DIY Familie Kleinkind

Kindergarten: Das perfekte Abschiedsgeschenk

Abschiedsgeschenk
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Die 29-jährige Mutter von vier Kindern Angelina Aust liebt es kreativ tätig zu sein, 0815-Geschenke kommen für sie nicht in Frage. Auch als Abschiedsgeschenk vom Kindergarten hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen und lässt uns nun daran teilhaben.


Wenn die Kleinen groß werden und es auf die Schule zu geht, naht auch der Abschied vom Kindergarten. Da ich vier Kinder habe, von denen schon drei den Kindergarten verlassen haben, kenne ich das Problem, ein passendes Abschiedsgeschenk zu finden. Man schaut im Internet, beratschlagt sich mit anderen und findet trotzdem nichts wirklich Tolles. Ihr habt bestimmt schon gesucht und überwiegend Ideen gefunden, die es schon gab oder  nur so vor Einfallslosigkeit strotzen. Vor ein paar Jahren hatte ich mich aus dieser Not dazu entschlossen eine eigene Geschichte zum Abschied zu schreiben. Ich besorgte ein passendes Geschenk und es war ein voller Erfolg. Es flossen Tränen der Rührung und die kleinen „Schulis“ waren von Stolz erfüllt. Seit dem schreibe ich regelmäßig für die Abschiede Geschichten, auch wenn meine Kinder gerade keinen Abschied haben. Und weil ich finde, dass die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, denen wir unser Allerliebstes anvertrauen, gewürdigt werden sollte, zeige ich euch meine Geschichten und Geschenke.

Abschiedsgeschenk für den Kindergarten:

 

PantherMedia A7176672Erste Geschichte/ Geschenkidee:

Ich kaufte im Baumarkt eine Friesenbank für ca. 20,00 Euro.

Bevor ich die Bank zusammen baute, brannte ich mit einem Lötkolben die Vornamen der Kinder in die Rückenlehne.

Die Lehne der Bank wurde zur Abschlussfeier mit einem Laken verhüllt und an passender Stelle der Geschichte, die ich vorlas, von den Kindern enthüllt.

 

Die Geschichte: Die Bank der Kinderherzen

In einem großen Garten stand eine kleine, unscheinbare Bank. Um sie herum tummelten sich stets viele Menschen, doch keiner setzte sich. Die Menschen sind immer in Eile und verlieren manchmal den Blick für das Wesentliche und die kleinen aber wichtigen Dinge im Leben.

Eines Tages kam ein Junge, sah sich die Bank  an, kletterte bemüht auf sie und betrachtete die vielen Menschen um sich herum. Plötzlich fragte er: „Sag mal Bank, Du siehst so viele Menschen und hörst so viele Dinge. Kannst Du mir sagen was Liebe ist?“  Das Holz der Bank knartschte ein wenig und  erwiderte dann : „Kind, es gibt viele Arten von Liebe, aber jede Art besteht aus vielen kleinen Dingen. Stell dir vor, es gibt ein Gerüst das heißt Vertrauen. Vertrauen ist das, was alles zusammen hält.“

„Vertrauen kenne ich. Das ist, wenn man Jemandem ein Geheimnis erzählen kann und der es nicht weiter petzt! Oder wenn man balanciert und noch Angst hat, und genau weiß, dass man nicht los gelassen wird, wenn einer die Hand hält.“ „Ja das ist Vertrauen. Und dann gibt es noch viele kleine Dinge, die alle zusammen etwas ganz Großes ergeben.“

„ DIE LIEBE“, rief der Junge aufgeregt. „Ja, ganz recht. Liebe besteht daraus, sich einander Mut zu machen, und aus Fürsorglichkeit.“ „Ist die Fürsorglichkeit, wenn man immer aufräumt?“ Die Bank antwortete erheitert: „Nein. Fürsorglichkeit ist , wenn sich einer um dich kümmert und für dich sorgt.“

„Ach so! Im Kindergarten kümmern sich meine Erzieherinnen auch um uns. Die helfen uns beim Anziehen und beim aufs Klo gehen! Und sie kleben uns bunte Pflaster auf, wenn man hingefallen ist. Erzähl mir bitte weiter, liebe Bank!“

„Manchmal gehört auch Streit dazu. Aber genauso wichtig ist die Versöhnung. Und wenn man traurig ist oder Kummer hat, braucht man Halt und Trost. Freundschaft, Akzeptanz und Toleranz gehören auch dazu.“

„Mhm…Freunde hab ich auch, aber die anderen Beiden kenne ich nicht!“ „Akzeptanz und Toleranz bedeutet, es nicht schlimm zu finden, wenn jemand anders ist. Es bedeutet die Menschen so gern zu haben, wie sie sind und vor allem, weil sie anders sind.“

„Ah! Dann kenn‘ ich die beiden doch!“

„Das dachte ich mir! Weitere kleine Dinge, die die Liebe ausmachen sind: Großzügigkeit,Verständnis, Aufmerksamkeit, und Gefühl. Und auch Wärme, Hilfe und Verzicht sind wichtig!“

„Ja das stimmt.“, warf der Kleine ein „Wenn mir im Kindergarten kalt ist, nimmt mich meine Erzieherin auf ihren Schoß und wärmt mich. Und wenn ich sage, dass ich noch Riesenhunger habe, ist das ehrlich so! Und wenn meine Erzieherin dann ihr gekochtes Ei abgibt und ich das essen darf, hat sie darauf verzichtet!“

Die Bank bemerkt: „Ja, ich glaube du kanntest die Liebe schon vorher, kanntest nur ihre vielen Namen nicht!“

„Das glaub ich auch, weil ich kann ja nicht alle Namen kennen. Ich bin ja kein Lexikon, ähm Wörterbuch! Waren das denn alle Teile?“, hakte er nach, um auch sicher zu gehen, nichts verpasst zu haben.

„Nein, es gibt noch etwas. Die Treue und die Zärtlichkeit! Und vor allem gehört zur Liebe auch los lassen zu können, auch wenn es schwer fällt!“

Der Junge sitzt kurz stumm da und denkt nach. Dann schlussfolgert er: „Also bei mir im Kindergarten wird uns geholfen und getröstet werden wir auch. Uns wird Mut gemacht, wir haben Spaß, wir teilen, und Vertrauen haben wir auch.

Alles, was du gesagt hast, kenne ich vom Kindergarten und zu Hause. Und weißt Du was? Ich glaube unsere Erzieherinnen lieben uns richtig doll, weil die uns bald auch gehen lassen, obwohl sie uns so gerne haben.“

Und plötzlich wirkte die Bank nicht mehr so unscheinbar. In ihrem Holz erschienen nach und nach wie von Zauberhand die Namen der Kinder, von denen der Junge soeben sprach. Völlig verwundert stand der Junge auf  und erkannte einige Namen seiner Freunde wieder. Er strahlte und fragte die Bank nach dem Grund dafür. Die Bank erklärte ihm: „In deinem Kindergarten gibt es so viel Liebe. Nimm mich mit und stell mich dort hin. Ich helfe deinen Erzieherinnen, sich zu erinnern und Du hilfst mir damit, endlich gebraucht zu werden.“

 

Zweite Geschichte/ Geschenkidee:

Für das zweite Abschiedsgeschenk kaufte ich für 10,00 Euro einen weißen Schmetterling aus Bast zum Hinhängen und bastelte für jedes Kind einen kleinen Schmetterling aus Papier. Jeder sah anders aus und war mit dem Namen versehen. Zum Schluss hing ich die kleinen Schmetterlinge mit dünnem Band an den großen Schmetterling.

PantherMedia A12979161Die Geschichte: Wie aus kleinen Raupen Schmetterlinge wurden

Als die kleine Schulanfängergruppe eines Nachmittags draußen auf der Wiese spielte, fiel einem der Mädchen ein wunderschöner Schmetterling auf.

Sie beobachtete ihn, wie er so um die Blumen flatterte und sich in den schönsten Farben stolz zur Schau stellte.

„Sieh mal!“, rief sie ihrer Erzieherin zu. „ Da ist ein Schmetterling.“

Die Erzieherin sah sich das Schauspiel an. Sie holte die Gruppe zusammen, um alle Kinder auf das Geschehen aufmerksam zu machen.

„Ich weiß gar nicht so viel über Schmetterlinge. Wer kann mir denn da von euch helfen?“, fragte sie um den Kindern ihr Wissen zu entlocken.

„Die fliegen so rum“, rief eines der Kinder.

„Ja weil sie’s können! Die sind frei“, warf ein anders Kind ein.

„Ja und bevor die Schmetterlinge sind, waren das Raupen!“

„Mensch“, lobte die Erzieherin, „ihr wisst aber viel über die Schmetterlinge.“

„Jaha“, sprach ein Schulanfänger von Stolz erfüllt.

„Und die fliegen zu den Blumen, weil sie so gut duften. Die verteilen dann den Staub überall.“

Die Frau erklärte den Kindern: „Zuerst sind es Raupen. Sie fressen so viel wie möglich, damit sie sich dann verpuppen können. Dann sind sie in einem Kokon, wo sie eine ganze Weile drin bleiben, um dann zu einem wunderschönen Schmetterling zu werden. Und die Schmetterlinge fliegen von Blume zu Blume, holen sich den Nektar und tragen den Blütenstaub weiter, damit wieder neue Blumen wachsen.

„Wir waren auch mal Raupen!“, rief ein Junge in die Runde.

Die Erzieherin runzelte die Stirn, schmunzelte und fragte: „Wirklich? Na dann erklär‘ mir mal, wie ihr Raupen gewesen sein könnt?“

„Also. Wir kamen in den Kindergarten und konnten uns noch nicht so gut bewegen wie jetzt. Genau wie Raupen!“

Ein anderes Kind unterbrach: „Ja, wir brauchten Hilfe. Ihr habt uns geholfen. Und ihr habt uns auch irgendwie gefüttert!“

Die Erziehern stutze: „Naja, manchen von euch haben wir vielleicht etwas geholfen beim Essen, aber…“

„Nix aber“, sagte ein Kind, „ihr habt unsere Köpfe gefüttert mit Zahlen, Buchstaben, Farben, den tollsten Ideen und Geschichten!“

„Ja, genau“, sagte ganz schüchtern ein kleines Mädchen, „und unsere Herzen habt ihr auch gefüttert.“

Die Erzieherin holte tief Luft, um einige Tränen zu unterdrücken.

„Richtig“, sagte ein anderes Mädchen, „ihr habt unsere Herzen damit gefüttert, dass wir an uns selbst glauben. Und damit, dass wir ganz besonders sind….uuuuund …“

„Mit gaaaaaaanz viel Liebe!“ ,führte ein Junge den Satz fort.

Die Erzieherin zückte ein Taschentuch, um sich eine Träne von der Wange zu wischen. Sie drückte die Kinder fest an sich und sagte: „So gesehen habt ihr ja Recht. Und jetzt, meine lieben Kinder, seid ihr die schönsten Schmetterlinge. Jeder anders und so besonders. Und bald flattert ihr davon, um der Welt zu zeigen, wie toll ihr seid.

„Stimmt!“, sagte ein Mädchen, „Und ihr habt uns geholfen noch toller zu werden. Du musst nicht traurig sein. Nach uns kommen wieder neue kleine Raupen und wir kommen dann bestimmt mal vorbei geflogen, um euch zu besuchen.“

Mit dieser Geschichte bedanken und verabschieden sich die kleinen Schmetterlinge und ihre Eltern ganz herzlich.

Ihr wünscht euch weitere Tipps für ein passendes Abschiedsgeschenk? Dann schaut mal in unseren Beitrag Abschiedsgeschenke für den Kindergarten und

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

6 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar