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Frühchen, die überlebten

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Zu unserem Themenmonat rund um das Frühchen wollen wir euch heute ein paar rührende, mitreißende und motivierende Geschichten von außergewöhnlichen Frühchen erzählen, die mit aller Kraft um ihr Leben gekämpft und gewonnen haben.

Überlebenschancen kleinster Frühchen

Ärzte und Experten sind sich einig, dass die Überlebensfähigkeit von Frühchen mit der Vollendung der 23. Schwangerschaftswoche beginnt. Babys, die zu diesem extrem frühen Zeitpunkt zur Welt kommen, überleben mit einer Wahrscheinlichkeit von 53%. Ab der 24. Schwangerschaftswoche setzt die Lungenreife des Fötus ein, deswegen liegt die Überlebenschance eines Frühchens nach der 24. Schwangerschaftswoche bereits bei 67%. Denn für das Überleben dieser kleinsten Neugeborenen ist nicht direkt die Schwangerschaftswoche selbst entscheidend, sondern vor allem das Gewicht und die Entwicklung der Lunge. Besonders zwischen der 22. Und 24. Schwangerschaftswoche steigt die Überlebenschance von 10% auf knapp 50%, und trotz dieser geringen Wahrscheinlichkeit, gibt es doch einige Frühchen, die sogar dieses extreme Risiko überleben. Leider tragen knapp ein Drittel dieser viel zu früh geborenen Babys schwere geistige oder körperliche Behinderungen davon. Dass es aber auch durchaus Happy Ends für sehr junge Frühchen gibt, zeigen uns die folgenden Schicksale:

Frieda

Als die kleine Frieda nach nur 21 Wochen und 5 Tagen zur Welt kam, wog sie gerade einmal 460 Gramm und war kaum lebensfähig. Friedas Mutter war bereits in der 15. Schwangerschaftswoche wegen vorzeitiger Wehen im Krankenhaus behandelt worden und nur ein paar Wochen stellte der behandelnde Arzt während einer Routineuntersuchung fest, dass die Geburt kurz bevor stand. In der Klinik konnte diese aber Gott sei Dank noch einmal um 10 Tage hinausgezögert werden. Nach 5 Monaten auf der Neo-Intensiv-Station hatte das kleine Mädchen 3500 Gramm auf ihren zarten Rippen und durfte das Krankenhaus endlich verlassen. Bis heute ist Frieda europaweit das jüngste Frühchen, was jemals überlebt hat und obwohl auch die Ärzte eher schlechte Prognosen für ihre Entwicklung vorausgesagt hatten, geht es der heute 3 Jährigen durchaus gut, sie sei „sogar fitter als die meisten normal geborenen Kinder“, beschreibt Professor Reinald Repp, Direktor der Kinderklinik im Klinikum Fulda, den kleinen temperamentvollen Wirbelwind. Zwar ist sie mit 86cm und 9,5kg sehr grazil für ihr Alter, dennoch haben sich ihre Organe, wie Lunge, Darm, Gehirn aber auch Gehör und Netzhaut bestens entwickelt – was bei so extremen Frühchen selten der Fall ist. Frieda geht heute gerne in die Krippe, isst am liebsten Nähnchen-Nuggets und auch wenn es schwer ist, Langzeitprognosen für das Leben von Frühchen zu erstellen, geht es ihr gut und freut sich auf den Kindergarten.

Max

Auch Max hat schwere Zeiten hinter sich: Am 16. März 2013 kam er zur Welt, ganze 15 Wochen zu früh und wog bei seiner Geburt nur unglaubliche 375 Gramm. Es ist ein Wunder, dass der kleine Mann überlebt hat, dessen sind sich auch seine Ärzte bewusst. Doch um Kind und Mutter zu retten, mussten sie so früh eingreifen, denn Max’ Mama litt bereits in der 23. Schwangerschaftswoche an einer lebensgefährlichen Schwangerschaftsvergiftung, extremem Bluthochdruck und einer Leberfunktionsstörung. Nachdem eines der leichtesten Frühchen Deutschlands im OP-Saal zur Welt gebracht wurde, kämpften die Ärzte 10 Tage lang um sein Überleben. Zwar wurde Max nur zwei Tage lang künstlich beatmet, um die Entfaltung seiner Lunge zu unterstützen. Dennoch musste Tag für Tag seine Überlebenschance gestärkt werden. Und bei so jungen Frühchen zählt jeder Tag. Glücklicherweise hatte Max keine Infektionen oder Hirnblutungen, welche typische Frühchen-Komplikationen sind. Auch die Oberärztin Claudia Heß sagte, dass es „ein unfassbares Glück“ gewesen sei. Das Glückskind ist heute eineinhalb Jahre alt und immer noch etwas wackelig auf den Beinen im Vergleich zu Gleichaltrigen Kleinkindern, aber ansonsten gut entwickelt. Am 27. Juni feierte Max mit seinen Eltern seinen ersten Geburtstag, denn an diesem Tag hätte er eigentlich zur Welt kommen sollen.

Frühchen unter 300 Gramm

Unglaublich, aber wahr – in Dortmund kam ein Mädchen auf die Welt, welches nur 22cm groß und unfassbare 280 Gramm leicht war. Und die kleine Kämpferin hat überlebt. 5 Monate lang lag sie im Perinatalzentrum am Klinikum Dortmund, bevor sie mit etwas über 2500 Gramm endlich entlassen werden konnte. Sie musste zwar einige Zeit mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden, aber ihrem Appetit hätte das nicht geschadet, wie ihre Mutter damals berichtete, und auch die ersten Impfungen hatte sie gut überstanden.

Wenn Babys viel zu früh auf die Welt kommen, kämpfen sie selbst und Ärzte um ihr Überleben. Doch diese schwere Zeit kann eben auch glücklich ausgehen.

Titelbild:© reflektastudios – Fotolia.com

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