Gesund

Giftige Zierpflanzen im Garten

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Teil 1

Sie leuchten in sattem Blau, schönem Lila oder laden durch ihre knallroten Beeren zum Pflücken ein, doch man sollte vor ihnen auf der Hut sein. Giftige Pflanzen und Blumen tummeln sich in vielen Gärten und besonders Kinder wissen oft nicht, welche Gefahren sich hinter den hübschen Blüten verbergen. Auf welche Gewächse solltet ihr in euren Gärten besser verzichten?


Die giftigste Pflanze Europas

Die wohl mit Abstand giftigste Pflanze in Europa ist der Eisenhut. Die blauen und hell lilafarbenenBlauer EisenhutBlüten sind in vielen Gärten zu finden, wahrscheinlich auch weil nur wenige wissen, wie gefährlich diese Pflanze wirklich ist. Besonders in der Wurzel ist die Konzentration des Giftes Aconitin sehr hoch, hier reichen schon zwei bis vier Gramm des Wurzelgewebes, um daran zu sterben. Aber auch die Blüten sind nicht zu verharmlosen, denn nicht selten landen sie aufgrund ihrer prachtvollen Farben in einem Blumenstrauß auf dem Esstisch. Das Gift des Eisenhutes kann sogar über die Haut aufgenommen werden, deswegen solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr Handschuhe bei der Gartenarbeit tragt und euren Kindern sagen, dass sie diese Pflanze meiden müssen. Eine Vergiftung mit Aconitin führt zu Herzrhythmusstörungen, Krämpfen und Kreislauflähmungen und bereits wenige Blüten reichen, um ein Kind zu töten.

 

© XK – Fotolia.com

 

Schön aber tödlich

Dem Eisenhut ähnlich ist der Fingerhut, der in deutschen Gärten und auf Waldlichtungen häufig in seiner rot-pinken Form auftritt. Er hat seinen Namen von seinem Aussehen, da die kleinen glockenförmigen Blüten wirklich dazu verleiten, den Finger hineinzustecken. Was besonders für kleine Kinder gefährlich ist, weil sie sich durch solch ein Spielen mit den Blüten vergiften können, und sie nicht selten ihre Finger im Gesicht oder im Mund haben. Aber besonders der Verzehr der Blätter und Blüten ist äußerst gefährlich. Denn vor allem in den rosafarbenen Blüten befindet sich das
Gift Cyanin. Starke Vergiftungen können nach Übelkeit und Erbrechen zu einer Verminderung der Pulsfrequenz und Herzrhythmusstörungen führen. Nur 2
,5g der Blätter und noch weniger der Blüten reichen aus, um einen Herzstillstand auszulösen. Deswegen solltet ihr als Eltern diese Pflanzen unbedingt aus eurem Garten verbannen.

Fingerhut, foxglove with place for text

© Marina Lohrbach – Fotolia.com

 

Es sollte kein Gold regnen

Ein weiterer schön anzusehender, aber durchaus giftiger Gast in heimischen Gärten und nicht wenigen Goldregen - LaburnumParkanlagen und an Waldrändern ist der Goldregen, auch Bohnenbaum oder Kleebaum genannt. Er sieht vielleicht harmlos aus, doch alle Pflanzenteile, von der Rinde bis zu den Samen, sind giftig. Das Gift ist ein Alkaloid und nennt sich Cytisin und wirkt zunächst erregend, danach aber lähmend auf das zentrale Nervensystem. Nach anfänglich starkem Durst in Verbindung mit Brennen in Mund- und Rachenraum folgen starke Übelkeit und Erbrechen, was teilweise Stundenlang anhalten kann. Weitere Symptome sind Magen-Darm-Krämpfe, Schweißausbruch, Kopfschmerzen, Delirien, weite Pupillen und Muskelzucken. Vier bis fünf Hülsen mit deren Samen sind für ein Kind bereits tödlich, da bei dieser Dosis eine starke Lähmung eintritt, der Kreislauf kollabiert und die Atmung aussetzt.

© M. Schuppich – Fotolia.com

Beliebte giftige Zierpflanze

Der Oleander, oder auch Rosenlorbeer, sieht harmlos aus und ist in vielen Gärten und neben Terrassen
zLaurieru finden. Er ist eine der beliebtesten Kübelpflanzen hierzulande, denn seine hübschen rosafarbenen oder weißen Blüten lassen nicht erahnen, dass dieser Zierstrauch von Kopf bis Fuß giftig ist. Das herzwirksame Glycosid Oleandrin ist dem Gift des Fingerhutes sehr ähnlich und hat die gleichen Auswirkungen auf Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System. Zwar sind starke Vergiftungen durch die extrem bitter schmeckenden Blätter nicht so häufig, dennoch solltet ihr als Familien mit Kindern (und Tieren) keinen Oleander in eurem Garten halten.

 

 

© L.Bouvier – Fotolia.com

Titelbild: © Marina Lohrbach – Fotolia.com

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

Hinterlasse ein Kommentar