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Kinderschutz-Apps im Test: Nur zwei von neun empfehlenswert!

Kinderschutz-Apps
Helena
Geschrieben von Helena

Kontrolle ja, Überwachung nein!

Die lieben Kleinen und das Wunder Digitalisierung. Zugegeben, es ist gar nicht so einfach, Kindern eine kompetente Internet- und Mediennutzung zu vermitteln. Neben dem richtigen Maß wollen wir die Jüngsten vor allem vor den Risiken und Gefahren schützen, die die Nutzung des World Wide Web so mit sich bringen. Deshalb hat Stiftung Warentest sieben Kinderschutz-Apps und die Kinderschutz-Funktionen von Google (Android) und Apple (iOS) geprüft. Fazit? Nur zwei Apps sind wirklich empfehlenswert. Wir stellen euch Gewinner und Verlierer vor, verraten euch, was Kinderschutz-Apps können und was nicht und welche „Funktionen“ ihr euren Kids selbst beibringen müsst. 😉


Bevor ihr euch überhaupt für eine Kinderschutz-App entscheidet: Diese Apps schützen euer Kind nicht vor allen Gefahren und Risiken im Internet. Sie dienen lediglich als Unterstützung:

  „Die Apps helfen Eltern bei der Kontrolle und protokollieren, was das Kind tut. Umfassend schützen können sie es nicht“, so die Stiftung Warentest-Experten.

Was leisten Kinderschutz-Apps?

Generell dienen Kinderschutz-Apps dazu, die Zeit, die eure Kinder am Tablet, Smartphone und Co. verbringen, zu begrenzen und eure Kinder vor nicht altersgerechten Webseiten und Anwendungen zu schützen, indem ihnen der Zugriff beispielsweise verwehrt wird oder Apps blockiert werden. Außerdem können einige Apps durch GPS den aktuellen Standort eurer Kinder anzeigen und schlagen sogar Alarm, wenn der Nachwuchs vom ursprünglichen Weg abkommt.

Das hat Stiftung Warentest geprüft:

Für das Testurteil wurden vier verschiedene Kriterien berücksichtigt:

  • Funktionsumfang (35 Prozent)
  • Familienorientierung/Flexibilität (30 Prozent)
  • pädagogische Unterstützung (25 Prozent)
  • Basisschutz persönlicher Daten (10 Prozent)

Kinderschutz-Apps: Kontrolle ja, Überwachung nein!

Sicherheit und kompetente Nutzung gehen vor, sollten die Persönlichkeitsrechte jedoch nicht missachten. Denn auch Kindern steht Privatsphäre zu. Ganz nach dem Motto: Ein gesundes Maß an Kontrolle ist gut, Überwachung ist nicht besser! Und genau hier hapert es gerade bei der teuersten Kinderschutz-App.

Kinderschutz-App-Verlierer „Wondershare Famisafe“

Kontrolle auf Schritt und Tritt ist auch bei Kindern nicht die richtige Herangehensweise. Und genau dadurch zeichnet sich „Wondershare Famisafe“ aus. Aufgrund ihrer übertriebenen Überwachungsfunktion (kann beispielsweise den Chatverlauf nach Schlüsselworten analysieren, um Cyber-Grooming* zu verhindern) bekommt sie deshalb nur die Note „ausreichend“ von Stiftung Warentest. Mit einer Jahresgebühr von knapp über 70 Euro scheidet sie damit gleich als doppelter Verlierer aus.

*Cyber-Grooming bezeichnet die anzügliche oder übergriffige Kontaktaufnahme zu Kindern über das Internet.

Weitere Apps, die eher auf Überwachung ausgelegt sind und/oder bei denen die pädagogische Unterstützung auf der Strecke bleibt, sind die Kinderschutz-Apps von McAfee, Norton und Kaspersky.

Kinderschutz-Apps-Testsieger „Salfeld Kindersicherung“ (KiSi) für Android-Smartphones

Mit 19,95 Euro pro Jahr ist die Salfeld Kindersicherung (KiSi) schon erschwinglicher und zeichnet sich vor allem durch sinnvolle Funktionen aus und bekommt deshalb das Testurteil „gut“. Hier stehen weniger Kontrolle und stattdessen Absprachen zwischen Eltern und Kind sowie pädagogische Unterstützung im Mittelpunkt.

Kostenlose Kinderschutz-Programme von Google und Apple

Auch die kostenlose Kinderschutz-App „Family Link“ von Google für Android und das gratis Kinderschutz-Programm von Apple, das in die Betriebssysteme iOS und iPadOS integriert ist, sind laut Stiftung Warentest zu empfehlen und haben gut bis sehr gut abgeschnitten. Eine weitere kostenlose App, mit der sich der Zugriff auf ungeeignete Webseiten verwehren lässt, ist JusProg.

Das komplette Testergebnis und weitere Tipps findet ihr bei Stiftung Warentest.

Kinderschutz-Apps plus Medienkompetenz!

Ihr habt euch für eine Kinderschutz-App entschieden? Das ist zwar ein wichtiger Schritt, die App ersetzt allerdings keine Absprachen und auch kein vertrauensvolles Verhältnis zwischen euch und euren Kindern. Um eure Kinder zu verantwortungsvollen Digital Natives zu erziehen, sind regelmäßige Gespräche, Regeln (statt Verbote), gegenseitiges Vertrauen und auch das Sammeln eigener Erfahrungen die Voraussetzung. Auch ist es wichtig, dass ihr die Interessen und Vorlieben eurer Kinder kennt und gemeinsam geeignete Webseiten, Apps und so weiter heraussucht. Und für uns Erwachsene ist es zudem gut, uns noch mal mit den möglichen Gefahren und Risiken zu beschäftigen. Und diese dann altersgerecht mit dem Nachwuchs zu besprechen. Dies gilt vor allem für Chats, Social Media-Plattformen und Ähnliches.

Weitere Tipps, um eure Kinder zu kompetenten Mediennutzern/innen zu erziehen, findet ihr auf der Webseite der Initiative “SCHAU HIN!”.

Lest auch noch mal unseren Beitrag “ADHS durch Nutzung digitaler Medien?“!

Titelbild: © New Africa

Über den Autor

Helena

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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