Kolumne

Fianas Kolumne: FFTS? – WTF! (Teil 1)

Jede Schwangerschaft verläuft anders. Während einige Frauen keinerlei Beschwerden haben und sich einfach großartig fühlen, plagen sich andere werdende Mütter monatelang mit der vielfältigen Palette der gängigen Wehwehchen herum. Die eine kotzt über neun Monate, die nächste hat Wasser in den Beinen oder Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck oder gern auch all das und noch mehr – permanent, temporär, gleichzeitig oder phasenweise. Doch schlimmer geht immer!

Mein persönliches Horrorszenario: Neun Monate Übelkeit und Erbrechen. Und obwohl es doch eher unwahrscheinlich erscheint, dass es einen „so hart“ trifft, hatte ich doch die ersten drei Monate, in denen es mir zum Kotzen ging, Panik. Völlig unbegründet, wie sich dann herausstellte, denn die Phase ging und machte Platz für andere Beschwerden – großartig! Migräne, Grippe, Dauerschnupfen, Erkältung und wieder Migräne gaben sich die Klinke in die Hand. Und da man in der Schwangerschaft ja bekanntlich kaum Medikamente einnehmen darf, hatte ich auch in diesen Wochen und Monaten jede Menge „Spaß“. Das Strahlen einer werdenden Mutter stellte sich also nicht ein.

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Irgendwann erreicht man allerdings den Punkt, an dem man sich immer wieder sagt, dass dieser Zustand ja zum Glück nur temporär ist und man am Ende, nach einer schmerzhaften Geburt, reichlich belohnt wird (mit vollen Windeln, wunden Burstwarzen etc.). Und ich muss sagen, es funktioniert. Und man sieht sogar darüber hinweg, dass man immer mehr zunimmt oder man plötzlich Schuppen und Akne hat, statt sich an schönem Haar und toller Haut zu erfreuen. Alles kein Problem! Bleibt ja nicht so! Mit der Einstellung kam jedenfalls bessere Laune und ich musste mir nicht mehr anhören, dass ich ständig nur am Jammern sei. Dass diese Aussage nun ausgerechnet ein männliches Wesen von sich gegeben hat, lasse ich einfach mal unkommentiert.

Vor einigen Wochen plagte mich dann ein extrem schnell wachsender Bauch. Wachstumsschub, dachte ich, schließlich sind da zwei Mäuse drin. Als ich dann aussah und mich auch so fühlte, als hätte ich mir einen Medizinball umgeschnallt und ich schlagartig Rücken- und Schulterschmerzen bekam und deshalb kaum noch sitzen oder schlafen konnte, hatte ich im wahrsten Sinne kein gutes Bauchgefühl mehr. Vor allem, weil ich, die Symptome betreffend, schon einen Verdacht im Hinterkopf hatte. Mein grandioser Pränatalarzt hatte doch mal selten auftretende Komplikationen bei eineiigen Zwillingen erwähnt.

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Also ab in mein geliebtes Pränatalzentrum, in dem ich ohnhin in der Woche meinen regulären, vierwöchentlichen Termin hatte, um eben diese eventuell auftretenden Komplikationen im Blick zu haben. Ich berichtete also über die merkwürdige Entwicklung meines Umfangs und die damit zusammenhängenden Beschwerden, die sich innerhalb der letzten Tage eingestellt hatten. Die darauffolgende Untersuchung fiel extrem kurz aus und mein Arzt gab währenddessen kaum ein Wort von sich – kein gutes Zeichen. Und dann kam die dicke Faust: „Ich habe Ihnen doch zu Beginn Ihrer Schwangerschaft etwas über das fetofetale Transfusionssyndrom (FFTS) erzählt.“ BÄÄÄM! Und obwohl die ausgeprägten Formen dieses Syndroms in der Regel zwischen der 16. Und 25. Schwangerschaftswoche entstehen, habe er es bis dato allerdings noch nicht erlebt, dass es sich nach der 21. SSW noch entwickelt. Ich hab mein Ticket also wieder kurz vor knapp gelöst, denn ich befand mich bereits in der 25. SSW. Herzlichen Glühstrumpf an mich!

Und so bat mein Arzt mich kurz im Wartebereich Platz zu nehmen, während er seine Kollegen im UKE (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) über meinen Zustand aufklärte und mich bei einem Spezialisten anmeldete. Ich solle mich doch auch bitte noch am selben Tag dort einfinden, damit man mir schon eine Lungenreifespritze in den Allerwertesten jagen kann. Wer denkt da noch übers Kotzen nach?

Fortsetzung folgt…

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Redaktion ma-gazin

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