterkiefer festgeklemmt, um die Zähne in die optimale Position zu lenken.

Auch der sogenannte Bionator ist herausnehmbar. Dieser liegt ganz locker und ohne Druck auf die Zähne oder Knochen auszuüben, im Mundraum. Dennoch trainiert er Ober- und Unterkiefer, sowie Lippen und Zunge und wird durch spezielle Sprech- und Atemübungen ergänzt. Übrigens kann sich der Bionator nicht nur positiv auf das Gebiss, sondern auch auf die Wirbelsäule, Atmung, das Gehör, bis hin zum Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken.

Festsitzende Zahnspangen sind dann sinnvoll, wenn die Zähne mitsamt der Wurzel korrigiert werden müssen. Dies ist häufig der Fall, wenn die Zähne zum Beispiel zu eng oder gekippt stehen oder wenn durch einen Zahnverlust eine zu große Lücke entstanden ist. Mit Hilfe der Multibandapparaturen wird auf jedem Zahn ein Silberplättchen, das „Bracket“ genannt wird, angebracht. Diese Brackets sind sehr klein und gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Farben. Fixiert werden sie mit einem speziellen Klebstoff, der häufig Flouride freisetzt, um die Zähne zu schützen. Daraufhin werden alle Brackets durch einen ganz weichen, elastischen Draht miteinander verbunden. Bei jedem Kontrolltermin weden diese Drähte ersetzt und etwas fester gespannt. Gerade in den ersten Tagen kann dieser neue und festere Bogen für euren Sprössling nicht nur ungewohnt, sondern auch unangenehm sein. Fragt euren Kieferorthopäden nach möglichen homöopathischen Mitteln, um Linderung zu schaffen und geht verständnisvoll mit euren Kleinen um.

Verlief die Behandlung erfolgreich, schließt sich noch eine Stabilisierungszeit an, da die Zähne ihre alte Stellung noch immer bevorzugen. Dafür werden Retainer oder auch Stabilisierungsspangen eingesetzt, die herausnehmbar sind und gerade in der ersten Zeit viel getragen werden sollten. Nach Absprache mit dem Kieferorthopäden wird die Tragezeit dann immer weiter reduziert. Nach ungefähr einem Jahr ist die Retention abgeschlossen.

Bild:Mat Hayward

 

 

 

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