Familie Schulkind

Gute Tat: Soziales und ehrenamtliches Engagement von Kindern

soziales Engagement Kinder
Saskia
Geschrieben von Saskia

Helfen macht glücklich!

Wie sieht der Alltag eures Kindes aus? Wahrscheinlich trifft es neben Kita, Schule und Familienleben regelmäßig seine Freunde und geht einem oder sogar mehreren Hobbys nach. Und das klingt auch gar nicht schlecht, da es scheinbar alle wichtigen Bereiche beinhaltet, die man für eine ausgefüllte Kindheit braucht. Ein Gebiet wird allerdings häufig vergessen: soziales und ehrenamtliches Engagement von Kindern. Dabei ist es elementar, um euren Kindern ein realistisches Verständnis für Gesellschaft und Umwelt zu vermitteln und sie zu sozialen und empathischen Menschen zu erziehen. Die Stiftung Gute-Tat unterstützt euch dabei!


Spätestens seit den „Fridays for Future“-Demos und dem unermüdlichen Einsatz der Klimaaktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer spüren Kinder und Jugendliche, dass sie ein wichtiges Glied der Gesellschaft sind und durch ihr eigenes soziales und ehrenamtliches Engagement aktiv etwas verändern können. Allein in Deutschland soll es rund 100 Millionen ehrenamtliche Helfer geben. Für Kinder ist es allerdings gar nicht so einfach, passende Vereine oder Projekte ausfindig zu machen. Deshalb möchten wir euch heute die Initiativen „Schüler sozial aktiv“ und „Heute ein Engel“ der Stiftung Gute-Tat vorstellen, die es Kindern in Berlin, Hamburg oder München ermöglichen, sich sozial und ehrenamtlich zu engagieren. Ines Brüggemann von der Stiftung Gute-Tat stand uns Rede und Antwort!

Was genau macht die Stiftung Gute-Tat?

Ines: Die Stiftung Gute-Tat vermittelt ehrenamtliches Engagement von Privatpersonen und Unternehmen. Ziel ist es, über das Internet möglichst viele hilfsbereite Menschen mit konkreten Hilfsangeboten zusammenzubringen und damit die private, individuelle Hilfe von Mensch zu Mensch anzuregen. Sie können sich bei uns registrieren und sich dann über rund 400 Einsatzmöglichkeiten informieren.

Wie überzeugt ihr Kinder und Jugendliche für eure Initiative „Schüler sozial aktiv“ und wie alt sollten sie sein?

Ines: Bei unserer Initiative „Schüler sozial aktiv“ können sich AGs, Klassen oder ganze Schulen ehrenamtlich für einen Tag für ein soziales Projekt ihrer Wahl engagieren. Der Einsatz gilt als Unterricht oder „Wandertag“ und wird von den Lehrern begleitet. Damit können wir gezielt junge Menschen für ein ehrenamtliches Engagement begeistern. Gerade in Großstädten mit ihren anonymen Strukturen kommen Kinder und Jugendliche eher selten in Kontakt einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Beim Einsatz im Klassenverband ist der Schritt ins ehrenamtliche Engagement besonders leicht und macht Spaß. Unsere Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche von der dritten bis zur 13. Klasse.

Welche Projekte bietet ihr zum Beispiel an und was hat sich in Corona-Zeiten verändert?

Ines: Wir bieten eine Vielzahl an Projekten an. Dazu zählen unter anderem: Aktivitäten mit Senioren und Kindern, Tiere zu versorgen, kleinere handwerkliche Arbeiten oder auch Gärten winterfest zu machen. Weitere Projekte der Initiative „Schüler sozial aktiv“ findet ihr hier. Zu Beginn der Pandemie haben wir ausschließlich kontaktloses Engagement vermittelt (z. B. Masken nähen oder Online-Nachhilfe). Mit den Lockerungen sind auch wieder Projekte möglich, die im Freien stattfinden, sogenannte Outdoor Events wie zum Beispiel unsere „Green Events“, bei denen wir unter anderem Hochbeete in einer Kita anlegen, oder unsere handwerklichen Events, bei denen wir beispielsweise den Gartenzaun einer Flüchtlingsunterkunft streichen.

Wie können Eltern ihr Kind motivieren, sich sozial und ehrenamtlich zu engagieren und in welchem Alter beginnt man am besten damit?

Ines: Das Engagement muss zu den Lebensumständen der Ehrenamtlichen passen, die Informationsbeschaffung über die Projekte muss schnell und einfach gehen und natürlich sollte die ehrenamtliche Tätigkeit Spaß machen. So trägt beispielsweise unsere Initiative „Heute ein Engel“ durch ihr breit gefächertes Angebot an Kurzzeitprojekten dazu bei, dass sich immer mehr junge Menschen bei uns engagieren. Denn vor allem Schüler und Studierende erwarten flexible und niedrigschwellige Einsatzmöglichkeiten. „Heute ein Engel“ richtet sich deshalb an junge Menschen und auch Kinder, die keine dauerhafte Verpflichtung eingehen können oder wollen und sogenannte Kurzzeit-Engagements suchen.

Eine weitere Motivation ist die Streuung der Information über moderne Social-Media-Kanäle. Junge Menschen sind unserer Erfahrung nach noch engagierter als vorhergehende Generationen. Soziales und ehrenamtliches Engagement gehört zu ihrem Leben dazu, es ist ein wichtiger und ganz normaler Bestandteil. Knapp ein Drittel der bei Gute-Tat registrierten Ehrenamtlichen sind unter 30 Jahre alt und auch generell nimmt das Engagement junger Menschen bei ehrenamtlichen Tätigkeiten immer weiter zu.

Wieso ist soziales Engagement von Kindern so wichtig?

Ines: Durch die Tätigkeit können bei jüngeren Menschen Qualifikationen erworben werden, die im Leben wichtig sind – die sogenannten Social Skills. Durch Engagement und Hilfe für andere erhalten gerade junge Menschen die Möglichkeit, soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit zu entwickeln beziehungsweise zu stärken und zu erfahren, dass man gemeinsam etwas bewegen kann. Auch die Einstellung hat sich verändert: Es gehört zum Leben mehr und mehr dazu, sich zu engagieren. Tagtäglich setzen sich junge Menschen auf der ganzen Welt für soziale Zwecke ein, viele wachsen im Prinzip damit auf. Zum anderen genügte es früher meist, erfolgreich sein Studium abzuschließen, um als „gut“ dazustehen, heute allerdings wird oft erwartet, dass man zusätzlich auch ökologische und soziale Ziele verfolgt. Unter „man“ verstehe ich hierbei vor allem zukünftige Arbeitgeber. Es macht sich also auch gut im Lebenslauf, nachweislich soziale Fähigkeiten erworben zu haben.

Sind aus eurer Sicht Kinder, die sich sozial engagieren, auf eine bestimmte Weise zufriedener?

Ines: Helfen mach glücklich, egal in welchem Alter. So deuten verschiedene statistische Untersuchungen darauf hin, dass Menschen mit Ehrenamt glücklicher sind und seltener depressiv werden als solche, die sich nicht sozial engagieren. Die wohl stärkste und positivste Auswirkung hat das Helfen auf unser Selbstwertgefühl. Denn wenn wir jemandem helfen, dann machen wir die Erfahrung, dass wir etwas bewegen können. Das steigert das Selbstbewusstsein. Und wir bekommen Dankbarkeit und Anerkennung, wenn wir anderen helfen. Das fühlt sich für jeden gut an!

8. Welches Feedback bekommt ihr von Kindern und Jugendlichen?

Ines: Bisher nur Positives. Die Schüler sagen, sie konnten an diesem Tag ein Stückchen über sich hinauswachsen. Sie fühlen sich oft auch ein bisschen stolz und haben das Gefühl, etwas Besonderes geleistet zu haben. Die meisten wollen ein Engagement wiederholen.

Wir danken der Stiftung Gute-Tat ganz herzlich für das Gespräch!

Weitere Tipps für soziales Engagement von Kindern

Natürlich könnt ihr eure Kinder auch selbst motivieren und ihnen dabei behilflich sein, sich für andere Menschen wie zum Beispiel für Senioren, Geflüchtete, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Tiere oder die Umwelt aktiv einzusetzen. Beginnt doch einfach mal in eurer Nachbarschaft und schaut, wo helfende Hände benötigt werden. Gerade in Corona-Zeiten sind Einkäufe, Botengänge, Gassirunden oder auch selbstgenähte Masken für viele die Rettung in der Not. Auch können sich eure Kinder als kleine Nachbarschaftshilfstruppe oder mit den besten Freunden zusammentun und Tolles bewirken. Wichtig ist allerdings, dass dabei die Sicherheit und Gesundheit eurer Kinder immer gewährleistet ist.

Außerdem könnt ihr beispielsweise beim Bundesjugendwerk der Arbeiterwohlfahrtorganisation (AWO) in eurer Nähe anfragen. Ist euer Nachwuchs 14 Jahre alt oder älter, kann er dort den sogenannten Sozialführerschein absolvieren. Auch der Jugendverband der Johanniter-Unfall-Hilfe freut sich über helfende Hände. Hier sind die jüngsten Ehrenamtlichen gerade mal sechs Jahre alt. Ihr habt ein Tierheim in eurer Nähe? Dann fragt doch einfach mal, ob eure Kinder oder ihr als Familie Gassi- oder Streichelpaten werden könnt.

Lest auch noch mal unsere Beiträge „6 Tipps für eine antirassistische Erziehung“und „10 Tipps für eine nachhaltige und umweltbewusste Erziehung“!

Wir hoffen, dass wir euch das ehrenamtliche Engagement von Kindern näherbringen konnten, und wünschen euren Kids viel Freude bei ihrem ersten Projekt!

Titelbild: © zinkevych

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

Hinterlasse ein Kommentar