Gesundheit Kinderwunsch

Ihr Kinderlein kommet!

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Neue Hoffnung bei Kinderwunsch

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann das ganze Leben beeinträchtigen. Viele Frauen, die ungewollt kinderlos sind, haben später mit Depressionen zu kämpfen. Mithilfe einer Gebärmutter-Transplantation kann einigen Frauen möglicherweise geholfen werden. In Tübingen wurde 2016  das erste Mal in Deutschland erfolgreich eine solche Operation durchgeführt. Wie läuft eine solche Operation ab und wem kann damit geholfen werden? 


Das Universitätsklinikum Tübingen hat am 14. Oktober 2016 zum ersten Mal in Deutschland erfolgreich eine Gebärmutter transplantiert. Einer 23-jährigen Frau wurde so die Chance gegeben selbst Mutter zu werden. Diese Option war von der Natur nicht gegeben, da die Patientin von Geburt an unter dem Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom litt, einer Fehlbildung bei der meist anstelle von Vagina und Gebärmutter lediglich ein Gewebestrang vorhanden ist.

Etwa drei bis fünf Prozent aller Frauen sind laut dem Universitätsklinikum Tübingen wegen eines angeborenen Fehlens, Verlustes oder einer Fehlbildung der Gebärmutter unfruchtbar. Bisher hatten diese Patientinnen in Deutschland nur die Chance über Adoption ein Kind zu bekommen. Eine Leihmutterschaft ist in der Bundesrepublik verboten.

Die Transplantation der Gebärmutter bietet so eine neue Möglichkeit, den Frauen ihren Kinderwunsch zu erfüllen. In Schweden hat bereits 2014 eine Frau mit einer transplantierten Gebärmutter ein gesundes Kind geboren. Die Geburtenrate nach erfolgreichen Transplantationen liegt in dem nordischen Land mittlerweile bei über 80 Prozent.

Die Fakten zur Operation

Trotz den erfolgreichen Ergebnissen handelt es sich bei dieser Operation noch nicht um reine Routine. Sowohl Organspenderin als auch -empfängerin müssen monatelang vorbereitet und überwacht werden. Erst bei der Entnahme der Gebärmutter können die Ärzte wirklich beurteilen, ob sie für eine Transplantation geeignet ist. Das Einbringen des neuen Organs dauert dabei meist zwölf Stunden. Diese lange Operationszeit ergibt sich unter anderem aus den Tests, die die Durchblutung überprüfen. Erst wenn die Gebärmutter vollständig vom Körper der Empfängerin mit Blut versorgt wird, kann das Organ angenommen werden.

Wer eignet sich als Spender?

Als Spenderinnen eignen sich Frauen, die gesund sind und ihre eigene Familienplanung bereits abgeschlossen haben. Nahe Verwandte wie die eigene Mutter, Tante oder Schwester werden hier bevorzugt. Auch muss bei der Spenderin die psychische Stabilität gewährleistet sein, um die mögliche Entwicklung einer Depression gering zu halten.

Um schwanger zu werden, bekommen die Empfängerinnen zuvor Eizellen entnommen, die mit den Spermien des Partners bei einer In-vitro-Fertilisation zusammengebracht werden. Frühestens ein Jahr nach der Operation wird der erste Versuch schwanger zu werden, unternommen.

Die Schwangerschaft muss in einem spezialisiertem Zentrum überwacht werden, da sie der Risikoeinstufung unterliegt. Die Geburt selbst wird mit einem Kaiserschnitt eingeleitet, um einen möglichen Abriss der Gebärmutter zu verhindern. Bisher wird den Frauen, die nach einer Gebärmutter-Transplantation schwanger wurden empfohlen, nur ein Kind zu bekommen. Oft ist die körperliche Belastung durch die Immunsuppression, die das Abstoßen des Organs verhindert, sehr hoch, was eine erneute Schwangerschaft schwierig machen kann.

Weitere Infos zum Thema Fruchtbarkeitsstörungen findet ihr auf der Seite der BIG.

Titelbild: © mninni

 

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