Kolumne

Fianas Kolumne: Vom Pengaroo zur Milchkuh

Dank der grandiosen Versorgung und trotz aller Hindernisse, ist meine Schwangerschaft gut verlaufen. Die Twins werden von Tag zu Tag dicker und sind äußerst aktiv. Meine Rippenbögen machen jedenfalls weitaus mehr als drei Kreuze, wenn sie wieder ihre Ruhe haben. Und auch all meine anderen gequetschten Organe können die Geburt und die damit einhergehende erneute Freiheit kaum abwarten. Auf dem Rücken liegend atmen zu können, ist doch auch was Feines!

Seit geraumer Zeit schleppe ich nun also etliche Kilogramm vor mir her und wurde bereits im Winter – also vor ca. einem Monat – liebevoll Pinguin genannt. Enten watscheln zwar auch, doch bei mir sieht es anscheinend eher aus wie bei einem Pinguin: wackelnd watscheln. Vielleicht ist auch der wunderschöne schwarze Mantel Schuld an der Ähnlichkeit zu einem tierischen Frackträger, doch auch in Teresas knallblauer Winterjacke, war ich für Ole bereits ein brütendes Pinguinweibchen.

Da ein „Kosename“ jedoch nicht auszureichen scheint, bin ich außerdem ein Känguru. Ihr versteht schon: Vorne ein Beutel inklusive Nachwuchs, den ich permanent mit mir herumtrage und in dem auch größere Exemplare irgendwie Platz finden. Nur dass ich natürlich nicht fröhlich durch die Gegend hüpfe und springe, sondern eben wie ein dicker Pinguin herumwackle.

Zum Glück bin ich sehr tierlieb (hauptsächlich Säugetiere, denn nur eine tote Spinne, ist eine gute Spinne), sonst wäre mein Ego doch mindestens als Pinguin leicht angefressen. Doch ich habe festgestellt, dass auch ein Pengaroo (Penguin + Kangaroo) sich wahnsinnig auf ihren Nachwuchs freut und mit diesem Spitznamen zusätzlich die Lacher auf ihrer Seite hat. Ich selbst bezeichne mich sogar als Wuchtbrumme oder gestrandeter Wal, da klingt Pengaroo doch wirklich annehmbar.

Und wenn ich mal wieder versuche, wie ein auf dem Rücken liegender Käfer, von der Couch aufzustehen oder aus dem Bett zu steigen, sage ich mir immer wieder, dass dieser Zustand ja nun bald ein Ende hat. Nicht, dass mir das keine Angst macht, doch es ist auch ein schöner Gedanke, den eigenen Körper mal wieder für sich zu haben. Obwohl mir die wilden Pirouetten meiner Mädels dann sicher fehlen werden. Allerdings bezweifle ich, dass ich in den ersten Wochen Zeit haben werde, überhaupt zu bemerken, dass da nun keine Mini-Mes mehr in meinem Bauch rumtoben. Und da bisher auch niemand Eintritt für die tägliche Alienshow gezahlt hat, werde ich diese Veränderung schon irgendwie verkraften.

Ich werde also Pinguin, Känguru, Wal, Wuchtbrumme und auch Käfer schweren Herzens hinter mir lassen, wurde jedoch bereits  von meiner großartigen und äußerst humorvollen Hebamme neu getauft. Denn da ich Ambitionen habe, die Twins zu stillen, mutiere ich vom Pengaroo zur Milchkuh! Klingt doch auch gut! Mein Alltag wird dann aus einem ewigen Wechsel aus stillen und pumpen bestehen. Baby #1, Baby #2, dann die Pumpe. Zwischendurch wickeln, schmusen, abwaschen, putzen, aufräumen etc. Ach ja, dann den Rewind-Knopf betätigen und wieder Play drücken.

Der Antrag für eine Haushaltshilfe liegt also bereits auf meinem Schreibtisch, denn ich habe keine Ahnung, was da wirklich auf mich zukommt und ob ich, wenn die Mädels da sind, noch die Zeit und/oder Kraft habe, die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Lust werde ich auf keinen Fall haben, denn „Putzteufel“ war noch nie einer meiner Spitznamen. Ich habe es zwar gern ordentlich und sauber, doch wäre es auch wirklich mal schön, wenn man nicht selbst den Staubsauger und -wedel schwingen muss. Also, her mit der Haushaltshilfe, denn ich bin lieber eine Milchkuh als ein Dreckspatz!

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Redaktion ma-gazin

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