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Frühgeburt erhöht Risiko für Herzkrankheit bei Müttern

Frühgeburt Herzkrankheit
Saskia
Geschrieben von Saskia

Je früher die Geburt, desto höher die Sterblichkeit!

In Deutschland kommen jährlich etwa fünf bis acht Prozent der Neugeborenen zu früh zur Welt. Von einer Frühgeburt spricht man, wenn das Baby vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wird. Gesundheitliche Risiken und Defizite bei der kindlichen Entwicklung können die Folge sein. Doch eine amerikanische Langzeitstudie zeigt auch, dass eine Frühgeburt das Risiko für eine koronare Herzkrankheit bei Müttern erhöht.


Für die Studie um Dr. Casey Crump vom Mount Sinai Hospital in New York wurden die Schwangerschafts- und Geburtsdaten sowie Daten aus der Zeit nach der Schwangerschaft von fast 2.200.000 schwedischen Frauen ausgewertet, die zwischen 1973 und 2015 ein Kind bekommen haben. Fast 50.000 (2,3 Prozent) der Mütter litten unter einer koronaren Herzkrankheit (KHK) auch ischämische Herzkrankheit genannt.

Frühgeburt kann koronare Herzkrankheit bei Müttern auslösen

In früheren Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass bei Frauen, die ihr Kind zu früh auf die Welt brachten, in späteren Jahren ein größeres Risiko besteht, Bluthochdruck, Diabetes oder einen erhöhten Cholesterinspiegel (Hyperlipidämie) zu entwickeln, wodurch auch das Risiko einer KHK und damit auch eines Herzinfarktes steigt.

Höhere Sterblichkeitsrate bei Müttern nach Frühgeburten

Die Mount-Sinai-Studie zeigt, dass die Sterblichkeitsrate der Frauen, die eine Frühgeburt hatten, nach der Geburt deutlich höher war als bei Müttern, die eine Normalgeburt hatten. Je kürzer die Schwangerschaft war, desto höher war auch die Sterblichkeitsrate. In den ersten zehn Jahren nach der Entbindung hatten Frauen, die ihr Kind zu früh auf die Welt brachten, ein deutlich erhöhtes Risiko für KHK als Frauen mit einer normalen Schwangerschaftsdauer (39. bis 41. SSW):

  • Leichte Frühgeburt (37. Bis 38. SSW): Risiko stieg um 1,5 Prozent
  • Späte Frühgeburt (34. bis 36. SSW): Risiko stieg um 2,3 Prozent
  • Sehr frühe Frühgeburt (28. bis 33. SSW): Risiko stieg um 2,62 Prozent
  • Extreme Frühgeburt (22. bis 27. SSW): Risiko stieg um 4 Prozent

Zwar nahmen die Risiken mit den Jahren ab, waren aber 30 bis 43 Jahre später immer noch deutlich höher als bei Frauen, die eine Normalgeburt hatten.

Spielen weitere Risikofaktoren eine Rolle?

Die Studie zeigt zum einen, dass die Ergebnisse auch bei Risikofaktoren wie Präeklampsie, Diabetes, Übergewicht und Nikotinkonsum konstant blieben. Zudem wurden in dieser Langzeitstudie zum ersten Mal auch mögliche familiäre beziehungsweise genetische und umweltbedingte Faktoren mit einbezogen. Dazu wurden die Daten von Schwestern der Frauen, die ebenfalls Kinder bekommen hatten, in die Analysen mit einbezogen. Das Forscherteam konnte diese Zusammenhänge jedoch ausschließen. Warum sich allerdings bei den Frauen, die eine Frühgeburt hatten, das Risiko, früher zu sterben, erhöht, muss weiter erforscht werden. Dennoch rät Crump, dass Frühgeburten als unabhängiger Risikofaktor für KHK im späteren Leben anerkannt und dass die Beurteilung des kardiovaskulären Risikos bei Frauen routinemäßig in die Schwangerschaften einbezogen werden sollte. Außerdem könnten so Frauen, die bereits eine Frühgeburt hatten, vorzeitig andere KHK-Risikofaktoren wie Übergewicht und Nikotinkonsum reduzieren. Um KHK rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, wären dann auch Langzeitkontrollen möglich.

Herzinfarktsymptome sind genderspezifisch!

Übrigens geht ein Herzinfarkt bei Frauen meist mit anderen Symptomen einher als bei Männern. Sind es bei Männer häufig stechende Brustschmerzen, die in den Arm ausstrahlen, zeigen Frauen eher Symptome wie zum Beispiel Übelkeit, Erschöpfung und Schmerzen im Oberbauch. Allerdings sind diese Unterschiede vielen Ärzten bis heute nicht bekannt. Immerhin hat sich auf dem Gebiet der Gendermedizin in den letzten Jahren einiges getan, weshalb Frauen seltener als früher an einem Herzinfarkt sterben. Hier findet ihr noch mehr Infos zum Thema Gendermedizin!

Titelbild: © Bits and Splits

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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