Kleinkind

Kindergarten oder Kita gesucht? So findet ihr eine gute Einrichtung

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Wodurch zeichnet sich ein guter Kindergarten aus?

Kita- und Kindergartenplätze sind rar gesäht. Das wisst ihr längst. Auch, dass Erzieher innerhalb Deutschlands unterbezahlt sind und deshalb streiken. Worüber ihr viel zu wenig wisst? Ob der Kindergarten, in den euer Kind tagein und tagaus geht, auch wirklich gut ist.


Bei einem Kindergartenplatz habt ihr nicht wirklich die große Wahl, denn froh ist der, der überhaupt einen Platz in der Nähe des Wohnortes findet. Dennoch solltet ihr Ansprüche stellen und euren Knirps vor allem während der Eingewöhnungsphase, aber auch danach, im Auge behalten, denn dann seid ihr nicht mehr direkt vor Ort und könnt nur mit Hilfe der Gemütslage und anhand der Erzählungen eures Kindes in Erfahrung bringen, ob es dem Sprössling dort wirklich gut geht. Noch prägender sind dabei natürlich Ganztags-Einrichtungen.

So findet ihr den richtigen Kindergarten:

  • Überlasst ihr euer Kind zum ersten Mal einer Tagesmutter, werdet ihr schnell feststellen, ob es eurem Sprössling gut geht oder nicht. Meine Nichte war zum Beispiel immer weinerlich, wenn sie dort ‚abgeliefert‘ wurde. Nachdem ein erneuter Versuch mit einer anderen Tagesmutter gestartet wurde, war sie wie ausgewechselt. Es flossen keine Tränen mehr und anhand von Fotos und Basteleien hat meine Schwester schnell erkannt, dass sie sich dort (gemeinsam mit anderen Kindern) pudelwohl fühlt und mit nichtmal zwei Jahren schon lernt, zu basteln, zu malen und somit perfekt für ihre Kindergartenzeit vorbereitet wird.
  • Kommt euer Kind in den Kindergarten, legt ihr fest, wie häufig ihr euer Kleines begleitet. Selbst, wenn es den Erzieherinnen nicht passt, entscheidet ihr gemeinsam mit eurem Sprössling, wann ihr ihn nicht mehr begleitet. Lest hier noch mal Tamaras Beitrag zur Eingewöhnungsphase.
  • Überlegt euch, welche Lernziele ihr euch für euer Kind wünscht und entscheidet dann, ob es ein „normaler“ Kindergarten oder doch ein Montessori-, Wald- oder Waldorfkindergarten werden soll.
  • Wieviel Freizeit haben die Kinder in dem ausgewählten Kindergarten wirklich? Bekommen sie dort schon eine Art Stundenplan auferlegt, haben sie kaum Möglichkeiten, sich frei zu entfalten.
  • Ist das Programm abwechslungsreich? Achtet darauf, dass nicht nur gemalt oder draußen gespielt wird. Auch gemeinsames Singen, sportliche Aktivitäten, Ausflüge, bei denen auch die Eltern mitkommen können, und Ruhephasen sind wichtig. Wie immer macht es die Mischung! 🙂
  • Gefällt euch und eurem Kind das Spielangebot? Wie sauber sind die Toiletten und wieviel Hilfe bekommen die Kinder, wenn sie auf die Toilette müssen oder sich die Zähne putzen sollen?
  • Lasst euch berichten, was euer Sprössling dort gemacht hat. Ist er oder sie unzufrieden oder wird über die Erzieher geschimpft und warum? Es gibt gar nichts zu erzählen? Wirkt euer Kind eingeschüchtert, traurig oder sogar ängstlich? Dann solltet ihr ein freundliches Gespräch mit den Erziehern suchen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.
  • Findet sich über diesen Wege keine Einigung, bringt es nicht wirklich etwas, die jeweiligen Erzieher als unfähig abzustempeln. Stattdessen sollte die Problematik gemeinsam angegangen oder gegebenfalls durch einen Einrichtungswechsel grundlegend geändert werden.

 

NUBBEK-Studie 2012

Mit Hilfe der NUBBEK-Studie 2012 wurden unter anderem zum ersten Mal Stichproben in Kindergärten, Tagesstätten und Krippengruppen mit einbezogen und ausgewertet, um einen Überblick über die Qualität der außerfamiliären Betreuungsangebote zu bekommen. NUBBEK steht für: Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit.

Unter Punkt vier der Broschüre wird die pädagogische Qualität zusammengefasst, die mithilfe von Interviews und Fragebögen der Gruppenerziehern, Tagespflegepersonen und Einrichtungsleiterinnen ermittelt wurde.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Bezogen auf die pädagogische Qualität erreichen 80% der außerfamiliären Betreuungsangebote nur einen durchschnittlichen Wert. Hier ist vor allem die individuelle Organisationskultur gefragt, um den Qualitätsstandart zu verbessern. Das bedeutet genauer, dass sich Einrichtungsleiter und Erzieher hinterfragen müssen und sich mit den Eltern (und Kindern) auf gemeinsame Qualitätsdiskurse einigen müssen.

Bild: © BlueOrange Studio – Fotolia.com

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