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Geburtsgeschichte Olivia Dawn – Teil 1

Fran
Geschrieben von Fran

Fran ist zwei Tage über dem ET und erwartet eigentlich noch jede Menge Zeit bis zur Geburt, doch dann kommen die ersten Kontraktionen. Und gerade jetzt ist kein warmes Wasser für den Pool da…


 

Am 05.02.2015 schrieb ich SMS mit meiner Hebamme. Ich jammerte ihr vor, wie sehr ich mir wünschte, nicht mehr schwanger zu sein. Zu diesem Zeitpunkt war ich zwei Tage über dem errechneten Geburtstermin.

Am Nachmittag zuvor war ich bei meinem Frauenarzt gewesen, dieser hatte mir bestätigt, dass alles perfekt sei. Das CTG zeichnete wunderbare Herztöne auf, das Fruchtwasser hatte die perfekte Menge und die Plazenta war ebenso in bester Verfassung. In meinen Ohren jedoch kam nur eines an: Du wirst noch weitere 40 Wochen schwanger sein.

Natürlich war der Befund eigentlich eine sehr gute Nachricht, denn das Letzte, das ich wollte, war, eingeleitet werden zu müssen. Je besser es also Olivia ging, desto mehr Zeit hatten wir.

Leider bedeutete dies auch, dass ich mich weiterhin in Geduld üben musste. Und darin war und bin ich einfach nicht gut.

Nach der Unterhaltung mit meiner Hebamme machte ich es mir also auf der Couch bequem. Das große Tochterkind war im Familienbett, das Fernsehprogramm halbwegs akzeptabel.

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Als ich gegen halb zehn ins Bett ging, verspürte ich leichte Krämpfe im Unterleib. Ich beschloss jedoch, diese zu ignorieren, da ich mich innerlich mit noch mindestens einer weiteren Woche als Schwangere abgefunden hatte. Ich tippte auf Blähungen und gut war’s.

Um 23:30 erwachte ich, die Krämpfe waren etwas stärker geworden. Ich lag eine kleine Weile wach im Bett, starrte auf die Uhrzeitanzeige meines Handys. Die Krämpfe kamen ca. alle vier bis acht Minuten. Ich beschloss, aufzustehen und ins Wohnzimmer zu gehen, wo mein Mann immer noch wach war und fernsah.

Er war sehr überrascht, mich zu sehen. Ich erklärte ihm, dass er sich zwar keine großen Hoffnungen machen sollte, da es vermutlich nur falscher Alarm sei, aber dass irgendwas in meinem Bauch passierte. Da mir meine Hebamme gesagt hatte, dass ein warmes Bad ein guter Indikator dafür sei, ob es falscher Alarm sei oder nicht, beschloss ich, mir die Wanne volllaufen zu lassen.

Das warme Wasser tat sehr gut. Die Wehen blieben „konstant“. Es war also kein falscher Alarm.

Gegen zwei Uhr morgens rief ich meine Hebamme an. Ich erklärte ihr, dass irgendwas vor sich ginge, ich mir nur (immer noch!) nicht sicher sei, wie ernst es wirklich wäre und wie lange es noch dauern würde. Sie meinte, da ich noch so ruhig klänge und so gut mit den Wehen umginge, dass es noch etwas dauern könnte. Ich sollte sie wieder anrufen, wenn die Wehen stärker würden und ich sie bei mir haben wollte.

Da sich Nichtstun nicht richtig anfühlte, lief ich in der Wohnung auf und ab und bat meinen Mann, den Geburtspool schon mal halb aufzufüllen – nur für den Fall der Fälle.birthstory1

Wir hatten den Pool gerade mal zehn Zentimeter gefüllt, als nur noch eiskaltes Wasser kam. Wir hatten bei unserer Planung völlig außer Acht gelassen, dass die Heizungsanlage mit samt Wassererhitzer nachts heruntergefahren bzw. abgestellt wird.

Zu meiner Überraschung regte mich dieses Fiasko nicht im Geringsten auf. Ich rollte mit den Augen und beschloss, mich nicht ärgern zu lassen. Mein Mann eilte in die Küche, packte vier große Töpfe auf den Herd und begann, Wasser zu erhitzen und damit den Pool weiter zu füllen. Inzwischen war es fast drei Uhr morgens und ich fühlte mich müde und erschöpft.

Also legte ich mich abermals ins Bett zu unserer Tochter, in der Hoffnung, etwas Schlaf finden zu können. Zwischen den Wehen dämmerte ich leicht weg, jedoch weckte mich jede Kontraktion sofort wieder auf. Ich konnte also zwar etwas entspannen, an Schlaf war jedoch nicht mehr zu denken.

Gegen sechs Uhr wurden die Wehen stärker und ich konnte einfach nicht mehr liegen bleiben. Ich stand auf, musste nun bei jeder Wehe innehalten und ließ die Hüften kreisen. Obwohl die Wehen inzwischen definitiv schmerzhaft waren, fiel es mir leicht, sie zu veratmen und ich war mir nach wie vor sicher, dass wir an diesem Tag kein Baby bekommen würden. Ich bin wohl besser im Verdrängen, als gedacht!

Mein Mann hatte die letzten zwei Stunden damit verbracht, den Pool Topf für Topf mit warmem Wasser zu füllen – mein Held!

2Der Pool war nun bis zur Hälfte gefüllt. Schlag sechs Uhr morgens hatten wir auch wieder warmes bzw. heißes Wasser und Joe konnte den Pool binnen Minuten vollständig befüllen.

Da die Wehen inzwischen ja deutlich stärker waren, beschloss ich, es wäre Zeit, in den Pool zu steigen. Schon alleine der Entspannung wegen!

Das 37 Grad warme Wasser tat unfassbar gut. Ich entspannte mich innerhalb von Sekunden. Tiefenentspannt hätte mich wohl am ehesten beschrieben. Sogar so entspannt, dass die Wehen für ganze 15 Minuten vollständig verschwanden.

„Es war also doch nur falscher Alarm gewesen!“, lachte ich in mich hinein und freute mich über die Tatsache, dass ich wohl doch nochmal schlafen gehen könnte.

Aber weit gefehlt…

Ihr wollt wissen, wie es weiter geht? Lest hier den zweiten Teil von Olivias Geburtsbericht.

 

Mehr Blogbeiträge von Fran gibt es auf ihrem Mama-Blog hier beim ma-gazin.

 

Titelbild und Bilder im Text: © Franziska Petersen

Über den Autor

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"Ein Kind zu bekommen, ist eine grosse Entscheidung, denn man entscheidet sich dafür, sein Herz für alle Zeit außerhalb seines Körpers zu tragen." Dieses Zitat ist so wahr, dass es fast schon weh tut. Ich habe durch meine Töchter gelernt, wie unfassbar das Leben durch ein Kinder bereichert wird und liebe jeden Tag mit ihnen. All die Anstrengungen, der Stress, einfach alles, ist es wert. Denn wenn sie mich nur einmal anlächeln, wird mir meine Mühe tausendfach zurückgezahlt.

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