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Kawasaki-ähnliches Syndrom und Corona bei Kindern

Kawasaki
Saskia
Geschrieben von Saskia

Gibt es einen Zusammenhang?

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verläuft bei Kindern eher mild. Seit einigen Wochen wird allerdings vermehrt von Kindern berichtet, die nach einem Corona-Infekt an einem Syndrom, das dem Kawasaki-Syndrom ähnelt, erkrankt sind. Wir haben die wichtigsten Infos für euch!


Bei dem Kawasaki-Syndrom handelt es sich um eine Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis) bei Kleinkindern und kann – sofern die Entzündung nicht behandelt wird – die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) irreversibel schädigen. Neben mehr als 100 Fällen in New York, sind auch Kinder in der Schweiz, in Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland (2 Kinder aus Dresden) an dem Syndrom erkrankt. Jährlich erkranken zwischen 200 bis 300 Kinder in Deutschland am Kawasaki-Syndrom.

Italienische Studie deutet auf Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2 und einem Kawasaki-ähnlichen Syndrom hin

Eine Studie des Papa Giovanni XXIII Krankenhauses im italienischen Bergamo belegt, dass es seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zehn Kinder pro Monat gab, die dem Kawasaki-Syndrom ähnelnde Krankheitsverläufe zeigten. In den vorangegangenen fünf Jahren gab es alle drei Monate nur einen Fall. Bei den zehn betroffenen Kindern wurden acht Kinder positiv auf Corona-Antikörper getestet. Bei den restlichen zwei Kindern gehen Ärzte von einem fehlerhaften negativen Antikörpertest aus.

Ob die Ursache für das Kawasaki-Syndrom in den aktuellen Fällen immer auf eine Covid-19 Erkrankung zurückzuführen ist, sei (noch) unklar, berichtet das Ärzteblatt. Denn neben Covid-19 kann das Kawasaki-Syndrom auch aus gewöhnlichen Erkältungsviren (Rhinoviren), das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) sowie aus vier harmlosen Coronaviren 229E, HKU1, NL63 und OC43 resultieren.

Symptome des Kawasaki-Syndroms

  • Fieber über mindestens fünf Tage
  • Verfärbte und geschwollene Hände und Füße
  • Hautausschlag
  • trockene Bindehautentzündung (= nicht eitrig)
  • Erdbeerzunge und gerissene Lippen
  • Schwellung der Halslymphknoten

Ein 9-jähriger Junge aus den USA litt neben Fieber zudem unter Bauchschmerzen und Erbrechen, weshalb Ärzte zuerst eine Blinddarmentzündung vermuteten.

Der Unterschied zwischen dem Kawasaki- und dem Kawasaki-ähnlichen Syndrom ist, dass in den aktuellen Fällen nicht alle Kinder unter allen Kawasaki-Symptomen litten. Auch ist der Verlauf der aktuellen Erkrankungen wesentlich stärker und gefährlicher. Aus der Bergamo-Studie geht beispielsweise hervor, dass Störungen der Herzfunktionen und ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks diagnostiziert wurden. Auch die Altersgruppe unterscheidet sich: Während am Kawasaki-Syndrom eher Kleinkinder erkranken, liegt die Altersspanne beim Kawasaki-ähnlichen Syndrom zwischen fünf und 14 Jahren. Der Altersdurchschnitt der betroffenen Kinder liegt bei siebeneinhalb Jahren. (Quelle: Ärzteblatt)

Wie wird das Kawasaki-Syndrom behandelt?

Sofern die Erkrankung frühzeitig behandelt wird, kann eine Infusion mit Antikörpern (Immunglobuline) die Entzündungsreaktionen schnell stoppen. In der Regel treten auch keine Komplikationen auf und das Kind wird wieder vollständig genesen. Allerdings zeigt auch hier die Bergamo-Studie, dass die Behandlung aufgrund der derzeit akuteren Krankheitsverläufe nicht in allen Fällen ausreichte, weshalb zusätzlich Steroide verabreicht werden mussten.

Dann solltet ihr ein Krankenhaus aufsuchen

Ärzte betonen, dass ein Kind, das hohes Fieber und gerötete Augen oder leicht geschwollene Lymphknoten hat, nicht gleich am Kawasaki (-ähnlichen) Syndrom erkrankt sein muss.

Kommen jedoch weitere Symptome wie etwa ein Hautausschlag hinzu und/oder Symptome, die euch ungewöhnlich erscheinen, solltet ihr den Infekt schnellstmöglich abklären lassen.

Titelbild: © Pixel-Shot

Über den Autor

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Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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