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Gebärmutter einer Verstorbenen ermöglicht Geburt eines gesunden Kindes

Gebärmutter einer Verstorbenen
Saskia
Geschrieben von Saskia

Ärzten aus Brasilien ist ein großes medizinisches Wunder gelungen. Sie transplantierten einer 32-Jährigen die Gebärmutter einer Verstorbenen und ermöglichten ihr damit die Geburt eines gesunden Kindes. 


Zwar ist dies nicht die erste Transplantation einer Gebärmutter, doch bislang gelang die Organspende nur durch eine lebende Spenderin, berichten die Mediziner der Uniklinik São Paulo im Fachblatt „The Lancet“.

Erste Erfolge in Schweden

Dieser medizinische Erfolg ist einem schwedischen Ärzteteam um Mats Brännström im Jahre 2014 gelungen. Innerhalb ihrer Studie transplantierten sie insgesamt neun Frauen, die entweder ohne Uterus geboren wurden oder bei denen nach einer Krebserkrankung die Gebärmutter entfernt werden musste, eine fremde Gebärmutter. In diesen Fällen kamen sie allerdings von noch lebenden Frauen, die zum Großteil aus dem engsten Familienkreis stammten. Es kamen nur Spenderinnen infrage, die bereits selbst Kinder geboren haben und deren Familienplanung abgeschlossen war. Zudem hatten mehrere Spenderinnen ihre Wechseljahre bereits hinter sich. Um beispielsweise eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen, wurde die Gebärmutter nicht mit den Eierstöcken verbunden. Dadurch ist im Voraus eine künstliche Befruchtung unumgänglich. 

Gebärmutter einer Verstorbenen 2016 transplantiert

Aufgrund einer Fehlbildung der Gebärmutter („Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom“) war eine Organspende für die 32-jährige Brasilianerin die einzige Möglichkeit, ein eigenes Kind zur Welt bringen zu können. Nachdem sie sich im Frühjahr 2016 einer Hormonbehandlung unterzog, wurden darauf ihre künstlich befruchteten Eizellen eingefroren. Im September 2016 erfolgte die Gebärmuttertransplantation einer verstorbenen 45-jährigen Frau, die selbst drei Kinder zur Welt brachte und nach einem Schlaganfall verstarb. Die Transplantation dauerte rund zehn Stunden. Um eine Abstoßung des fremden Organs zu vermeiden, musste die Frau spezielle Medikamente (Immunsupressiva) einnehmen, die ihr körpereigenes Immunsystem unterdrücken. Nach fünf Monaten hatte die Frau einen regelmäßigen Zyklus. Nach weiteren zwei Monaten war der große Moment gekommen und die Mediziner setzten die befruchteten Eizellen in die gespendete Gebärmutter ein. Zehn Tage später war sie bereits schwanger und gebar in der 36.SSW mithilfe eines Kaiserschnitts ein gesundes Mädchen. Erst ein Jahr nach dem großen Wunder machten die Ärzte nun die erfolgreiche Transplantation publik. Um zukünftige gesundheitliche Risiken ausschließen zu können, wurde die Gebärmutter nach der Geburt direkt wieder entfernt. 

Erfolg macht Hoffnung

Dieses medizinische Wunder macht vielen Frauen, die nur durch eine Gebärmutterspende schwanger werden können, große Hoffnung. So können nun höchstwahrscheinlich wesentlich mehr Frauen ein eigenes Kind zur Welt bringen, da sie nicht mehr ausschließlich auf die Transplantation durch eine lebende Frau angewiesen sind. Das Risiko der Abstoßung bleibt dennoch bestehen und muss immer individuell betrachtet werden. Zudem muss sich die Frau vor der eigentlichen Transplantation einer Hormontherapie unterziehen und auch eine künstliche Befruchtung birgt immer Risiken, die abgewägt werden müssen. Selbst wenn die Gebärmutter erfolgreich transplantiert wurde, können weitere Komplikationen (beispielsweise die Präeklampsie) eintreten. Die Transplantationskosten belaufen sich auf 50.000 Euro pro Transplantation und Nachsorge. Eine Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen gibt es bislang nicht. 

Kostenübernahme der künstlichen Befruchtung

Um als BIG-Versicherte die Kosten einer künstlichen Befruchtung erstattet zu bekommen, müsst ihr einige Voraussetzungen erfüllen. Zum einen muss euer behandelnder Arzt davon überzeugt sein, dass die Chancen beispielsweise für eine erfolgreiche In-vitro-Fertilisation gutstehen. 

Weitere Voraussetzungen:

  • Ihr müsst verheiratet sein.
  • Ihr seid beide mindestens 25 Jahre alt.
  • Als Frau dürft ihr maximal 39 und euer darf Partner maximal 49 Jahre alt sein.
  • Es müssen die Ei- und Samenzellen eures Ehepartners verwendet werden.

Weitere Infos findet ihr hier

Titelbild: © Gary

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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