Frans Mama-Blog Gebloggt

„Gott sei Dank musst du nicht zur Arbeit!“

Fran
Geschrieben von Fran

In ihrem Blog berichtet Fran heute darüber, wie sich manche kinderlose Freunde das Leben einer Vollzeit-Mama „ohne Arbeit “ vorstellen – und wie es wirklich ist. 


Vor einigen Tagen hatte ich Besuch von einer sehr lieben, kinderlosen, Freundin. Sie fragte mich, wie unsere Nächte so seien, ich antwortete, dass ich schwangerschaftsbedingt nachts des öfteren schlaflos im Bett läge, es aber sonst alles gut sei.
„Na, Gott sei Dank musst du nicht zur Arbeit, wenn du so schlecht schläfst!“

Spiele.SpassInnerlich rollte ich genervt mit den Augen. Ich bin mir bewusst, dass sie diese Aussage keinesfalls so meinte, wie es in meinen Ohren ankam, aber derartige Aussagen treffen dennoch einen Nerv. Ich denke sogar, den Nerv einer jeden Mutter, die Vollzeitmama ist.

Es scheint mir, als dächten alle kinderlosen Menschen mit Vollzeitstelle in meinem Umkreis, es sei so viel einfacher, den ganzen Tag gemütlich zu Hause mit Kind zu verbringen. Im Gegensatz zu einer Vollzeitstelle, mit berechenbaren Arbeitszeiten und entsprechender Entlohnung, beginnt mein – ach so gemütlicher! – Arbeitstag meist gegen 7 Uhr.

Familienbett1

Ab diesem Zeitpunkt wird von mir erwartet, dass ich bester Laune und voll funktionsfähig bin. Mein normaler Arbeitstag endet nie.
Die Zwergin geht zwar zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett, wacht aber nachts immer mal wieder auf. Besonders in Zeiten von Krankheit haben es die Nachtschichten in sich.

Von früh bis spät gilt es dann, den Nachwuchs so pädagogisch wertvoll wie nur möglich zu beschäftigen, gesund zu kochen, den Haushalt zu schmeißen und dann noch genug Energie für zwischenmenschliche Interaktion mit dem Mann zu haben.
Basteln
Leider hat Alice vor einigen Wochen beschlossen, dass der Mittagsschlaf überflüssig ist, und meine kurze Pause am Nachmittag entfiel dadurch auch. Jedoch, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich mir meine Pausen neuerdings erschleiche. Youtube, mein bester Freund!
Nachmittags wird das Tochterkind für eine kleine Weile vor dem Laptop geparkt, und während das KiKaninchen und die kleinen Einsteins sie bei Laune halten, lege ich die Füße hoch und genieße meinen Milchkaffee. Das Lotterleben einer Vollzeitmama!

 

Mehr Blogeinträge von Fran gibt es auf ihrem Mama-Blog hier beim ma-gazin.

 

Titelbild und Bilder im Text: © Franziska Petersen

Über den Autor

Fran

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"Ein Kind zu bekommen, ist eine grosse Entscheidung, denn man entscheidet sich dafür, sein Herz für alle Zeit außerhalb seines Körpers zu tragen." Dieses Zitat ist so wahr, dass es fast schon weh tut. Ich habe durch meine Töchter gelernt, wie unfassbar das Leben durch ein Kinder bereichert wird und liebe jeden Tag mit ihnen. All die Anstrengungen, der Stress, einfach alles, ist es wert. Denn wenn sie mich nur einmal anlächeln, wird mir meine Mühe tausendfach zurückgezahlt.

1 Kommentar

  • Hallo liebe Fran, ja gott sei dank, das höre ich und ich denke ganz viele andere Mamas, öfter. Wir haben immerhin einen geregelten Arbeitstag, insvesondere geregelte Pausen und Feierabendzeiten, gegen 0 Verdienst und volle Windeln getauscht. Ich liebe mein Kind über alles und würde die Zeit, so hart sie ist, um nichts in der Welt tauschen. Ich finde es nur wirklich traurig, dass solch ein Einsatz nie gewürdigt wird. Mein Arbeitstag beginnt spätestens um 5 und endet um 19 Uhr+ Nachtschichten, Wochenenddienst und meist ohne pause. In der Zeit war ich nicht einmal alleine Pinkeln, konnte mich entspannt auf die Couch legen oder in einer Zeitschrift blättern, denn Wenn (falls sie wirklich überhaupt lust hat)die kleine schläft, dann macht man sich an die Hausarbeit, kocht, putzt, wäscht oder bügelt. Ich finde es wirklich traurig das man sich oftmals in der heutigen Zeit dafür rechtfertigen oder den Menschen erklären muss, dass es alles nicht mal eben läuft. In letzter Zeit denke ich oft an meine Mutter und finde es erstaunlich was sie geleistet hat und das ich ihr früher viel zu wenig dafür gedankt habe.
    Mein Lohn ist jede wertvolle Stunde mit meiner bezaubernden Tochter, trotzdem ist das ganze kein Zuckerschlecken. Die neue in-bag weicht einer klobigen wickeltasche, das glätteisen dem pferdeschwanz und die Partys langen verzweifelten Nächten in denen man sich wundert, warum das kleine Wesen immernoch nicht müde ist. Ich muss dazu sagen ich war aber auch noch nie ausgeglichener, zufriedener und mit mir selbst im reinen. Denn anders als viele andere Menschen, ist da plötzlich jemand der dich liebt, einfach so, weil es dich gibt, weil du da bist. Ohne hintergedanken, misstrauen oder Neid. Und einen schöneren Lohn als Liebe kann es nicht geben.
    Also nebenbei an alle Mamas : Danke !!!! Alles was ihr macht und opfert ist unmöglich in Geld oder sonstigem aufzuwiegen. Seid stolz auf euch !

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