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Klammer auf! Wann sollten Kinder in die Kita?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Irgendwann heißt es: Loslassen! Die Mutter-Vater-Kind-Zeiten müssen auch einmal ein Ende haben und euer wohlbehüteter Schatz sollte in die weite Welt entlassen werden – oder zumindest in die Kita. Aber gibt es einen idealen Zeitpunkt oder das perfekte Alter, um mit der Fremdbetreuung eures Kindes zu beginnen? Und ist das überhaupt eine gute Idee?


Die Diskussion darüber, wann ein Kind in eine Kita oder zu einer Tagemutter gebracht werden sollte, wurde wahrscheinlich noch nie so hitzig besprochen wie derzeit. Mamas, die ihre Kinder schon mit wenigen Monaten fremdbetreuen lassen, um z.B. so früh wie möglich wieder in den Beruf einzusteigen, werden als Rabenmütter betitelt, während denjenigen, die ihre Süßen lieber zuhause betreuen, der Ruf eines Klammeraffen anhaftet. Kita – ja oder nein? Und wenn ja, wann?

Fest steht: Ein optimales Kindergartenalter gibt es nicht! Und auch allgemeingültige Richtlinien, an denen man sich bei dieser Entscheidung entlanghangeln kann, existieren nicht. Ob und wann ihr eure Kinder in der Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter betreuen lasst, sollte immer individuell besprochen und beschlossen werden – euer Gefühl und die Reife eures Sprösslings sind hierbei die wichtigsten Faktoren.

Viele Einrichtungen, vor allem Kindergärten, bestehen auf einem Mindest-Eintrittsalter von drei Jahren. Aber natürlich könnt ihr auch schon euer wenige Monate altes Baby in eine Krippe oder zu einer Tagesmutter zu geben. Auch wenn es euch sehr schwer fällt oder ihr vielleicht Angst habt, dass ihr eurem Baby mit dem plötzlichen Mutter-Entzug einen Schaden zufügt: Es gibt bisher keine Studienergebnisse darüber, dass es Kindern, die zu früh in die Kita gegeben wurden, an mütterlicher Liebe oder etwas anderem Essentiellen mangelte. Ganz im Gegenteil sogar: Habt ihr euch für eine gute Einrichtung mit liebevollen und zuverlässigen Betreuern entschieden, leidet weder das Wohlergehen eures Kindes noch die kindliche Bindung zu euch.

Freunde und Förderung – Warum die Kita gut für unsere Kinder ist

Entwicklungspsychologen haben sogar festgestellt, dass Mütter von Kita-Kindern sich in der gemeinsamen Zeit ihren Kindern deutlich intensiver widmen als die Mütter, denen dafür der ganze Tag zur Verfügung steht. Des Weiteren, und nachdem sich zur Kita-Diskussion nicht nur Erziehungswissenschaftler und Psychologen, sondern nun auch Wirtschaftswissenschaftler gesellt haben, konnte festgestellt werden, dass auch auf die schulischen Leistungen und die beruflichen Fähigkeiten der frühe Eintritt in die Kindertagesstätte keinen negativen, sondern eher einen positiven Einfluss hat. Das doppelte Einkommen, dass Eltern zur Verfügung steht, wenn sie ihre Kinder in der Krippe betreuen lassen, um früh wieder in den Beruf einzusteigen, ist dabei natürlich auch ein entscheidender Punkt. Geld ist nun einmal ein essentieller Hebel für die Bildungsverläufe der Kinder.

Aber von der Kohle einmal abgesehen: Kinder wollen irgendwann auch nicht mehr nur mit Mama und Papa spielen, sondern suchen den Kontakt zu ihren Altersgenossen. Der zweistündige Besuch auf dem Spielplatz reicht oft nicht mehr aus. Die Sozialkompetenz eurer Kinder wird in der Kita, durch das Zusammentreffen mit anderen Kindern, besser geschult, als wenn sie den ganzen Tag nur mit euch zusammen sind – und dann kommt auch noch der Spaß beim Spielen und das Voneinander-Lernen hinzu. Einig sind sich jedoch alle Parteien darüber, dass kleine Kinder möglichst behutsam an ihren neuen Alltag herangeführt werden sollten. Die Eingewöhnungszeit verläuft unterschiedlich, aber mit vier Wochen solltet ihr schon rechnen.

Die Eingewöhnungszeit

Ein Elternteil sollte zu Beginn auf jeden Fall dabei bleiben, wenn ihr die ersten Male die Kita besucht. Die Länge des Aufenthalts, der am Anfang vielleicht ca. 2 Stunden betragen sollte, kann mit der Zeit verlängert werden, während ihr euch vielleicht für einen kurzen Moment zurückzieht. Auch diese Trennungsmomente werden allmählich verlängert, bis euer Schatz zum ersten Mal über Mittag alleine in der Kita bleibt.  Sollten eure Kinder wirklich noch sehr klein sein, eignet sich eine Tagesmutter, die noch nicht allzu viele Sprösslinge zu versorgen hat, vielleicht am besten. Sie hat mehr Zeit auf euer Baby einzugehen und hat dabei noch mehr Hände frei, als eine Kita-Betreuerin.

Fühlt sich das komisch an? Das ist ganz normal! Aber eurem Kind wird es gut gehen und ihr, als liebevoll-klammernde Eltern, werdet vermutlich zunächst mehr unter der ersten Trennung leiden als euer kleiner Engel.

Titelbild: ©panthermedia.net Jacky Simanzik

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