Kolumne

Fianas Kolumne: Hanni und Nanni

In den ersten Monaten meiner Schwangerschaft hörten meine Twins auf die Namen Fix und Foxi – benannt nach meinem körperlichen Zustand. Diese Namen waren außerdem einigermaßen neutral und irgendwie musste ich sie ja nennen. Baby Nr. 1 und Nr. 2 oder Links und Rechts klangen einfach  nicht gut und sind darüber hinaus so furchtbar unpersönlich. Nun, da das Geheimnis um das Geschlecht jedoch endlich gelüftet ist, machen wir uns langsam auf die Suche nach geeigneten Namen für die zwei Mädels.

Natürlich haben auch wir vorher immer mal Vorschläge für beide Geschlechter in den Raum geworfen, doch waren wir uns einig, zu warten, bevor wir uns ernsthaft Gedanken machen wollten. Schließlich brauchen wir auch zwei Namen. Und wer die Wahl hat, hat ja bekanntlich auch die Qual. Und die wollten wir uns so lange wie möglich ersparen.

Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht bereits nach entsprechenden Büchern und Zeitschriften Ausschau hielt, die mit tausenden von Vornamen locken und einem auch noch hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben. So soll man beispielsweise einen kurzen Vornamen wählen, wenn man einen langen Nachnamen hat und natürlich insgesamt beachten, dass der Rhythmus stimmt etc. Für uns stand allerdings sowieso fest, keine zu außergewöhnlichen Namen zu wählen – jedenfalls, was die Schreibweise in Verbindung mit der Aussprache betrifft.

Natürlich hat man trotzdem nie eine Garantie dafür, mit dem korrekten Vornamen angesprochen zu werden, sobald dieser ein wenig ausgefallen ist. Mit diesem Thema kenne ich mich bestens aus, heiße ich doch für die meisten Menschen Fiona, und das auch noch beim fünften oder sechsten Aufeinandertreffen. Von meinem Nachnamen fange ich lieber gar nicht erst an.

Würde ich zwei Jungs unter meinem Herzen tragen, wäre meinem Freund und mir die Namensfindung wesentlich leichter gefallen. Zufälligerweise finden wir beide für zwei kleine Racker nordische Namen besonders passend. Inspiriert von Astrid Lindgren, hätten wir ohne Probleme eine Liste zusammenstellen können. Namen wie Maddox und Rocco standen ebenfalls zur Debatte, gehören aber hierzulande leider auch zur Kategorie Modeerscheinung und waren somit gleich ein wenig unattraktiv. Etwas zu international vielleicht.

Für Mädchen hingegen fällt uns die Entscheidung weitaus schwerer. Wobei ich offen zugebe, dass ich auf die gängigen Namen einfach nicht so stehe. Nicht, dass ich Emma und Co. nicht großartig finde. Im Gegenteil! Nur, da meine Mädels höchstwahrscheinlich asiatisch angehaucht sein werden, finde ich diese Namen schlichtweg unpassend. Und in Verbindung mit meinem Nachnamen fallen sie leider vollends durch. Darüber hinaus habe ich seit geraumer Zeit einen bestimmten Vornamen für ein Mädchen im Kopf, der für mich natürlich ein Muss ist. Da ich nicht damit gerechnet habe, Zwillinge zu bekommen, hatte ich natürlich nur einen Namen parat. Jetzt gilt es also, einen weiteren Namen zu finden, der nicht nur schön klingt, sondern auch zu dem anderen passt.

Mein Freund, der übrigens Ole heißt, ist zum Glück sehr offen, was die Namensfindung betrifft. Und zufälligerweise gefällt ihm auch der Vorname, der mir schon seit Jahren vorschwebt, so dass es keinerlei Streit gibt. Als Mann hatte er sich bis dato ohnehin noch nicht mit solchen Fragen auseinandergesetzt. Ich habe aber auch schon von Männern und auch Frauen gehört, die in dieser Sache komplett auf Durchzug schalten. Für sie kommen nur die Namen in Frage, die sie sich in den Kopf gesetzt haben und lassen keinerlei Diskussion diesbezüglich zu. Ganz egal, was der Partner davon hält. Wie anstrengend!

Wer nun erfahren möchte, wie meine Kleinen denn nun heißen sollen, wenn sie diesen Sommer das Licht der Welt erblicken, muss sich noch gedulden. Denn da mir Entscheidungen sehr schwer fallen, könnte sich alles nochmal ändern. Vorerst nenne ich die beiden Mädels Hanni und Nanni. Ein sehr passender Arbeitstitel, wie ich finde.

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Redaktion ma-gazin

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