Eltern featured Schulkind

Immer mehr Kinder gehen ohne Frühstück zur Schule

Frühstück
Saskia
Geschrieben von Saskia

Schulen sollen helfen!

Den Tag als Familie gemeinsam am Frühstückstisch zu beginnen, ist nicht immer einfach. Besonders unter der Woche muss es schnell gehen, damit alle pünktlich in die Kita, Schule und zur Arbeit kommen. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Discounters Lidl hat nun ergeben, dass jedes zehnte Grundschulkind ohne Frühstück seinen Schultag beginnt.


Für die Erhebung wurden mehr als 1.000 Mütter und Väter befragt, die mindestens ein Kind im Grundschulalter haben. Obwohl für 53 Prozent der befragten Eltern das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, gehen von den drei Millionen Grundschulkindern in Deutschland rund 300.000 Kinder mit leerem Magen in den Unterricht. Zudem gaben neun Prozent der befragten Eltern an, dass ihre Kinder morgens allein zu Hause frühstücken müssen. Für 57 Prozent der Eltern sei es oft nicht leicht oder gelinge es überhaupt nicht, dass sich ihr Kind so ernähre, wie sie es gern möchten. Zudem wünschen sich 53 Prozent, dass ihre Kinder in der Schule noch besser über gesunde Ernährung aufgeklärt werden. Lest hier, wieso ihr so oft wie möglich versuchen solltet, gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen.

Wieso ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Damit euer Kind fit und konzentriert in den Tag startet, benötigt es ein ausgewogenes Frühstück. Ob Schulweg oder Unterricht: Werden Körper und Geist nicht mit der notwendigen Nahrung – darunter fällt auch das sogenannte Brainfood – versorgt, sinken Konzentration und Leistungsfähigkeit rapide. Daraus können wiederum schlechte Schulnoten, eine hohe Infektanfälligkeit sowie Erkrankungen wie Diabetes und Übergewicht resultieren.

Schulen sollen mit Notfrühstück unterstützen

Der Deutsche Lehrerverband sowie Kinderrechtsexperten von SPD, Grünen und FDP sind der Meinung, dass Schulen mit der Unterstützung durch Länder und Kommunen ein Notfrühstück zur Verfügung stellen sollten, damit kein Kind mit leerem Magen in den Unterricht gehen muss. Um Eltern bei Bedarf finanziell und beratend zu unterstützen, fordert Susann Rüthrich (SPD), Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestags deshalb eine Kindergrundsicherung:

„Ein gutes und gesundes Frühstück sollte für alle Kinder eine Selbstverständlichkeit sein“. Die meisten Eltern wüssten das. Es sei aber im oft hektischen Alltag nicht immer leicht umzusetzen. „Einige Kommunen finanzieren mittlerweile ein Frühstück in Grundschulen, das für Kinder aus armen Familien auch kostenlos ist. Diese Ansätze gilt es auszubauen“, meint auch die Grünen-Kinderrechtsexpertin Katja Döring.

 

4 Tipps, damit eure Kids morgens frühstücken

1. Frühstück vorbereiten

Falls die Zeit morgens zu knapp zum Frühstückmachen ist, deckt bereits am Abend den Tisch und überlegt euch gemeinsam, was ihr frühstücken wollt. Die Müslimischung könnt ihr beispielsweise schon in die Schale füllen und abdecken. Einige Obstsorten könnt ihr auch schon waschen und/oder auf ein Schneidebrett legen.

2. Gemeinsam einkaufen

Damit sich euer Kind auf das Frühstück freut, involviert es in den Einkauf mit ein. Einigt euch dabei auf eine ausgewogene Mahlzeit, die eine kleine Portion Obst, Nüsse und/oder Gemüse beinhaltet.

3. Aus der Ferne teilhaben

Leider klappt es nicht immer, das Frühstück gemeinsam einzunehmen. Versucht dennoch am Vorabend gemeinsam zu klären, was euer Kind am nächsten Morgen isst. Und auch hier gibt es kleine Tricks, wie ihr zumindest aus der Ferne am Frühstück eures Kindes teilnehmen könnt. Lasst euch zum Beispiel jeden Morgen ein Bild oder Video vom Frühstück eures Kindes schicken.

4. Gemeinsames Frühstück trotz Nachtschicht

Ihr habt Nachtschicht und geht eigentlich gerade ins Bett, wenn euer Kind aufsteht? Besorgt auf dem Nachhauseweg frische Brötchen und nehmt das Frühstück gemeinsam ein, bevor ihr in den Schlaf fallt.

5. Frühstücksmuffel

Auch ein Grundschulkind kann ein Morgenmuffel sein und hat am frühen Morgen möglicherweise noch keinen Appetit. Beherzigt auf jeden Fall unseren zweiten Tipp und versucht euch darauf zu einigen, dass es beispielsweise nur eine dünne Scheibe (Vollkorn-) Brot mit Belag oder eine kleine Portion Müsli isst. Ist ihm das immer noch zu viel, könnt ihr es auch mit klein geschnittenen Frucht- oder Gemüsestücken und einer Handvoll Nüssen probieren. Zudem empfehlen wir euch, die Butter- beziehungsweise Pausenbrote kreativ und abwechslungsreich zuzubereiten.

6. Geringes Budget

Eine Familie zu ernähren, ist kostspielig. Oftmals müssen daher auch Abstriche bei Lebensmitteln gemacht werden. Dazu zählen oft frische und damit auch meist gesunde Produkte wie Obst, Gemüse sowie Fleisch und Milchprodukte in Bioqualität. In solch einem Fall hilft es, auf Angebote zu achten und den Wochenmarkt zum Ende der Öffnungszeiten zu besuchen. Viele Stände verkaufen ihre Waren dann günstiger. Zudem müsst ihr nicht gleich den gesamten Kühlschrank mit Gemüse und Co. füllen. Für ein ausgewogenes Frühstück genügt neben guten Kohlenhydraten zum Beispiel bereits ein halber Apfel und eine halbe Paprika.

Titelbild: © gpointstudio

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

Hinterlasse ein Kommentar