Kolumne

Fianas Kolumne: Meine persönlichen Twin Towers


Mein Körper verändert sich. Und zwar täglich. Natürlich sollte mich das nicht überraschen. Schließlich war mir klar, dass in einer Schwangerschaft irgendwann der Bauch runder wird und die Brüste explodieren, aber doch bitte nicht über Nacht!

Bis vor wenigen Wochen bekam ich auch immer wieder zu hören, dass man ja noch immer NIX sehen könne. Und das, obwohl ich Zwillinge erwarte! Für mein Empfinden sah ich zu dem Zeitpunkt allerdings schon fast einem mittelgroßen Elefanten ähnlich, aber das scheint alles Ansichtssache zu sein. Und natürlich ist es auch nicht ganz so schlimm. Doch dass mein Bauch sich auch auf dem Rücken liegend nach oben wölbt, ist trotzdem eine ganz neue und abgefahrene Erfahrung für mich, die mich jeden Tag aufs Neue fasziniert.

Im Gegensatz zu meinem Bauch hat meine Oberweite meine Schwangerschaft schon in den ersten Wochen äußerst sichtbar gemacht. Bereits nach wenigen Wochen passte kein BH mehr und so quälte ich mich mit meinen Sporttops durch die Tage. Mittlerweile bin ich auf bequeme Tops ohne Nähte umgestiegen, die mir jegliche Aktivität im Alltag erleichtern und sich wirklich gut anfühlen. Allerdings zittere ich bereits jetzt vor Angst, wenn ich an die bevorstehende Stillzeit denke. Aber gut, ein paar Monate habe ich ja noch Zeit. Und obwohl der Begriff der Twin Towers in Bezug auf überdimensionale Brüste nahe liegt, meine ich doch etwas völlig anderes.

Nachdem ich die Übelkeits- und Erbrechenphase endlich hinter mir gelassen habe, warte ich täglich auf die so hoch angepriesene wundervolle Zeit der Schwangerschaft. Freundinnen und Bekannte, die bereits Kinder zur Welt gebracht haben, schwärmen mir ständig vor, wie schön sie es fanden, schwanger zu sein. Die tollen, kräftigen Haare und die ach so strahlende Haut, stehen bei den meisten dabei ganz oben auf der langen Liste, dieser „wunderschönen“ Zeit. Leider kann ich bisher davon kein Lied singen. Meine Haare, die sonst kräftig und schön sind, hängen schlaff herunter. Seit Wochen plagen mich hartnäckige Schuppen, die nicht mal „der Testsieger“ in den Griff bekommt. Gut, vielleicht ist auch der Winter daran Schuld. Allerdings wäre mir diese Entwicklung meiner Kopfhaut auch neu. Naja, Mütze auf und gut.

Was sich jedoch nicht mal bei eisiger Kälte vollends verstecken lässt, ist mein Gesicht. Klar, welche Frau ist schon zufrieden mit ihrem Aussehen? Und so habe auch ich einige Dinge an mir auszusetzen, doch eine schlimme Pubertät in meinem Alter geht nun wirklich zu weit! Der übliche Periodenpickel kann einen ja schon zur Verzweiflung bringen, doch was für Szenarien sich momentan auf meiner (Gesichts-)Haut abspielen sind geradezu filmreif. Und auch Make-up ist keine perfekte Lösung. Die Rötungen lassen sich zwar abdecken, doch die Pestbeulen, die sich vor allem im erweiterten Kinnbereich und zwischen oder gar an den Augen bilden, haben schon fast eigene Namen verdient – sind sie doch meine treuen und stetigen Begleiter.

Mein Freund findet mich natürlich weiterhin unfassbar schön! Die Pickel ändern in seinen Augen nichts an meinem eigentlichen Aussehen, womit er natürlich (hoffentlich) Recht hat. Ihn reizen diese Hautausbrüche allerdings auch ungemein und so ertappe ich ihn manchmal dabei, wie er hoch konzentriert mein Gesicht mustert, um mich dann anzulächeln und mir mitzuteilen, dass nicht jeder von sich behaupten kann, seine persönlichen Twin Towers zu haben. Stimmt eigentlich! Und doch freue ich mich auf den Tag, an dem meine Zwillinge meinen Bauch verlassen und das Hormonchaos ein Ende findet. Auch, wenn ich dadurch meine Türme verliere.

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Redaktion ma-gazin

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