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Halt mich: Das sind die beliebtesten Stillpositionen

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Wiege, Football oder doch lieber Australier?

Damit das Stillen zu einer schönen und bindenden Erfahrung für Mutter und Kind wird, sollte man sich über die verschiedenen Stillpositionen schlau machen. Denn, ob ihr es glaubt oder nicht, das regelmäßige Wechseln der Stillposition kann nicht nur Probleme wie Milchstau und wunde und entzündete Brustwarzen verhindern, es hebt auch die Stimmung bei euch und eurem Baby, wenn ihr nicht immer und immer wieder die gleiche Haltung einnehmen müsst. Wie hört sich z.B. stillen im Liegen für euch an? Angenehm, oder?


 

Es ist wieder soweit! Euer kleiner Engel spitzt die Lippen und beginnt sich blind auf die Suche nach seinem derzeit liebsten Körperteil. Eurer Brust. Und was denkt ihr? An eure wunden Brustwarzen? An die Stillposition, die ihr immer einnehmt und die inzwischen alles andere als bequem ist? An eure Rückenschmerzen? Dabei könnte alles so schön und abwechslungsreich sein und das Stillen könnte wieder zu einem besonderen und entspannten Erlebnis zwischen euch werden. Der Schlüssel liegt in der Veränderung, in der Veränderung der Stillposition.

1. Die Wiege

Die Wiege-Position ist wohl die beliebteste und gängigste Haltung bei stillenden Müttern. Dabei sitzt ihr auf einem Stuhl oder auf der Couch und euer Baby liegt euch zugewandt auf eurem Unterarm. Um wunde, schmerzende Brustwarzen zu verhindern, ist es besonders wichtig, dass euer Kind beim Stillen seinen Kopf nicht drehen muss. Das erreicht man, indem sich das Ohr, die Schulter und die Hüfte des Babys in einer Linie befinden. Ein Kissen im Rücken oder unter euren Armen kann zu einer bequemen Stillhaltung beitragen. In dieser Position solltet ihr eure Füße flach auflegen können und keinesfalls auf die Zehenspitzen gehen müssen. Eventuell kann hier ein kleiner Hocker helfen.

2. Die „Football“-Haltung

Der Rückengriff wird auch „Footballhaltung“ genannt. Bei dieser Position „klemmt“ ihr euer Kind wie eine Handtasche oder einen Football unter den Arm, und zwar auf der Seite, auf der ihr stillen möchtet. Die Füße eures Babys zeigen dabei in Richtung eures Rückens, seine Nase liegt auf Höhe eurer Brustwarze. Ihr könnt euren Arm, mit dem ihr Schultern, Nacken und Kopf des Babys stützt, auf einem Kissen in eurem Schoß oder direkt neben euch ablegen. Diese Position eignet sich besonders, wenn ihr einen Kaiserschnitt hattet, da euer Kind dabei in der Regel nicht auf eurem Bauch liegt. Außerdem ist es eine der angenehmsten Stillpositionen für Frauen mit großem Busen oder zum Stillen von Zwillingen. Beim Rückengriff ist jedoch zu beachten, dass ihr euer Baby nicht zu stark gegen die Brust drückt. Dadurch könnte ihm das Trinken erschwert werden oder es könnte sich eingeengt fühlen.

3. Stillen im Liegen

Als besonders bequem hat sich das Stillen im Liegen erwiesen, besonders dann, wenn das Baby nachts an die Brust möchte. Hierbei liegen Mutter und Baby sich zugewandt jeweils auf der Seite. Der Kopf des Babys muss sich auf Höhe der Brustwarze befinden. Um in dieser Haltung nicht wegzurollen, ist es sinnvoll, euren eigenen Rücken und den des Babys mit Kissen oder einer zusammengerollten Decke zu stützen. Das Stillen im Liegen kommt auch oft nach der Geburt zur Anwendung, wenn ihr noch etwas geschwächt seid und nicht so lange sitzen könnt.

4. Die „Australier“-Haltung

Die so genannte „Australier“-Haltung, auch bekannt als Rücklingsstillen, sollte angewandt werden, wenn bei euch ein sehr starker Milchspenderreflex vorliegt, was dazu führt, dass sich das Kind beim Stillen ständig verschluckt, da zu viel Muttermilch auf einmal aus der Brustwarze herausfließt. Bei dieser Position befindet ihr euch auf dem Rücken und legt ein Kissen unter euren Kopf. Die Beine können ausgestreckt oder aufgestellt werden, das Baby wird auf euren Bauch gelegt. So trinkt das Kind „nach oben“, es kann also nicht zu viel Milch aus der Brust gesaugt werden. Die Stirn des Babys kann mit der Hand abgestützt werden, damit es nicht zu sehr in der Brust versinkt oder zu wenig Luft bekommt.

Zu kompliziert? Keine Sorge, auch beim Stillen lautet das Gesetz Nr.1: Probieren geht über studieren! Die von uns aufgeführten Stillpositionen sind die beliebtesten und die am häufigsten verwendeten Haltungen. Welche jedoch für euch und euer Baby am besten funktioniert, findet ihr durch wachsende Stillerfahrung heraus. Vielleicht entwickelt ihr ja sogar eure ganz persönliche, individuelle Stillposition. Denkt aber immer daran, dass ihr Still-Experimente nicht ohne vorherige Absprache mit eurer Hebamme oder eurer Stillberaterin durchführt. Eurem Kind, euren Brüsten und eurem Rücken zuliebe.

Titelbild: ©panthermedia.net Zdenek Fiamoli

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