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Kinderladen aka Elterninitiative: Mitgestaltung und intensive Betreuung

Kinderladen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Von Eltern gegründet und finanziert.

Ihr wollt für euer Kind rechtzeitig einen Kitaplatz finden? Dann beginnt am besten mit der Suche, sobald euer Baby auf die Welt gekommen ist beziehungsweise so früh wie möglich. Gerade staatlich geförderte Kitaplätze sind rar. Ihr wünscht euch eine intensive Betreuung eures Kindes und möchtet seinen Alltag mitgestalten können? Dann könnte ein Kinderladen – auch Elterninitiative (kurz „Ini“) genannt – der passende Betreuungsort für euren Nachwuchs sein.


Die Kinderladenbewegung begann 1968 in Berlin, Stuttgart und Hamburg und wurde von Eltern, die sich bei der Kindererziehung gegenseitig unterstützen wollten und sich für eine antiautoritäre Erziehung aussprachen, ins Leben gerufen. Kinderläden sind somit selbstverwaltete (alternative) Kindergärten, die von freien Trägervereinen – meist Elterninitiativen – finanziert, gegründet und organisiert werden. Dennoch liegt wie bei anderen Kindergärten auch die Fachaufsicht beim Jugendamt. Die Bezeichnung „Laden“ stammt daher, dass zu Beginn der Kinderladenbewegung viele kleine Tante Emma Läden aufgrund großer Supermärkte schließen mussten und diese Räume günstig zu mieten waren.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kinderladen und einer Kita?

Kleinere Gruppen und intensivere Betreuung

Vor allem Kleinkinder und sehr sensible Kinder benötigen viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Gewöhnliche Kitas haben meist größere Gruppen, weniger Betreuer und auch die Räumlichkeiten sind wesentlich größer als bei einem Kinderladen, in dem maximal zwischen 15 und 19 Kinder von mehreren Erziehern (hoher Betreuungsschlüssel/Personalschlüssel) betreut werden. Wünscht ihr euch für euer Kind also eine persönlichere Atmosphäre und mehr Raum für Individualität sowie mehr Aufmerksamkeit von den Erziehern, ist es in einem Kinderladen wahrscheinlich besser aufgehoben als in einer gewöhnlichen Kita. Hier findet ihr außerdem die wichtigsten Experten-Tipps für die Eingewöhnung in den Kindergarten.

Eltern werden eingebunden

Damit der Alltag in einem Kinderladen rund läuft, ist die Einbindung der Eltern in organisatorische und alltägliche Aufgaben nicht nur wünschenswert, sondern meist unausweichlich. Das bedeutet für euch Eltern dementsprechend mehr Rechte aber auch mehr Pflichten. Falls ihr bislang keine staatlich beziehungsweise kirchlich geförderte Kita gefunden habt und auch die Kinderläden in eurer Nähe keinen Platz mehr für euren Zwerg haben, könntet ihr natürlich auch selbst eine Elterninitiative gründen. Dann entscheidet ihr beispielsweise gemeinsam, wer die Leitung übernimmt, welche Erzieher engagiert werden, ihr seid für die Buchhaltung und Neuaufnahmen zuständig und beteiligt euch an der Zubereitung des Mittagessens sowie an allen anfallenden Kosten. Natürlich ist die Einbindung der Eltern auch immer von den finanziellen Möglichkeiten abhängig. Je mehr Budget ihr habt, umso weniger seid ihr als Eltern eingespannt. Es sei denn, ihr wollt es! 😉

Pro und Contras der Elterninitiative rechtzeitig abwägen!

In Zeiten der Kitaplatzknappheit werden alternative Betreuungseinrichtungen für Kinder immer elementarer. Je nachdem, ob ihr in einer Großstadt oder eher ländlich lebt, habt ihr bei den Betreuungskonzepten leider nicht immer die Wahl. Zudem seid ihr natürlich auch in Großstädten froh, wenn ihr überhaupt einen Kitaplatz bekommt. Diesen abzulehnen, weil euch das Konzept nicht zusagt, ist verständlich, kann euch allerdings auch in eine missliche Lage bringen und ihr verliert im schlimmsten Fall den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Wägt daher gut ab, welche Prioritäten ihr beispielsweise aus beruflichen Gründen setzen müsst. Seid ihr beruflich stark eingebunden, bietet euch ein Kindergarten in der Regel ein größeres Zeitfenster als ein Kinderladen. Zudem bieten euch auch Kitas (Kinderkrippen und Kindergärten) häufig unterschiedliche Betreuungskonzepte, die die individuelle Entwicklung eures Kindes trotz größerer Gruppen ebenfalls fördern können. Vielleicht kommt auch ein Waldkindergarten für euren Nachwuchs in Frage? Eine passende Kita zu finden, bedeutet also vor allem, dass ihr euch einen persönlichen Eindruck verschafft, bevor ihr euch für ein Betreuungskonzept entscheidet.

Ihr benötigt noch weitere Tipps für die Kita-Suche? Dann lest unseren Beitrag: „Wie finde ich eine gute Kita?

Titelbild: © Oksana Kuzmina

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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